Flüchtlinge können Sprachkenntnisse in der Box verbessern

Von: P. St.
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In der Sprachbox, die vom Rotary-Club Monschau-Nordeifel zur Verfügung gestellt wurde, können die in der auf der Monschauer Haag untergebrachten Flüchtlinge künftig ihre Sprachkenntnisse verbessern. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Während die Koalitionspartner in der Regierung auf höchster Ebene nachhaltig darum streiten, wie man die Flüchtlingskrise bewältigen kann, werden vor Ort schon längst Nägel mit Köpfen gemacht. So auch in der Unterkunft Monschau-Haag, wo man jeden Tag Integration in der Praxis erleben kann.

Der Deutschunterricht steht im ehemaligen Gebäude der Hauptschule an jedem Vormittag auf dem Programm, die Kinderbetreuung ist zu einem wichtigen Anlaufpunkt für die Familien geworden, und in Kürze soll der erste Flötenkurs ins Leben gerufen werden, weil die Menschen aus der Region auch eine Vielzahl von Musikinstrumenten gespendet haben. All‘ diese Angebote wurden in nur sechs Wochen auf die Beine gestellt.

Die Erstaufnahmeeinrichtung wurde am 19. September bezogen. Zurzeit leben hier 270 Flüchtlinge, vorwiegend aus arabischen Ländern. Am Mittwoch werden 70 Leute die Einrichtung verlassen, aber diese Reduzierung dürfte nicht von langer Dauer sein, weil die Monschauer Unterkunft, die von der Bezirksregierung verwaltet wird, insgesamt 400 Plätze bereit stellen kann. Die entsprechende Bettenzahl ist bereits vor Ort.

Am Dienstag wurde jetzt ein weiterer Beitrag zur Integration in die Praxis umgesetzt. Eine Abordnung des Rotary-Clubs Monschau-Nordeifel war vor Ort, als im ehemaligen Kartenraum der Schule eine Sprachbox installiert wurde. Vier separate Plätze wurden hier mit PCs samt Kopfhörern ausgestattet, die in Kürze von den Flüchtlingen genutzt werden können. Auf die Computer, die weniger zum Surfen als vielmehr zum Lernen dienen sollen, wird ein deutsch-arabisches Sprachprogramm aufgespielt, das dann hoffentlich intensiv genutzt wird.

Die Betreuungsorganisation ZOF, die mit 24 Mitarbeitern rund um die Uhr vor Ort ist, soll nun einen organisierten Belegungsplan ausarbeiten, damit auch alle Interessenten das Angebot nutzen können. „Uns ist vor allem wichtig, dass auch die Frauen zum Zuge kommen“, sagt Rotary-Präsident Rolf Heinfeldner, wohl wissend, dass das Thema Gleichberechtigung bei vielen Flüchtlingen noch keinen so hohen Stellenwert wie in der westlichen Welt besitzt.

Die Idee, eine solche Sprachbox zu errichten, stammt von der Monschauer Bürgermeisterin Margareta Ritter, eine Initiative, die der Rotary-Club gerne aufgriff. Für die praktische Umsetzung vor Ort sorgen die Fachbetriebe Breuer und Jansen.

Auch Einrichtungsleiterin Marinne Bothen-Frehr freut sich über jede Initiative, die geeignet ist, ein wenig Abwechslung in den gleichförmigen Alltag der Flüchtlinge zu bringen: „Viele Flüchtlinge sind jetzt schon zwei Monate in Deutschland und haben immer noch keine Perspektive“, beschreibt sie die oft quälend langen Wartezeiten für die Menschen, andererseits habe sie festgestellt, „dass die Lernbereitschaft der Menschen sehr hoch ist“.

Neben der Sprachbox engagierte sich der Rotary-Club auch noch auf andere Weise in der Unterkunft. Er stellte 80 komplette Garnituren Unterwäsche zur Verfügung, besorgte einen Kickertisch wie auch diverse Ledergarnituren, die in der Pausenhalle, dem zentralen Treffpunkt für die Flüchtlinge, aufgestellt wurden.

Einen Volltreffer landete man auch mit der Spende von drei Fernsehgeräten plus Satellitenanlagen. Es wurden drei TV-Räume, für Männer , Frauen und Kinder eingerichtet, damit es keine Kollisionen bei den Programmwünschen gibt.

„Wir erfahren hier in Monschau wirklich von allen Seiten ein enorm hohes Engagement“, sagt Marianne Bothen-Frehr. Dies trage nicht zuletzt auch wesentlich dazu bei, dass insgesamt in der Einrichtung eine entspannte Atmosphäre herrsche. Auch weitere Aktionen sind in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Haag geplant: Zu Beginn des neuen Jahres sollen hier drei Livekonzerte mit Monschauer Bands stattfinden.

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