Filmschauplätze: Eingemummelt auf dem Monschauer Marktplatz

Von: V.M.
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Rund 300 Besucher kamen zum Fr
Rund 300 Besucher kamen zum Freiluftkino auf den Monschauer Marktplatz. Mit der Komödie „St. Jacques - Reisen auf Französisch” startete damit die Reihe „Filmschauplätze NRW” und stimmte auf die bevorstehende Monschau-Klassik ein. Foto: V. Monterey

Monschau. Im Rahmen der Filmschauplätze NRW startete am vergangenen Freitag die Veranstaltungsreihe der Film- und Medienstiftung NRW mitten in der Monschauer Altstadt. Der alte Marktplatz in Monschau bot als Filmkulisse genau das richtige Ambiente für den ersten der 14 Filme, die in den kommenden Wochen in 14 verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen gezeigt werden.

Pünktlich zur Dämmerung war der sonst zu dieser Uhrzeit schon verwaiste Marktplatz bevölkert von Kinobesuchern, die sich dick eingemummelt aber zuversichtlich ohne Regenschirm einen Platz suchten, entweder auf eigens mitgebrachten Sitzgelegenheiten oder auf einem der 300 zur Verfügung gestellten Stühle.

Bekannte Gesichter dabei

Jung und alt, Touristen und Einheimische, darunter viele bekannte Gesichter aus der Region, rückten eng zusammen und warteten auf den Beginn der Filmvorführung, die in diesem Jahr zum ersten Mal in der Altstadt veranstaltet wurde. „Ich freue mich, daran teilzunehmen”, erklärte der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis. Er lobte die bereits zum 15. Mal in NRW stattfindende Veranstaltungsreihe, die mit ausgesuchten Filmen vor oft atemberaubenden Kulissen ein „Erfolgskonzept” präsentiert.

Mit einer kurzen Begrüßungsansprache von Anna Fantl, Mitarbeiterin der Filmförderung und Bürgermeisterin Margareta Ritter begann der Abend „mitten im Herzen der Stadt”. Ritter freute sich über die schöne Atmosphäre und die Möglichkeit, so direkt „mit den Städten und ihren Bürgern zu kooperieren”. Außerdem sei dies eine gute Möglichkeit, die Stadt zu beleben.

Auch der allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin, Hermann Mertens, freute sich, wie gut der Filmabend angenommen würde, schließlich sei an diesem Abend die Premiere. Und, so verrieten die Veranstalter, der Filmabend im kommenden Jahr sei schon „in der Mache”.

Mit der Dunkelheit startete das Kinovergnügen auf der am Nachmittag kurzfristig aufgebauten großen Leinwand mit dem Kurzfilm „Doppelzimmer”, eine Abschlussarbeit von Erim Giresunlu an der Kunsthochschule für Medienarbeit in Köln. Auch dieser kurze Film des Nachwuchsregisseurs passte mit seinem Thema zum Ambiente. Wegen eines Versehens der Hotelleitung muss sich der Geschäftsmann Höfner ein Doppelzimmer mit dem Urlauber Manfred teilen, der seine Hotelübernachtung in einem Preisausschreiben gewonnen hat. Ein anderes Zimmer ist nicht zu finden und so müssen die beiden unterschiedlichen Gemüter miteinander auskommen, was sie an die Grenze ihrer Geduld bringt.

Anschließend startete die französische Komödie „St. Jacques - Reisen auf Französisch” aus dem Jahr 2005 unter der Regie von Coline Serreau. Drei ungleiche Geschwister werden, um in den Genuss des Erbes ihrer Mutter zu kommen, gezwungen, gemeinsam den Jakobs-Weg nach Santiago de Compostela zu pilgern. Nicht nur, dass sie sich nicht ausstehen können, sie sind weder gläubig noch sportlich und alles andere als ambitioniert. Der meditative Fußmarsch wird für die drei Geschwister zur Tortour. Die ewig nörgelnde Clara, der Alkoholiker Claude und Pierre, der nur mit seinem Handy rumhängt, treiben sich gegenseitig zum Wahnsinn bis sie schließlich doch zusammenkommen.

Der analoge 35 Millimeterfilm sorgte für ausgelassene Stimmung bei den Gästen, Gastgebern und Gastronomen. Zuständig für die Technik war Jens Köhing, Kinotechniker und Filmtheaterkaufmann der im Namen des Vereins des Filmhauses Bielefeld in den Sommermonaten viele Plätze bespielt, da zu dieser Zeit im Kino nicht so viel los sei. „Hier habe ich das direkte Feedback von den Leuten”, erzählte der leidenschaftliche Filmvorführer.

Positive Bilanz

Die Zeiten des Analogfilms nähern sich aber dem Ende, die großen Multiplex-Kinos hätten schon längst auf digital umgestellt und auch die kleinen zögen nach und nach hinterher. Rund 3000 Euro koste so ein Filmabend, der „von der Filmstiftung und den Partnern vor Ort veranstaltet wird”, erklärte Anna Fantl.

Darin inbegriffen seien Werbung, Presse, Ausleihe des Films, die Technik, Leinwand, der Vorführer und nicht zuletzt die tatkräftige Unterstützung der ehrenamtlichen und der städtischen Mitarbeiter der Veranstaltung.

Sowohl die Besucher, wie zum Beispiel Aloys Papen aus Holland, der mit seinen Bekannten vier Tage in der Eifel verbringt, „its very interesting” und die ansässigen Gastronomen waren begeistert. Sonja von Lorenz und Briant Griggs vom Restaurant „Stadtkrone” fanden das Freiluftkino „super”. Das bringe „die Leute zusammen” und „Kultur in die Stadt”. Gerne könne man das jeden Monat wiederholen.
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