Finanzkrise lässt auch die Saunalandschaft abkühlen

Von: hes
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Roetgen. Die letzten Monate des Jahres sind bei gesundheitsbewussten Menschen recht beliebt, um es dem Körper in der Sauna gutgehen zu lassen und das Immunsystem vor der Erkältungszeit zu stärken.

Auch in der Roetgen Therme baut man auf die traditionell umsatzstarken Monate Oktober, November und Dezember, denn die Branche klagt in diesem Jahr besonders über Besucher- und Umsatzrückgang. Die Auswirkungen der Finanzkrise schlagen sich im Wellness-Bereich, der für die meisten ein Stück weit Luxus im täglichen Leben bedeutet, deutlich nieder, und so spart mancher lieber einen Saunaabend ein statt den Euro beim Einkaufen zweimal umzudrehen.

„Die wirtschaftliche Entwicklung spüren wir deutlich”, sagt Stamos Papas, Gesellschafter der Roetgen Therme. „Schließlich sind wir Teil der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, spüren den Kostendruck und müssen auch in allen Bereichen schärfer kalkulieren”, so der Thermen-Besitzer.

Da ist es für ihn auch nur ein schwacher Trost, dass vergleichbare Einrichtungen über noch stärkeren Besuchermangel klagen. „Nach 394.000 Besuchern im vergangenen Jahr und einem hervorragenden Abschluss 2008 gibt es rückläufige Zahlen. Ja, wir merken es, dass die Krise angekommen ist”, sagte Werner Schlösser, Geschäftsführer der Aachener Carolus Thermen am Montag unserer Zeitung.

Die Auswirkungen gehen in Aachen aber nicht nur die Saunagänger, sondern alle steuerzahlenden Bürger etwas an. Denn die Carolus Therme kann seit Jahren nur mit einem Zuschuss der Stadt Aachen zwischen zwei und gut drei Millionen Euro jährlich überhaupt weiterbestehen.

„Ich kann die Zahlen der Konkurrenz nicht weiter kommentieren”, blickt Stamos Papas vorrangig auf den eigenen Betrieb, der von der Aachener Misere nur dann betroffen ist, „wenn die Carolus Thermen jetzt mit Dumpingpreisen versuchen, die Lage zu retten.” Dies sei, so Papas, „nicht statthaft, da dann ein Verdrängungswettbewerb stattfindet”. Und eine öffentliche, mit Steuergeldern subventionierte Einrichtung stehe in einer besonderen Verantwortung gegenüber vergleichbaren Einrichtungen der Privatwirtschaft.

„Wir wirtschaften ohne einen Cent Zuschuss aus kommunalen oder touristischen Mitteln”, sagt Stamos Papas. „Im Gegenteil: Wir zahlen unsere Mitgliedsbeiträge an die Monschauer Land Touristik und beteiligen uns an Werbemaßnahmen”, so der Gesellschafter der Roetgen Therme.

Normales privates Unternehmen

Man sei „ein ganz normales privates Unternehmen”, und deshalb hoffe man auch, dass sich Eifelsteig und bald auch der Ravel-Radweg „auch positiv auf unsere Besucherzahlen auswirken”, sagt Stamos Papas. Und davon würde ja dann auch die Gemeinde Roetgen über höhere Gewerbesteuereinnahmen profitieren.
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