Festspiel-Bilanz: „Bunte Mischung hat sich bewährt“

Von: P. St.
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Volles Haus auch bei „Aida“: Bei besten äußeren Bedingungen konnten die Besucher im Sommer 2015 die Festspiel-Aufführungen auf der Burg Monschau genießen. Foto: P. Stollenwerk
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Auch der Blick auf die Altstadt Monschau, wenn gewünscht, gehört zum Rahmenprogramm der Festspiele.

Monschau. Die Kölschrocker von „Kasalla“ wunderten sich ein wenig, dass man ein Klassik-Publikum mit Stimmungsliedern von den Stühlen reißen und zum Mitsingen bewegen kann. Aber was heißt schon Klassik-Publikum?

Der Begriff der Monschau-Klassik hat sich in den 16 Jahren seines Bestehens zwar fest etabliert, aber er ist nicht längst nicht mehr Programm bei den Open-Air-Festspielen auf der Burg Monschau.

Die Zeiten, wo Oper, Operetten, Musical und Galas das 14-tägige Programm bestimmten, sind schon länger vorbei. Im Jahr 2015 wagten die Veranstalter nun eine besonders bunte und abwechslungsreiche Programm- Mischung, die vom Publikum auf der ganzen Linie honoriert wurde. 9300 Besucher kamen zu den neun Veranstaltungen auf der Burg, und die beiden Geschäftsführer der Monschau-Festival GmbH, Dorit Schlieper und Helmut Lanio, sind sich in der Bewertung zum Abschluss der Festspiele 2015 einig: „Wir haben ein sehr abwechslungsreiches und buntes Programm präsentiert, womit wir auch neue Zielgruppen erreichen konnten.“

Vom Wettergott belohnt

Man sei „stolz und froh“ nach der Neuausrichtung so gut angekommen zu sein. Was in der Bilanz der Klassik 2015 auch bei Besuchern wie Organisatoren haften bleibt, ist die Tatsache, „dass wir auch endlich mal vom Wettergott verwöhnt wurden“. Sieht man von einer kleinen Störung ab, dann erlebten die Besucher diesmal in der Tat die vielzitierten „lauen Sommerabende“ auf der Burg.

Haarscharf war die Situation am Freitagabend nach der Aufführung von Carl Orffs Meisterwerk „Carmina Burana“. Der verdiente Beifall und die geforderte Zugabe wurden abrupt abgebrochen, weil ein drohendes Unwetter keinen Aufschub mehr duldete, und die Besucher gebeten wurden, wegen einer Gewitterwarnung das Burggelände zu verlassen.

Dass die über 1000 Besucher dies in elf Minuten über die Bühne brachten, war aus Sicht der Organisatoren zugleich auch eine „gute Übung“.

Nachhaltig in Erinnerung bleibt für Helmut Lanio das Konzert von „The Roger Cicero Jazz Experience“. Dessen Art und Weise, Jazz zu präsentieren, habe ihn stark beeindruckt.

Aus drei Rockkonzerten, einem Folkabend, einem Jazz-Abend sowie drei Opern setzte sich zuzüglich der Märchenaufführung das Programm 2015 zusammen.

Schon ziemlich früh ausverkauft war das Eröffnungskonzert mit Manfred Mann‘s Earth Band ebenso auch die folgende Monumental-Oper „Aida“, so dass man an diesem Konzept festhalten möchte.

Auch wenn die vom Publikum begeistert aufgenommene Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ nur mittelmäßigen Zuspruch fand, wird die Oper als solche weiter ihren Platz im Programm behalten. „Selbst wenn unser Mut nicht belohnt wurde, wird die Oper fester Bestandteil des Programms bleiben“, aber man müsse darüber nachdenken, ob man vielleicht wieder zu bekannten Werken zurückkehre, heißt es.

Beibehalten wird auch das Konzept, im Vorprogramm lokalen Künstlern eine Chance zu bieten. Diese Einstimmung kam beim Publikum bestens an und sorgte auch für manche Überraschung.

Dass die Künstler gerne zur Monschau-Klassik kommen, zeige sich an der großen Zahl der Anfragen. „Wir werden regelrecht überschüttet“, sagt Helmut Lanio.

Hochzufrieden war man auch mit dem Ausklang der Festspiele 2015, als „Kasalla“ die Burg rockte. Noch zwei Stunden nach dem Konzert waren zahlreiche Besucher auf der Burg und genossen die Atmosphäre, statt sich auf die Shuttle-Busse zu stürzen.

Nun richtet sich der Blick bereits auf die Monschau-Klassik 2016. Der Termin (12. August bis 21. August) steht bereits fest, und auch was das Programm betrifft, hat Helmut Lanio schon einige Namen auf Liste, will aber noch nicht soviel verraten, nur soviel: „Die Kölschrock-Szene kommt in Monschau ja gut an.“ Darauf lasse sich aufbauen.

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