Fischereiverein: Große Bedenken bei Pumspeicherkraftwerk-Projekt

Von: ale
Letzte Aktualisierung:
Nicole Kolster vom Stadtwerkev
Nicole Kolster vom Stadtwerkeverbund Trianel stellte beim Fischereiverein Nordeifel des geplante Pumspeicherkraftwerk Rursee vor. Begeistern konnte sie die Angler nicht. Foto: Anneliese Lauscher

Steckenborn. Die „Planungen zum Bau eines Pumpspeicherkraftwerks Rursee” hatte der Fischereiverein Nordeifel - Monschau am Samstag auf die Tagesordnung seiner Jahreshauptversammlung gesetzt. Dieser Punkt nahm erwartungsgemäß einen breiten Raum ein.

Es zeigte sich im Verlauf der Diskussion, dass die Angler sich gezielt Gedanken machen um die Zukunft ihres Sports und um den Fischbestand im Rursee. Man ließ der Referentin der Firma Trianel, Nicole Kolster, zunächst reichlich Zeit, „Europas größten Stadtwerkeverbund mit insgesamt 51 Gesellschaftern” vorzustellen.

Sie verwies auf Probleme mit der Gaslieferung aus Russland und auf die Katastrophe in Fukushima, die zur Energiewende geführt hätten und damit zu der Forderung, weit mehr erneuerbare Energien zu fördern als bisher. Eine sinnvolle Möglichkeit, aus regenerativen Quellen produzierten Strom zu speichern, sieht man in Pumpspeicherkraftwerken an vorhandenen Talsperren.

Für das geplante Kraftwerk in Simmerath stellt der Rursee das Unterbecken dar, das Oberbecken mit einem Fassungsvermögen von 7,5 Mio Kubikmeter soll bei Strauch/Buhlert gebaut werden. Hierfür wird eine Grube gegraben, der Aushub soll größtenteils als Material für einen Wall ringsum dienen. Das Wasser wird, wie bereits desöfteren erläutert, aus dem Rursee hoch gepumpt und zur Stromgewinnung wieder abgelassen.

Wenn die Trianel-Sprecherin auch betonte, dass man sich „noch in einer sehr frühen Phase der Regionalplanung” befinde, so konnte sie doch Zahlen vorlegen, die den schwankenden Wasserstand des Rursees betreffen: Wenn der See fast voll ist (Stand 279 Meter), wird innerhalb von sechs Stunden ein Unterschied von 1,25 Meter an den Ufern entstehen, wenn er nur eine Höhe von 260 Meter hat, wird die Differenz des Wasserstandes bereits zwei Meter betragen. Mit dem Wasserverband Eifel-Rur seien Gespräche geführt worden, von dieser Seite sei eine „Standsicherheit” der Dämme bestätigt worden, diese Schwankungen würden die Dämme nicht beeinflussen.

In der Bucht des Schilsbachtals wird ein Entnahmeturm installiert, der das Wasser aus dem See ansaugt und später wieder hinein lässt.

Aus den Reihen der Angler wurde gefragt, wie man sich das vorstellen müsse, wenn das Wasser wieder in den See „hineinschießt” und ob dadurch Sedimente aufgewühlt würden. Von „Hineinschießen” könne keine Rede sein, antwortete Nicole Kolster, sie gab die Fließgeschwindigkeit mit 0,5 Meter pro Sekunde an. Wie die Strömungsgeschwindigkeiten im weiteren See veränderten, das wisse man noch nicht.

Mehrere Zuhörer befürchteten, dass es mit dem Angeln am Rurseeufer vorbei sein wird. Heinrich Karbig, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Simmerath, sagte: „Für mich steht fest, dass eine Fischerei im Rursee nicht mehr möglich sein wird; diese Maßnahmen werden viel Unruhe bringen.”

Mit deutlichem Engagement und erkennbarer Leidenschaft trug ein Angler seine Bedenken vor: „Die Stadt Heimbach hat in ihrer Stellungnahme die Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks abgelehnt. Wir werden im Unklaren gelassen über die Bauzeit. Wenn der Rursee abgelassen wird, wird noch ein Bächlein fließen. Welche Fische sind da noch drin? In vier, fünf Jahren werden wir hier sitzen und nur noch die Hälfte der Mitglieder haben.” (s. dazu auch weiteren Bericht im Innenteil). Er glaube nicht, dass die Interessen der Angler und der Schutz von Fischen in so einem großen Projekt wirklich von Belang seien.

Walter Solbach fügte hinzu: „Sie kriegen unsere Zustimmung nur dann, wenn es fischverträglich ist.” Und Nicole Kolster versuchte zu beruhigen: „Sie können alle Ihre Bedenken der Bezirksregierung mitteilen. Es wird unsere Aufgabe sein, mit Ihnen gemeinsam Lösungen zu finden.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert