Flüchtlingsschüler bestehen Sprachprüfungen

Von: ys
Letzte Aktualisierung:

Monschau. „Gerade für junge Menschen mit Migrationshintergrund, die erst seit kurzem in Deutschland leben, ist es eine große Herausforderung, in einem fremden Land eine weitere neue Sprache in der Schule zu lernen“, sagt Georg Frett, stellvertretender Schulamtsleiter der Städteregion Aachen.

„Aus diesem Grund gibt es seit etwa 20 Jahren die Feststellungsprüfungen.“ Diese werden dann anstelle einer Pflichtfremdsprache, normalerweise Englisch oder Französisch, gewertet.Auch am St.-Michael-Gymnasium Monschau (MGM) nahmen Anfang des Schuljahres fünf Schülerinnen und Schüler an den Sprachprüfungen teil.

Vier von ihnen sind aus ihren Heimatländern Libanon, Russland und Marokko geflüchtet, eine Schülerin kommt aus Polen. Geprüft wurde in den Sprachen Arabisch, Polnisch und Russisch. Die fünf Schüler werden in den Internationalen Förderklassen des MGM unterrichtet.

In der Städteregion Aachen nahmen 126 Jungen und Mädchen aller Schulformen im Alter von 15 und 16 Jahren an den Feststellungsprüfungen teil. Es wurde in zwölf Sprachen geprüft: Arabisch, Dari, Farsi, Französisch, Griechisch, Italienisch, Niederländisch, Persisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Dabei haben, auch aufgrund der vielen Flüchtlinge, die in der Region Schutz suchen, vor allem die Prüfungen in Arabisch, Darsi, Farsi, Persisch und Französisch zugenommen. Die Mehrzahl der Jugendlichen ist erst vor ein bis zwei Jahren nach Deutschland gekommen und musste die deutsche Sprache von Grund auf lernen.

Um die Schule erfolgreich abzuschließen, müssen sie normalerweise eine zweite Fremdsprache belegen und damit eine weitere, für sie unbekannte, Sprache erlernen. Dies ist seit 1992 nicht mehr notwendig.

Die Sprachfeststellungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Themen und Inhalte berücksichtigen den unterrichtlichen und außerschulischen Erfahrungsraum des Prüflings und sollen in erster Linie die Alltagssprache abfragen.

Die weltpolitische Situation mit ihren zahlreichen Krisenherden, die vor allem im Nahen Osten und Afrika tausende Menschen in die Flucht treibt, spiegelt sich auch bei der Feststellungsprüfung wider: Im Vergleich zu den vergangenen Jahren (2013: 39 Prüflinge in zehn Sprachen; 2014: 84 in 15, 2015: 116 in 13) ist die Zahl der geprüften Jugendlichen noch einmal leicht angestiegen.

„Wir bieten den Jugendlichen ein faires Angebot“, sagt Georg Frett. „Und sie sind sehr motiviert und wissen natürlich auch, worum es hierbei geht.“ Alle Jugendlichen haben die Prüfungen dieses Jahr bestanden, mehr als ein Viertel sogar mit der Note „gut“ oder „sehr gut“. Auch am MGM fielen die Ergebnisse positiv aus. „Wir sind mehr als zufrieden mit den Prüfungsergebnissen, da fast ausschließlich sehr gute Noten erzielt wurden“, sagt Bernd Gotzen, Schulleiter des MGM.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert