Aachen - FDP: „Das Todesurteil für den Münsterwald”

FDP: „Das Todesurteil für den Münsterwald”

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Rund um das Thema Energie, so scheint es, ist seit dem Atomunfall in Japan nichts mehr so, wie es war.

Und während zum Thema Atomkraft parteipolitisch vorübergehend ein weitgehender Konsens Einzug gehalten hat, wollen insbesondere Grüngesinnte den deutschlandweiten Stimmungswandel nutzen, um auch den Ausbau von Windrädern voranzubringen.

Die Aachener FDP hingegen formulierte ihren Standpunkt bei einer Infoveranstaltung im „Brander Stier” jetzt wie folgt: Windkraft ja, aber bitte mit Sinn und Verstand - und platzierte sich damit erneut hinter einer Roetgener Bürgerinitiative, die zehn Windkraftanlagen im Münsterwald verhindern möchte. Für das Treffen hatten die Freidemokraten aus Stadt und Kreis Aachen auch ihren Landesvorsitzenden, Dr. Gerhard Papke, eingeladen. Und dieser wusste die Befürchtungen der Nordeifler durch Beobachtungen aus anderen Regionen in NRW zu bestätigen: „Wenn die Anlagen erst einmal installiert sind, ist der Schrecken darüber oft grenzenlos.” Vielen sei nicht klar, dass nicht „von netten kleinen Windmühlen” die Rede sei, sondern „von gewaltigen Industrieanlagen”.

Und der Schaden für den ländlichen Raum lasse sich nicht etwa durch den Nutzen der Windräder rechtfertigen: „Die Nennleistungen sind nicht zu verwechseln mit dem tatsächlichen Ertrag.”

Für die Bürgerinitiative bedeutet das Vorhaben der Stadt Aachen nicht weniger als „das Todesurteil für unseren Münsterwald”. Denn wo Masten weit über 100 Meter gen Himmel ragen sollen, muss vorher tief gegraben werden - und auch die Einspeisung in das Stromnetz erledigt sich nicht ohne entsprechende Leitungen. Dass diese Argumente bislang weder der grüne noch der christdemokratische Teil der Aachener Ratsmehrheit haben hören wollen, sei wohl mit der „Profitgier einiger Aachener Ratspolitiker” zu begründen, lautet die Argumentation.

Der Knackpunkt aus Sicht von Bürgerinitiative und FDP: Aachen kann im vorliegenden Fall entscheiden, was die Bürger in der Eifel betrifft. „Tragen Sie das Thema in die Stadt Aachen”, lautete daher der Rat von Gerhard Papke, „und zwar so lange, bis Schwarz-Grün es nicht mehr hören kann. Niemand darf denken, das Thema ließe sich einfach so aussitzen.” Er selbst würde das Anliegen im Düsseldorfer Landtag thematisieren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert