FC 13 will Flüchtlinge über den Sport intergrieren

Von: ag
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Sie wollen Flüchtlinge in das Vereins- und Dorfleben integrieren: Dafür haben Norbert Feder (Sportlicher Leiter FC Roetgen, Stephan Speitkamp (Sponsor) und Friedrich Keßel (Vereinsvorsitzender) Gespräche mit dem Flüchtlingsrat geführt und ein dynamisches Konzept entwickelt. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Der FC Roetgen will künftig eine Vorreiterrolle bei der Integration der Flüchtlinge übernehmen und sich entsprechend aufstellen. In mehreren Gesprächen mit dem Roetgener Flüchtlingsrat wurde ein Konzept entwickelt, das jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Stephan Speitkamp hatte als Sponsor sein Engagement für das Jahr 2016 mit der Integration von Flüchtlingen verknüpft. „Was ist dafür prädestinierter als ein Verein wie der FC 13“, sagt Speitkamp. Auf dem Platz sei eine „ganz andere Situation“ gegeben, so könnten Flüchtlinge jeden Alters aktiv eingebunden werden.

Dazu habe man ein dynamisches Konzept entwickelt, erklärt der Sportliche Leiter, Norbert Feder. Man wolle Erkenntnisse sammeln und die nächsten Schritte auf den gemachten Erfahrungen aufbauen. Die Frage sei gewesen, wie man die Menschen erreichen könne. Bei fußballbegeisterten Kindern sei das nicht schwierig, aber auch Erwachsene sollten in das Leben in der Gemeinde eingebunden werden. „Die Familien sollen auch erleben, wie ein normaler Tag auf dem Dorf aussieht“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Friedrich Keßel.

Wichtig sei, die Flüchtlinge mit den Einheimischen zusammenzubringen. „Wenn wir es geschickt machen, kann es eine Win-Win-Situation für die Flüchtlinge, die Bürger und den Verein sein“, sagt Speitkamp. Vielleicht könne der ein oder andere zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit für den Verein motiviert werden. Vielleicht könne die Integration im sportlichen Bereich auch ein erster Schritt auf dem Weg der beruflichen Integration sein, wenn sich die Menschen gegenseitig kennenlernen würden.

Zurzeit sind knapp 20 Jugendliche, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, im Verein aktiv, einige auch in den Seniorenmannschaften. „Die Jungs sind heiß auf Fußballspielen. Die kommen von allein. Die Sprache ist dabei kein Problem“, sagt Feder. Problematisch seien eher die Regularien der Verbände, die es oft schwierig machen würden, eine Spiellizenz für die Flüchtlinge zu erhalten. Deshalb fordere man, die Regularien lockerer zu handhaben oder auszusetzen. „Man muss Lösungen schaffen, die weiterhelfen und nicht auf Prinzipien verweisen“, sagt Feder.

Ihr Vorhaben wollen die Verantwortlichen behutsam angehen. Diese Anregung habe man aus den Gesprächen mit dem Flüchtlingsrat mitgenommen. „Man muss Sensibilität an den Tag legen, sonst kann Integration nicht gelingen“, sagt Feder. Zunächst sei man mit falschen Vorstellungen an die Sache herangegangen, sagt Speitkamp. „Wir wollten die Flüchtlinge einfach mal zum Essen einladen und gucken, was passiert.“ Der Flüchtlingsrat habe aber erklärt, dass dies der falsche Weg sei. Wichtig sei es, die Menschen durch Aktionen einzubinden nach dem Motto „Integration durch Aktion“.

Für den 24. April, wenn die 1. Mannschaft des Vereins um 15 Uhr gegen Kornelimünster spielt, werden die Flüchtlinge erstmals eingeladen werden. „Der Eintritt zu dem Spiel ist dann für alle kostenlos, nicht nur für Flüchtlinge. Es sollen ja möglichst viele Menschen kommen“, sagt Speitkamp.

Der Kontakt werde ausschließlich über den Flüchtlingsrat hergestellt und ein mehrsprachiges Flugblatt verteilt. Die Verantwortlichen rechnen damit 40 bis 50 der rund 190 in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge begrüßen zu können. Sie sollen vor dem Anpfiff des Spiels um 15 Uhr empfangen und begrüßt werden. Für die Kinder wird es eine Hüpfburg geben, Torwandschießen ein Fußballparcours und andere Spiele und sportliche Aktivitäten werden dann angeboten. Eine Cafeteria sorgt für kostenlose Verpflegung sorgen.

Nach dem Spiel ist eine Trainingseinheit mit Flüchtlingen geplant, „damit auch die Eltern sehen, was passiert“. Anschließend steht noch ein Spiel von Vater-Sohn-Mannschaften auf dem Programm. „Darüber wollen wir ins Gesprächs kommen“, sagt Feder.

Nach diesem Aktionstag wollen die beim FC 13 Verantwortlichen erneut das Gespräch mit dem Flüchtlingsrat suchen, um zu reflektieren und das weitere Vorgehen zu reflektieren. „Wir wollen den Austausch weiterführen und entscheiden, was man als nächstes tut. Schlecht wäre es, wenn es bei einer einmaligen Veranstaltung bliebe. Deshalb haben wir uns für ein dynamisches Konzept entschieden“, sagt Feder.

Damit wolle man auch ein Zeichen setzen und andere motivieren, ähnliches zu tun. „Hier müssen alle Vereine mitziehen und eigene Überlegungen einbringen“, sagt Speitkamp.

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