Ferienbeginn: Der Mann für alle Fälle hat jetzt viel zu tun

Von: Carmen Krämer
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Er ist auch während der Schul
Er ist auch während der Schulferien im Einsatz: Dieter Uthoff ist Hausmeister an der Elwin Christoffel Realschule und hat jetzt alle Hände voll zu tun. Foto: C. Krämer

Monschau. Es ist der letzte Schultag: Die Zeugnisse sind verteilt, und mit dem letzten Gong wird es noch einmal hektisch. Aufgekratzt laufen die Schülerinnen und Schüler den Sommerferien entgegen - noch ist Leben auf dem Schulgelände, bis der letzte Bus startet.

Schlagartig ändert sich dann jedoch die Atmosphäre an der Elwin Christoffel Realschule in Monschau. Ruhe kehrt ein, kein Mensch ist zu sehen und nur die Vögel zwitschern im Grün rund um das Schulgebäude. Kein Mensch? Das ist ein Irrtum. Denn für einen geht der Betrieb auch in den Ferien weiter: Dieter Uthoff ist Hausmeister an der Realschule und hat jetzt alle Hände voll zu tun.

„Die sechs Wochen brauchen wir, die fünf Damen, die zur Reinigung kommen, und ich, um die Grundreinigung vorzunehmen. Ich räume die Klassen aus und dann kommen die Frauen zum Einsatz, die alles gründlich putzen.” Sobald Dieter Uthoff alle Stühle, Tische, Mülleimer und Regale aus den Klassenzimmern geräumt hat, wird der Boden abgeschliffen, geputzt und wieder versiegelt.

Beim Ausräumen fällt dann auf, was sonst noch an Arbeit ansteht: Reparaturen an Stühlen und Tischen, an Steckdosen und Fußabtretern. Hier und da müssen eine Glühlampe ausgetauscht, die Gardinen wieder ordentlich aufgehängt und die Schilder an den Türen gewechselt werden.

Und auch im Außenbereich rund um die Schule gibt es immer wieder was zu tun. „Neben diesen Dingen gehört zu meinen Aufgaben, dass jeder Raum mit neuem Tuch und neuem Schwamm für die Tafel ausgestattet ist. Bei 24 Klassen sind mit diesen vielfältigen Aufgaben mal schnell sechs Wochen vergangen”, weiß der 58-Jährige, dem es wichtig ist, dass die Fünftklässler an ihrem ersten Tag eine ordentliche Schule vorfinden. „Da ist einiges zu tun, die Zehntklässler gehen, die Kleinen kommen und die Auftragszettel der Schulleitung wollen auch abgearbeitet sein. Das ist wirklich ein Fulltime-Job.”

Von 7 bis 16 Uhr ist Dieter Uthoff sowohl während der Schulzeit als auch in den Ferien täglich in der Schule. Und im Moment ist er manchmal sogar länger unterwegs. „In den ersten beiden Ferienwochen übernehme ich in diesem Jahr die Vertretung der Hausmeister von Hauptschule und Gymnasium, da muss ich auch immer nach dem Rechten sehen”, erklärt er. „Das ist am Gymnasium in diesem Jahr ein wenig aufwendiger, weil dort wegen den Sanierungsmaßnahmen Fremdfirmen beschäftigt sind, denen man die Türen aufschließen muss.”

Seit zehn Jahren seien dies die ersten Ferien, in denen in der Realschule selbst keine Baumaßnahmen stattfinden. „Dass dieses Jahr bei uns nichts umgebaut wird, ist sehr angenehm. Für mich bedeutet das immer sehr viel mehr Arbeit. Und vor allem Staub im ganzen Gebäude”, erinnert sich Dieter Uthoff.

Zwar bleiben er und seine Mitarbeiterinnen von dieser Art von Dreck verschont, aber die Arbeit wird sich trotzdem verzögern, denn am vergangenen Wochenende hatten sich bislang unbekannte Täter Zugang zur Schule verschafft und zwei Feuerlöscher über mehrere Etagen und das Treppenhaus entleert. „Das ist natürlich sehr unnötig, vor allem müssen wir jetzt zusehen, dass wir das schnell gereinigt haben, damit wir den eigentlichen Aufgaben nachgehen können”, ärgert sich der gelernte Betonbauer, der seit 2001 an der Realschule arbeitet.

Das, was ihm die meiste Freude an diesem Job bereitet, ist gleichzeitig auch manchmal der Grund für den größten Ärger: Der Umgang mit den Schülern. „Dass ich mit den Kindern zu tun habe, bereitet mir jeden Tag Freude. Aber wenn hier absichtlich und ohne Sinn Dinge zerstört werden, frustriert das schon sehr.” Scherze hätte er zu seiner Schulzeit auch gemacht, aber wenn Waschbecken herunterfielen, sei der Spaß vorbei. „Das Problem ist auch die zunehmende Respektlosigkeit der Schüler uns Erwachsenen gegenüber. Mit jedem Schüler einzeln komme ich zwar gut klar, aber wenn sie in einer Gruppe sind, führt das schon mal zu Problemen.”

Es geht aber auch anders: Ein Aufräumdienst, bestehend aus Schülern, unterstützt den Hausmeister zumindest nach den Pausen. „Die Schüler reinigen dann gemeinsam den Schulhof, was eigentlich gut klappt. Also, im Großen und Ganzen macht mir die Arbeit mit den jungen Leuten viel Spaß, aber ein paar Chaoten hat man eben immer dabei.”

In diesen Tagen ist Hausmeister Uthoff jedoch nicht der einzige, der die Ferien in der Schule verbringt. Auch die Sekretärin Daniela Scheuer und Schulleiter Peter Groten sind noch da, um Nach- und Vorbereitungen zu treffen. Sie sind Dieter Uthoff dankbar für seine Arbeit und wissen, dass es ohne ihn nicht geht: „Wenn was passiert, wird als erstes der Hausmeister gerufen. Egal, ob am Wochenende oder im Urlaub, Dieter Uthoff ist immer einsatzbereit. Seine Flexibilität ist einfach lobenswert.”

Sommerferien bedeuten also nicht für alle grenzenlose Freiheit, denn für einen Hausmeister wie Dieter Uthoff gibt es immer was zu tun.
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