Fehlendes TÜV-Siegel lässt Zirkusvorstellung platzen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
5697526.jpg
Weiter geht es im Zirkus Amany trotz der bösen Panne in Simmerath: Die Jongleure Manuel Kübler und Miguel Maikel-Neigert üben fleißig für die Zusatzvorstellung am Montag um 17 Uhr. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Alles war vorbereitet für die Auftaktvorstellung des Zirkus Amany in Simmerath, doch dann machte die Behörde einen Strich durch die Rechnung: Das Familienunternehmen aus Bitburg durfte nicht spielen, rund 150 verärgerte Besucher mussten nach Angaben von Zirkuschef Ludwig Neigert nach Hause geschickt werden.

Zuvor hatte die Bauaufsicht der Städteregion Aachen bei der Abnahme des Spielortes auf der Wiese am Rathaus ein wesentliches Versäumnis festgestellt. Die für das große Zirkuszelt erforderliche TÜV-Abnahme war nicht im Baubuch eingetragen worden.

Ludwig Neigert beteuert zwar, dass er das TÜV-Siegel, das für drei Jahre Gültigkeit besitzt, erst im vergangenen Winter erhalten habe, räumt aber gleichzeitig sein Versäumnis ein, dass er diese Zulassung nicht in das Baubuch habe eintragen lassen. „Ich habe das Unternehmen erst vor kurzem übernommen und wusste von dieser Vorschrift nichts“, versuchte Neigert auch der Behörde klarzumachen, dass mit dem Zelt alles in Ordnung sei. Da er jedoch die erforderlichen Unterlagen nicht nachweisen konnte, wurde die Vorstellung gestoppt.

2000 Euro Verlust

Auch der Hinweis darauf, dass der Zirkus Amany in diesem Frühjahr bereits in Eschweiler gespielt habe und ihn dort niemand auf die fehlende Eintragung aufmerksam gemacht habe, half nicht weiter. Um nicht noch größeren Schaden zu erleiden, forderte Neigert am nächsten Tag den TÜV aus Koblenz an, der die Plakette zuteilte, so dass die weiteren Vorstellungen am Wochenende planmäßig über die Bühne gehen konnten. Die Überprüfung kostete den Zirkus 500 Euro. Der Ausfall der Auftaktvorstellung lässt den Schaden auf rund 2000 Euro anwachsen.

Neigert: Gerade die erste Veranstaltung sei wegen des Werbe-Effektes besonders wichtig gewesen, außerdem sei ein Teil der Einnahmen als Spende für die Flutopfer in Ostdeutschland vorgesehen gewesen. So habe er die Zuschauer aber nach Hause schicken müssen, die verständlicherweise wenig Verständnis für die Absage hätten aufbringen können: „ Die Kinder haben geweint, und die Erwachsenen waren sauer.“

Dabei ist die Saison wegen des langen Winters ohnehin schon schlecht gestartet. Um das Verlustgeschäft des Simmerather Gastspiels ein wenig zu minimieren, ist für den Montag nun um 17 Uhr noch eine Zusatzvorstellung angehängt worden. Die Eintritt kostet 10 Euro auf allen Plätzen, zwei Euro je Karte sollen als Spende an die Flutopfer weitergegeben werden.

Der nächste Spielort des Zirkus Amany ist in zwei Wochen die Gemeinde Roetgen. Bis dahin will Ludwig Neigert mit Brief und Siegel nachweisen, dass mit seinem Zelt alles in Ordnung ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert