Simmerath - Filterbecken für Trinkwasserschutz ein Millionenprojekt

Filterbecken für Trinkwasserschutz ein Millionenprojekt

Von: P. St.
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Hinter der Einleitungsstelle des Oberflächenwassers in den Fischbach an der Witzerather Straße in Simmerath wird im nächsten Jahr mit dem Bau eines Retentionsfilterbeckens als vorbeugende Maßnahme zum Trinkwasserschutz begonnen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Es gibt Investitionen, auf die würde die Gemeinde Simmerath gerne verzichten, aber der Gesetzgeber lässt der Kommune keine Wahl. Zwar konnte der Bau eines sogenannten Retentionsbodenfilters als präventive Maßnahme zum Trinkwasserschutz über einen Zeitraum von fünf Jahren auf die lange Bank geschoben werden, aber jetzt lässt das Landeswassergesetz der Gemeinde keinen Spielraum mehr.

Im nächsten Frühsommer soll mit den Arbeiten für den Bau des Filterbeckens an der Witzerather Straße, gegenüber dem Rewe-Markt, begonnen werden; 2018 soll das technisch aufwendige Bauwerk fertiggestellt sein. Das Filterbecken soll das hier in großen Mengen ankommende Regenwasser aus den Teilen Simmeraths und dem Gewerbegebiet reinigen.

Umsetzen wird die Maßnahme das Aachener Ingenieurbüro Achten und Jansen, das die Gesamtkosten mit 2,3 Millionen Euro bezifferte. Nach der Präsentation in der zurückliegenden Sitzung des Tiefbau-, Verkehrs- und Denkmalausschusses stimmte das Gremium nach kurzer Diskussion wohl oder übel der Maßnahme, die als Folge eines Gesetzeserlasses erforderlich wurde, einstimmig zu.

In der Ortschaft Simmerath und im Gewerbegebiet verfügen die Kanäle noch über ein Trennsystem. Oberflächenwasser und Abwasser werden getrennt entsorgt. Das Simmerather Regenwasser landet an der tiefsten Stelle des Ortes im Einmündungsbereich der Straße In den Bremen/Witzerather Straße. Hier fließt es dem Fischbach zu, der sich durch ein Naturschutzgebiet zieht und dann nach einigen Kilometern in die Kall bzw. die Kalltalsperre mündet.

Keime festgestellt

Im Abwasserbeseitigungskonzept der Gemeinde Simmerath für die Jahre 2012 bis 2017 war bereits wegen der erheblichen Regenwassermengen der Neubau eines Regenrückhaltebeckens und eines Regenklärbeckens vorgesehen. Da an der Einleitungsstelle des Regenwassers nun auch Verkeimungen festgestellt wurden, die nicht ins Rohwasser der Trinkwassertalsperre gelangen sollten, forderten die Wasserbehörden ein Retentionsbodenfilterbecken, das die hydraulische und stoffliche Belastung des Fischbaches verringert. Das zu errichtende Bodenfilterbecken ist 4700 Quadratmeter groß.

Nicht erreichen konnte die Gemeinde Simmerath eine Kostenbeteiligung des Trinkwasserversorgers, da auch die obere Wasserbehörde bei der Bezirksregierung die Kommune in der Pflicht sieht und keinen trinkwasserbedingten Mehraufwand erkennen kann.

Dennoch bleibt Simmerath nicht allein auf den Kosten sitzen. Im Rahmen eines Förderprogramms für die Abwasserbeseitigung in NRW darf die Gemeinde mit einer 50-prozentigen Kostenbeteiligung durch das Land rechnen.

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