Nordeifel - Festival-Herbst 2014: Literatur wieder an ungewöhnlichen Orten

Festival-Herbst 2014: Literatur wieder an ungewöhnlichen Orten

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Stellten im Kloster Steinfeld das kunterbunte und deutlich erweiterte Programm der Lit.Eifel 2014 vor (v.l.): Wilfried Pracht, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, Gabriele Eucken, Jochen Starke, Werner Biermann, Margareta Ritter, Tanja Motzkau, Resi Nießen, Ralf und Monika Kramp sowie Rudolf Westerburg. Foto: Alice Gempfer/pp/Agentur ProfiPress

Nordeifel. „Ich bin ganz begeistert von dem Programm, dass Sie für 2014 zusammengestellt haben“, konstatierte Gabriele Eucken von der Kölner Bezirksregierung im Rahmen einer Pressekonferenz der Lit.Eifel im Salvatorianerkloster Steinfeld bei Kall (Kreis Euskirchen).

Vorgestellt wurde dabei das kunterbunte und in diesem Jahr deutlich erweiterte Programm des noch jungen Eifeler Literaturfestivals, das bereits im ersten Jahr 2013 erfolgreicher war, als es die Veranstalter selbst erwartet hätten.

Mehr als 30 Veranstaltungen in der nordrhein-westfälischen Eifel und in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) sind bei der zweiten Auflage geplant, hinzu kommt ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche, das bereits gestartet ist.

Erstmals wird in Kooperation mit dem Literaturhaus Nettersheim bzw. der Kulturministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG), Isabelle Weykmans, der Jugendliteraturpreis ausgeschrieben. Lit.Eifel wird in der NRW-Eifel mit Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm der europäischen Union gefördert. Seitens der Bezirksregierung Köln war daher die für das Leader-Projekt „Lit.Eifel“ zuständige Mitarbeiterin Gabriele Eucken nach Steinfeld gekommen. Aus gutem Grund: Für die Jahre 2013 bis 2015 erhält das Festival eine Anschubfinanzierung von rund 130 000 Euro. Unterstützung erhält „Lit.Eifel e.V.“ auch wieder von seinen Medienpartnern, unter anderem vom Zeitungsverlag Aachen. „Auch ihnen haben wir den tollen Start im ersten Jahr zu verdanken“, sagte Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau und 1. Vorsitzende des Vereins Lit.Eifel. Sie freue sich, so Margareta Ritter, auf „einen bunten Tanz mit Literatur, Film, Poesie, Schauspiel und Wettbewerben“.

Vor allem junge Autoren

Lit.Eifel schenkt vor allem jungen und regionalen Autoren Beachtung und hat sich die Heranführung der Jugend an die Literatur auf die Fahne geschrieben. So haben die Organisatoren des gleichnamigen Festivalvereins Lit.Eifel neben den Lesungen – oft eingebettet in ein unterhaltsames Rahmenprogramm – außerdem ein außergewöhnliches Angebot mit Jugend- und Schulprojekten auf die Beine gestellt. „Erstmalig bieten wir auch ein spezielles Programm für Kinder und Jugendliche, um sie zu ermutigen, die Kraft der Sprache zu entdecken und ihre Talente zu verfeinern“, verwies Lit.Eifel-Geschäftsführer Wilfried Pracht auf eine Besonderheit im neuen Festivaljahr. Dazu zählen Schullesungen wie etwa die mit dem erfolgreichen Fantasy-Bestsellerautor Kai Meyer, der am Franken-Gymnasium Zülpich sein Abitur gemacht hat und im städtischen Gymnasium in Schleiden bereits vor 150 begeisterten jungen Zuhörern las. Auch ein Filmworkshop sowie eine Illustrations- und eine Theaterwerkstatt stehen auf dem Programm. Beiratsmitglied und Leiter der Internationalen Kunstakademie Heimbach, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, konnte sogar schon erste Werke präsentieren, die im Rahmen der Illustrationswerkstatt entstanden sind.

Bei der Wahl der Veranstaltungsorte für die von Oktober bis Dezember stattfindenden Lesungen bleiben die Macher ihrem bereits im Vorjahr erfolgreich umgesetzten Motto „Literatur in neuer Form an ungewöhnlichen Orten“ weiterhin treu. Mit mehr als 30 feststehende Veranstaltungen hat das Festival sein Angebot im Vergleich zum Premierenjahr 2013 gut und gerne verdoppelt.

Und es könnten noch mehr werden. „Wir stehen noch im Gespräch mit einigen Autoren, die noch nicht fest zugesagt haben“, berichtete Organisator Joachim Starke bei der Pressekonferenz im Kloster Steinfeld. Zu diesen zählen Joe Bausch („Knast“), Gefängnisarzt, Schauspieler und Autor, die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Katja Petrowskaja („Vielleicht Esther“) und der niederländische Sänger, Schriftsteller, Clown und Komponist Hermann van Veen.

Beiratsmitglied Helmut Lanio betonte, dass die Lit.Eifel-Fans sich auch in diesem Jahr wieder auf ungewöhnliche bis verrückte Veranstaltungsorte freuen dürfen, wie etwa die mit Bernd Imgrund, der im historischen Schienenbus, der „Flitsch“, aus seinem jüngsten Buch „Kein Bier vor vier“ liest. „Mit unserem Programm an vielen bunten Orten zeigen wir auch, wie liebenswert die Eifel ist“, so Lanio. „Es war und ist unser Ziel, in sehr vielfältiger Form Literatur zu präsentieren, und ich glaube, der Programmbeirat hat eine Auswahl getroffen, die unseren Zielen entspricht“, sagte Vorsitzende Ritter.

Noch breiter als beim Festivalstart im vergangenen Jahr habe man originelle Orte in der gesamten Region ausgewählt, um fesselnde Geschichten zu erzählen, ergänzte Wilfried Pracht.

Für die Lesung mit dem erfolgreichen Newcomer David Finck am Dienstag, 14. Oktober wählte man den Bunker der Landeszentralbank in Satzvey als Location. In diesem Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges wird der 1978 in Düsseldorf geborene Autor seinen von den Kritikern hochgelobten Debütroman „Das Versteck“ präsentieren. Dazu gibt es 90-minütige Führungen in drei Gruppen bis zu 20 Personen.

Nur einen Tag später, am Mittwoch, 15. Oktober, steht die Lesung mit Markus Gabriel im Schloss Wachendorf auf dem Programm. Der erst 34-jährige Philosoph, der seit 2009 als Professor an der Bonner Universität lehrt, wird seinen Zuhörern erklären, „Warum es die Welt nicht gibt“ – so lautet der Titel seines Buches.

„Besonders erfreut bin ich natürlich über die erneute Berücksichtigung unserer Eifeler Autoren“, kündigte die erste Vorsitzende Margareta Ritter an. So dürfen sich die Besucher auf eine „Alternative“, von Ralf Kramp moderierte Lesung mit Eifeler Krimiautoren freuen. Der Titel „Traumschiff ahoi – Käpt’n Iglo fährt durchs Feuchtgebiet“ verrät schon, dass es dabei nicht allzu ernst zugehen wird. Der Clou: Das amüsante Spektakel findet auf einem Schiff der Rursee-Flotte statt. „Es ist klasse“, so Kramp bei der Pressekonferenz, „dass bei der Lit.Eifel die Eifel nicht nur im Titel steht, sondern auch ganz schön viel „Eifel“ im Programm steckt.

Vier Lesungen wird es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens geben: Heinz Helle liest in St. Vith aus seinem Debütroman „Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin“, nach Eupen kommt der aus Bosnien und Herzegowina stammende Saša Staniši, der mit seinem Roman „Vor dem Fest“ den Leipziger Buchpreis gewonnen hat. Wenn die Berliner Journalistin und Dokumentarfilmerin Katja Altenhoven Ende Oktober im Jünglingshaus ihren Debütroman „Willkommen zu Hause“ präsentiert, werden die Eupener mit die Ersten sein, die in den Genuss der unterhaltsamen Geschichte über eine Kreuzberger Wohngemeinschaft der besonderen Art kommen, denn das Buch wird nur wenige Tage vorher erscheinen. Die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf schließlich kommt nach Ostbelgien, um auf dem Campingplatz Hertogenwald „April“, die Fortsetzung ihres Erfolgsromans „Das Mädchen“, vorzustellen. Alle vier Veranstaltungen moderiert auf bewährte Weise Guido Thomé, Pressereferent im Kabinett Isabelle Weykmans, Ministerin für Kultur, Medien und Tourismus der DG.

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