Flüchtlinge überwintern auf der Haag

Von: P. St.
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Vom Schulgebäude zur Erstaufnahmeeinrichtung: Noch bis vor wenigen Monaten bestimmten Schüler das Bild. Ab 1. Oktober steht das Monschauer Hauptschulgebäude auf der Haag für die Unterbringung von Flüchtlingen bereit. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Monschau. Eine größere Anzahl von Flüchtlingen wird in Kürze in der Stadt Monschau eintreffen und in das derzeit leerstehende Gebäude der Hauptschule Monschau auf der Haag einziehen. Das Land NRW möchte hier eine Erstaufnahmeeinrichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern schaffen.

Über diese Situation informierte die Stadtverwaltung Monschau jetzt den Stadtrat, der in nicht öffentlicher Sitzung auch dem Abschluss eines entsprechenden Mietvertrages mit dem Land zustimmte. Der Mietvertrag läuft ab dem 1. Oktober 2015.

Geplant ist, dass die aufgenommenen Flüchtlinge etwa zwei bis vier Wochen in der Monschauer Erstaufnahmeeinrichtung verbleiben, ehe sie dann in geordneten Verfahren den einzelnen Kommunen in NRW zugewiesen werden.

Wie viele Flüchtlinge in dem Gebäude untergebracht werden können, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen, wenn der seit diesem Schuljahr leerstehende Gebäudetrakt für die Flüchtlinge hergerichtet wird. Schätzungsweise können hier zwischen 100 und 300 Personen Platz finden.

Noch viel zu organisieren

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter möchte sich auf keine konkrete Zahl festlegen, da zunächst einmal Kapazitäten und die erforderliche Infrastruktur geschaffen werden müssten. In den nächsten Tagen werde man dazu Näheres erfahren. Dass Flüchtlinge bereits vor dem 1. Oktober eintreffen würden, sei aufgrund der Fülle der noch anstehenden organisatorischen Aufgaben nicht realistisch. Unter anderem müssten Duschcontainer aufgestellt werden. Die benachbarte Turnhalle auf der Haag steht wegen der laufenden Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung.

Auch müsse man berücksichtigen, dass die derzeit vorhandenen Nutzungen im Hauptschulgebäude (Lager des Bauhofes und Proberäume für die Musikvereinigung Montjoie und die Rockgruppe Jailbreak) in das neue Konzept integriert werden sollen.

Die Bürgermeisterin betont, dass das Land derzeit vor allem daran interessiert sei, geeignete Unterbringungsmöglichkeiten für die Zeit des Winters zu finden.

Aufgrund der kontinuierlich steigenden Flüchtlingszahlen sucht das Land NRW bereits seit Anfang des Jahres dringend nach weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Zahl der bis Ende 2015 eintreffenden Flüchtlinge in Deutschland schätzt die Bundesregierung derzeit auf mindestens 800.000.

Nach einem Aufruf der Bezirksregierung Köln an die Kommunen, mögliche Immobilien für Erstaufnahmeeinrichtungen zu melden, hatte die Stadt Monschau Mitte Juli das Hauptschulgebäude angeboten. Die Bezirksregierung schaute sich die Anfang der 1970er-Jahre errichtete Immobilie an und befand sie für geeignet zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Das Land wird das Gebäude für eine Dauer von zunächst sechs Monaten anmieten und betreiben. Die Einrichtung wird komplett vom Land NRW beziehungsweise durch vom Land beauftragte Organisationen betreut und geleitet.

Mit der Unterbringung von Flüchtlingen durch das Land hat man in Monschau bereits gute Erfahrungen gemacht. Von November 2014 bis März 2015 waren in der Jugendherberge Hargard als Erstaufnahmeeinrichtung zwischen 40 und 100 Flüchtlinge untergebracht.

In der Ratssitzung fand die Lösung auf der Haag allgemeine Zustimmung. In Monschau habe man schon immer eine freundliche Willkommenshaltung praktiziert, meinte Micha Kreitz (CDU). Werner Krickel (Grüne) sah die moralische Verpflichtung, den Flüchtlingen zu helfen.

Hermann Mertens von der Stadtverwaltung, der die Verhandlungen führte, sagte, dass bereits zahlreiche Hilfsangebote von Vereinen und Schulen eingegangen seien, und Margareta Ritter freute sich, dass das örtliche THW bereits frühzeitig seine logistische Unterstützung zugesagt habe.

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