Felicitas Hoppe: Von der Stubenhockerin zur Reiseschriftstellerin

Von: pp
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Felicitas Hoppe blickte in Monschau höchst unterhaltsam auf 20 turbulente Schaffensjahre zurück. Foto: Claudia Hoffmann/pp/ Agentur ProfiPress

Monschau. Wer hätte gedacht, dass Felicitas Hoppe einmal als erfolgreiche „Reiseschriftstellerin“ ein Stück deutsche Literaturgeschichte schreiben würde? Sie, die sich schon als Kind kaum aus ihrem Zimmer bewegen mochte – ein typisches Stubenhockerkind, das „zum Spielen förmlich getragen werden“ musste. Am allerwenigsten sie selbst, schmunzelte die Autorin bei der Lit.Eifel-Lesung in Monschau

Dabei blickte sie in einem unterhaltsamen literarischen „Spaziergang“ auf nunmehr zwanzig durchaus turbulente Schaffensjahre zurück.

Das Leben geht manchmal verschlungene Wege, ist gesäumt von Entbehrungen, Selbstzweifeln und Hindernissen, wie es sich für ein ordentliches Künstlerleben gehört. Und wenn es einem erst einmal gelungen ist, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zu richten, auch von reichlich kuriosen Fragen. Im Falle von Felicitas Hoppe stammten die aus dem Munde eines Journalisten.

Was sie denn nun anfangen wolle mit so viel Geld, erkundigte er sich, nachdem Felicitas Hoppe mit ihrem Geschichten-Debütband „Picknick der Friseure“ den Aspekte-Literaturpreis erhalten hatte und sich auch über ein Preisgeld von seinerzeit 15 000 DM freuen durfte. „Damit mache ich eine Weltreise“, antwortete Hoppe, die fand, dass den Reporter das nun überhaupt nichts anging, eher aus Trotz.

Doch nun wartete die Öffentlichkeit gespannt, was daraus denn nun literarisch Funkelndes wohl entstehen würde, und die reiseunlustige Felicitas Hoppe befand sich in einem echten Dilemma. „Wie komme ich am bequemsten um die Welt, ohne mich selbst bewegen zu müssen?“, überlegte sie.

Per Zufall stieß sie auf eine Annonce, die Werbung machte für einen Urlaub auf einem Container-Frachtschiff. „Genial, das war es doch!“, fand Hoppe und mietete sich in die Offizierskabine ein. Wenn sie nun aber dachte, auf Containerschifffrachtreisen würde nichts passieren, sah sie sich getäuscht. Das Ergebnis mündete in Hoppes zweitem Buch, das den Titel „Pigafetta“ trug und einem „echten“ Abenteurer gewidmet ist.

In Monschau brach sie auch eine Lanze für das Märchen. Weil das Märchen in ihren Augen die Urzelle des Reiseromans ist: „Märchen lehren uns, dass ein großer Teil der Reisen, die unternommen werden, nicht freiwillig ist. Sie sind voller Kinder, die aufbrechen, weil sie von ihren Eltern nicht mehr ernährt werden können. Denken Sie an Hänsel und Gretel!“, erklärte sie.“

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