Festzelt wird zur Köln-Arena

Von: ho
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Als die „Räuber” kamen, gab
Als die „Räuber” kamen, gab es kein Halten mehr auf den Sitzen. Fast eine Stunde spielten sie im Festzelt auf und verzückten nicht nur ihre weiblichen Fangruppen. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Rollesbroich. „Tun Sie so, als wenn Sie Spaß hätten”, meinte Marita Köllner zu einigen zunächst skeptisch blickenden Gästen, als sie im Rollesbroicher Festzelt beim Galaabend der „Harmonie” und der Klev Botze am Samstagabend in gewohnter Manier auf einen Tisch kletterte und von dort ihre bekannten Lieder unters Volk brachte.

Spaß hatten die gut 500 Besucher im Zelt dann auch, nachdem die rheinische Stimmungskanone, die auch als „Fussisch Julche” bekannt ist, richtig losgelegt hatte. Im Rahmen ihrer Vereinsjubiläen präsentierten die Musiker der „Harmonie” und die Karnevalisten der Klev Botze einen unterhaltsamen Abend, bei dem mit Marita Köllner und den später auftretenden „Räubern” zwei echte Kracher im Programm waren. Von einigen auftretenden Längen im Programm ließen sich die Gäste ihre Feierlaune nicht verderben.

Die Vereinsvorsitzenden Stephan Frings und Marc Topp hatten Gäste und Ehrengäste zunächst begrüßt, und Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns als Schirmherr der Veranstaltung dankte den zahlreichen Helfern, die sich in der Vorbereitung teilweise Urlaub genommen hatten.

Hiernach wurde der festliche Rahmen genutzt, um verdiente Musiker der „Harmonie” auszuzeichnen: Andrea Wilden, Achim Breuer, Hubert Müller, Clemens Lennartz, K.-H. Lennartz und Martina Müller-Heck als neues Ehrenmitglied erhielten von „Harmonie”-Chef Frings und Werner Wamser (Volksmusikerbund) Urkunden und Ehrenzeichen.

Offiziersgarde in neuem Kostüm

Danach wurde es dann langsam karnevalistisch, als Marc Topp eine neue Garde der Klev Botze ankündigte. Die ehemalige Offiziersgarde der KG, die bisher im Musketieroutfit daher kam, präsentierte sich unter viel Beifall in traditionsreicher Karnevalskluft auf der Bühne. Mit dieser 14-köpfigen Truppe, deren Glanzpunkt Mariechen Anna Lena Treutwein ist und die von Dominik Breuer kommandiert wird, brauchen sich die Klev Botze auch vor der Öcher Penn nicht zu verstecken.

Bauchredner Peter Kerscher mit seiner Kuh Dolly übernahm danach die Moderation und hatte alsbald das Publikum mit vielen Lachern auf seiner Seite, was auch daran lag, dass er vom Bürgermeister bis zum amtierenden Prinzenpaar alles auf die Schippe nahm, was an lokaler Prominenz im Zelt war. Pünktlich auf die Minute erschien danach „Et fussisch Julche” (Marita Köllner), der es mit ihrer Ausstrahlung und ihren bekannten Liedern gelang, die Herzen der Zeltbesucher im Nu zu erobern. Mit ihren Songs von Altenahr, lügenden Augen und „Spitzebötzjer”, verwandelte sie das Zelt ganz schnell in einen Ableger der Kölnarena. Als Marc Topp nach ihrer Zugabe dann das Geburtstagskind des Abends, den „Generalpostkutscher” der KG, Fritz Flachs (66), auf die Bühne holte, ließ Kölns bekannteste Marita es sich natürlich nicht nehmen, Flachs ordentlich „abzubützen”.

Hiernach gehörte die Bühne dann wieder Bauchredner Kärcher, dem Prinz Volker I. (Wolks) zur allgemeinen Erheiterung mit bisher unbekannter Stimme assistierte.

Da die von allen erwarteten Räuber Verspätung aufwiesen, überbrückte man diese Zeitspanne mit einer langen Polonaise durch das Zelt. Aber dann kam sie endlich - die kölsche Räuberbande um Frontmann Charly Brand. Da man zuvor auf einem Oktoberfest aufgespielt hatte, erschienen die fünf Musiker der Kultband in „Krachledernen”, was der Begeisterung bei ihren Fans keinen Abbruch tat. Vor allem die Frauen im Zelt waren schier aus dem Häuschen und hatten sofort vor der Bühne eine weibliche Fanmeile eingerichtet. Da ging zur Rose, der „Botz” und dem Trömmelche gleich die Post ab, und als „Schau mir in die Augen” erklang, schmolzen die Frauenherzen restlos dahin.

Die geforderten Zugaben mit Songs von Creedance Clearwater Revival waren schließlich der krönende Abschluss des Auftritts. Reichlich Musik hatte es im übrigen bereits am Vorabend im Zelt gegeben. Nach einem Sternmarsch hatten sich dort neben acht Karnevalsvereinen zehn Musikgruppen eingefunden, die für beste Stimmung bis tief in die Rollesbroicher Nacht sorgten.
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