FC Roetgen schafft die „erwartete Überraschung“

Von: Kurt Kaiser
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Ein Festtag für den Fußballkreis Aachen, vor allem aber ein Festtag für den Eifelfußball und den Altkreis Monschau: Mit Bezirksligist SV Germania Eicherscheid (blau/links) und A-Kreisligist FC Roetgen (schwarz-rot/rechts) standen erstmals seit Zusammenlegung der Fußballkreise zwei Clubs aus der Nordeifel im Finale um den Kreispokal. Nach 120 packenden Minuten auf dem Platz in Haaren hatten die Roetgener mit 3:1 die Nase vorne. Foto: Kurt Kaiser
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FC Roetgens Abwehrorganisator Marco Cosler (links) lieferte neunzig Minuten eine gute Partie ab, dann musste er nach einer gelb-roten Karte in der Verlängerung des Kreispokalendspiels zuschauen. Foto: Kurt Kaiser
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So sehen Sieger aus: In den Siegershirts des Pokal-Sponsors und später auch mit dem bekanntesten Produkt desselben feierten die Roetgener den ersten Kreispokalsieg in der 102-jährigen Vereinsgeschichte. Foto: Kurt Kaiser

Haaren/Nordeifel. Als der beste Abwehrspieler des FC Roetgen, Marco Cosler, in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit wegen Handspiels Gelb-Rot sah und Germania Eicherscheid in der personellen Überzahl in die Verlängerung im Endspiel um den Bitburger Kreispokal 2015 ging, hatten die Blau-Weißen schon eine Hand am Pokal.

In der kurzen Pause vor der Verlängerung krempelte Frank Küntzeler aber seine Defensive um und nur drei Minuten später waren die Schwarz-Roten dem Pokalsieg näher als die Germanen.

Eine gelungene Kombination aus dem Mittelfeld schloss Elvis Gojak mit dem 2:1 ab. Roetgens Torjäger Alex Keller setzte in der 101. Minute endgültig die Zeichen auf Sieg: Germania-Schlussmann Tim Hutmacher konnte den Freistoß von Keller aus halbrechter Position nur abklatschen, Tobias Thoma stand vollkommen frei und drückte den Ball zum 3:1-Endstand über die Linie.

Fünf Minuten vor Spielende war dann auch das personelle Gleichgewicht wieder hergestellt: Germania-Abwehrspieler Lukas Kraß leistete sich nach einem Konter ein Foul an Alex Keller und sah dafür die rote Karte. Zuvor hatten die Eicherscheider aber noch zwei gute Möglichkeiten, zumindest zu verkürzen, jedoch scheiterte Daniel Krott zweimal an Roetgens Keeper Mark Hilgers, der im Kreispokalendspiel wahrscheinlich den Unterschied ausmachte.

„Mark hat super gehalten“, lobte Frank Küntzeler seinen Keeper, der mit gekonnten Paraden schon in der regulären Spielzeit eine höhere Führung der Eicherscheider verhindert hatte. „In der ersten Halbzeit waren die Eicherscheider klar besser, wir haben erst ab der zweiten Halbzeit ins Spiel gefunden. Für die unheimlich tolle Moral, die meine Mannschaft nach dem Platzverweis gezeigt hat, muss ich den Hut ziehen, das war super“, lobte der FC-Coach die bedingungslose Einsatzbereitschaft seines Teams in der Unterzahl.

Verständlicherweise fiel das Feedback von Germania-Trainer Bernhard Schmitz nach der 1:3-Niederlage nicht so euphorisch aus. „Wir haben bis zur 60.Minute gut gespielt und es versäumt, das 2:0 nachzulegen. Leider haben wir uns bei den Gegentoren dann Fehler erlaubt, die nicht passieren dürfen. Dann darf man sich nicht wundern wenn man so ein Spiel verliert“.

Über 300 Zuschauer wollten das Bitburger Kreispokalendspiel 2015 an der Neuköllner Straße in Aachen sehen, dass sich von der ersten Minute an zu einem spannenden und intensiven Pokalderby entwickelte. Beide Mannschaften standen in der Defensive gut und ließen zumindest in der ersten Halbzeit in einem von der Taktik geprägten Spiel kaum Torchancen zu, wobei die Roetgener sich nicht hätten beklagen dürfen, wenn sie zur Pause zurückgelegen hätten.

Schon in der 5. Minute knallte Marius Henk den Ball aus aussichtsreicher Position übers Tor. In der 22.Minute tauchte Nico Wilden nach einem Pass in die Schnittstelle frei vor Mark Hilgers auf, jedoch parierte der FC-Keeper mit einem prima Reflex.

Nennenswerte Chancen für die Roetgener gab es in Halbzeit nicht, dafür eröffneten sie den zweiten Abschnitt aber mit einer Großchance: Einen Pass von Smith Ametowu konnte Germania-Abwehrspieler Marco Kraß so gerade noch vor dem einschussbereiten Alex Keller zur Ecke lenken.

Führung für die Germania

Diese Chance der Roetgener war das Signal für weitere gute Möglichkeiten der Blau-Weißen. Zweimal stand Mark Hilgers wieder im Fokus. Zuerst rettete er per Fußabwehr einen Schuss von Nico Wilden. Einen Heber von Tobias Berzborn parierte er ebenfalls. Nach einer Stunde war aber auch der gute FC-Schlussmann machtlos. Nach einer Freistoßentscheidung lamentierten die Roetgener Spieler noch mit dem Schiedsrichter, während die Eicherscheider den Freistoß schnell ausführten und durch einen platzierten Schuss von Tobias Berzborn zur Führung kamen.

Die Roetgener lockerten nach dem Rückstand ihre Defensive, wodurch es bis zum Abpfiff genug Torraumszenen gab. Im Nachhinein ist es müßig darüber zu diskutieren, ob die 79. Minute im Kreispokalendspiel spielentscheidend war. Germania-Abwehrspieler Marco Kraß setzte nach einer Standardsituation einen Kopfball aus kurzer Distanz übers Roetgener Gehäuse. Im Gegenzug fehlte der Innenverteidiger in der Abwehr, darüber freute sich FC-Angreifer Manuel Krebs, der nach einem Konter zum Ausgleich vollstreckte.

Bis zum Abpfiff blieb das auf hohem Niveau stehende Pokalendspiel zwischen dem A-Ligisten und dem Bezirksligisten spannend. Am Ende bekamen die Zuschauer 120 Minuten beste Fußballkost geboten. Da es für den FC Roetgen nach 102 Jahren Vereinsgeschichte der erste Kreispokalsieg war, hatte man beim A-Ligisten keine Probleme von dem Pokal- in den Feiermodus umzuschalten. Dass ein A-Ligist den Pott geholt hat, ist auf den ersten Blick sicher eine Überraschung, wird jedoch verständlich, wenn man die Ambitionen der Schwarz-Roten betrachtet, die unbedingt höher hinaus wollen.

Im kleinen Finale hatte zuvor der SV Eilendorf mit 2:0 gegen den TSV Donnerberg gewonnen, damit sind auch die Eilendorfer für die FVM-Runde qualifiziert.

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