Nordeifel - Flüchtlinge finden Platz in ehemaligen Pfarrhäusern

Flüchtlinge finden Platz in ehemaligen Pfarrhäusern

Von: P. St.
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Die Flüchtlinge dieser Welt im Blick: Papst Franziskus. Foto: dpa

Nordeifel. Mehr Solidarität und konkrete Hilfe für geflüchtete Menschen hatte Papst Franziskus während des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz in Rom gefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche appellierte an alle Pfarreien, religiöse Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa, eine Flüchtlingsfamilie aufzunehmen.

Der 78-Jährige richtete die Bitte an Europas Bischöfe, seinen Aufruf in ihren Diözesen zu unterstützen. Die beiden Pfarrgemeinden des Vatikan wollten mit gutem Beispiel vorangehen und Familien aufnehmen.

Auch in der Nordeifel ist der Aufruf des Papstes nicht verhallt, zum Teil ist man bereits längst der Aufforderung nachgekommen.

Pfarrer Michael Stoffels, Leiter der Gemeinschaft der Gemeinden Simmerath (GdG), erinnert daran, dass man bereits im April 2014 das ehemalige Pfarrhaus in Steckenborn für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt habe. Derzeit seien hier acht Personen untergebracht. Die drei Frauen und deren fünf Kinder seien inzwischen sehr gut integriert und erführen eine Vielzahl von Hilfestellungen und Unterstützung aus dem Umfeld.

Das Besondere an dieser Maßnahme sei, dass die Kirche der Kommune das Pfarrhaus mietfrei zur Verfügung gestellt habe. Die Finanzierung der Unterkunft erfolge allein durch private Initiative. 71 Spender hätten sich bislang an der Finanzierung beteiligt und gemeinsam bereits über 11000 Euro zusammengetragen.

Stoffels: „Es ist schön zu sehen, dass diese Maßnahme von vielen Leuten gemeinsam getragen wird.“ Darüber hinaus sehe er aber im Moment keine Möglichkeiten, weitere Immobilien für die Unterbringung von Flüchtlingen in der GdG Simmerath bereitzustellen.

„Überall wird derzeit geprüft. Das Thema Wohnraum für Flüchtlinge steht aktuell auf der Tagesordnung einer jeden Kirchenvorstandssitzung“, sagt Gisela Peters vom Leitungsteam der GdG Monschau. Noch aber zeichneten sich keine konkreten Möglichkeiten ab.

Das leerstehende Bischof-Vogt-Haus in Monschau biete sich zwar an, aber das Gebäude stehe zum Verkauf. Der Aufruf des Papstes habe allerdings dazu geführt, dass einige Familien angeboten hätten, Patenschaften für Flüchtlinge zu übernehmen. Auch wisse sie, dass beim Sozialwerk Eifeler Christen überlegt werde, wie man die Unterstützung von Flüchtlingen konkretisieren könne.

Auch in der GdG Kornelimünster-Roetgen hat man sich schon längst engagiert. Gisela Cosler vom Pfarrbüro in Roetgen weist daraufhin, dass die Kirche bereits vor längerer Zeit der Gemeinde die beiden Pfarrhäuser in Roetgen und Rott als Mietobjekte zur Verfügung gestellt habe. Weitere Möglichkeiten erkenne sie derzeit nicht.

Seit über einem halben Jahr kümmert man sich auch im Franziskuskloster der Franziskaner in Vossenack um Flüchtlinge. Sechs Asylbewerber fanden hier Anfang des Jahres eine neue Heimat. Sie wohnen zusammen mit 20 Schülern derzeit im angeschlossenen Internat. Demnächst sollen noch mindestens neun Plätze für junge unbegleitete Flüchtlinge dazukommen. Die vorbereitenden Umbaumaßnahmen mit den Behörden laufen auf Hochtouren.

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