Faule Tomate soll raus aus dem Restmüll

Von: hes
Letzte Aktualisierung:
biobild
48 Prozent des Restmülls machen trotz Einführung der Biotonne in vielen Gemeinden die Bioabfälle aus, obwohl sie bei getrennter Sammlung sogar noch zur Energiegewinnung genutzt werden könnten. Deshalb steigt nun auch die Stadt Monschau in eine getrennte Erfassung dieser Haus- und Gartenabfälle ein. Foto: Imago/Stock

Monschau. Auch in der Stadt Monschau soll es künftig eine getrennte Erfassung und Entsorgung von Bioabfällen geben. Was per Gesetz vorgegeben und in den Nachbargemeinden schon länger mit der Einführung einer Biotonne umgesetzt ist, hat die Stadt Monschau bislang mit Verweis auf den hohen Anteil von Eigenkompostierern und die wöchentliche Grünabfall-Bringsammlung erfolgreich vom Gebührenzahler fernhalten können.

Der Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) aber ließ nicht locker und hat sich nun mit der Stadt auf einen Kompromiss verständigt, dem jetzt auch der Monschauer Umweltausschuss zustimmte.

Danach wird im Laufe des Jahres zunächst testweise und ab 1. Januar 2011 dauerhaft der Bioabfall getrennt gesammelt. Das geschieht aber nicht durch die Einführung einer Biotonne, sondern durch Einrichtung einer wöchentlichen zentralen Bringsammlung.

Dazu werden für die Stadtteile Monschau (Altstadt), Höfen, Kalterherberg, Mützenich, Imgenbroich/Konzen und Rohren künftig jeweils zwei Container zentral aufgestellt - getrennt für Bioabfälle und gemischten Grün- und Heckenschnitt.

Dort können die Bürger dann unter Aufsicht des Sozialwerks Eifeler Christen wöchentlich und an einem festen Wochentag in der Zeit von 15 bis 19 Uhr ihre Bio- und Grünabälle abgeben.

Da in den Wintermonaten naturgemäß kein Rasen- und Heckenschnitt anfällt und angeliefert wird, soll der „Bio-Container” vom 1. November bis 31. März nur 14-täglich aufgestellt und entsorgt werden.

Die Bürger können ihre Bioabfälle in Säcken oder Behältnissen anliefern, die aber am Containerstandort umgeschüttet werden müssen. Eine Mindestabgabe ist nicht vorgesehen.

„Ein erster Schritt”

Im Umweltausschuss sprach Waltraud Haake (CDU) von einem „ersten Schritt in die richtige Richtung”, den man ruhig auch schon etwas eher tun könne. Die Verwaltung hatte den 1. Oktober 2010 als Start für die Testphase angeregt - auf Anregung aller Fraktionen soll die Stadt aber schon am 1. August in die Bioabfallsammlung einsteigen, sofern dies logistisch möglich ist.

Waltraud Haake begrüßte den ausgehandelten Kompromiss, warnte aber vor allzu großer Euphorie: „Wir sollten damit rechnen, dass die Veränderung sich nachteilig auf die Gebühren auswirkt”, so Haake.

Deshalb sei mittelfristig, auch da lagen alle Fraktionen im Umweltausschuss auf einer Linie, eine Kompostierungsanlage für die Nordeifel (ehemals Südkreis) anzustreben.

166 Euro je Tonne kostet an der Müllverbrennungsanlage in Weisweiler die Entsorgung von Restmüll, 98 Euro/Tonne die Entsorgung von Bioabfall, wobei ein Großteil auf die hohen Transportkosten infolge der weiten Wege zurückzuführen ist, wie Kurt Victor (FDP) unterstrich und an den FDP-Antrag auf Einrichtung einer Kompostieranlage in der Eifel erinnerte.

Auch Gregor Mathar (SPD) bat die Verwaltung, bei der ZEW darauf zu drängen, einen Betreiber für die Kompostieranlage zu finden. „Wir haben diesbezüglich positive Signale von ZEW und AWA”, gab Bürgermeisterin Margareta Ritter zu verstehen.

So oder so können die Monschauer Bürger schon mal für die Trennung der neuen Abfallfraktion üben - denn bislang wandert der meiste Bioabfall in Haushalten, die nicht im eigenen Garten kompostieren, in die Restmülltonne. Was genau zum Biomüll gehört, kann man der „Bioabfallverordnung” entnehmen - oder einfach bei Bekannten in der Nachbargemeinde nachfragen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert