Fastenzeit: „Es gibt unbegrenzte Möglichkeiten des Verzichts”

Von: Andreas Gabbert
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Nordeifel. Mit dem Feiern ist jetzt Schluß. Auch die letzten Jecken sind spätestens am Mittwoch verstummt. Mit dem Aschermittwoch hat nun die Fastenzeit begonnen, und in den den Dörfern der Eifel wird es wieder ruhiger.

Doch die Fastenzeit hat selbst für Karnevalisten ihren Reiz. Während die Geistlichen die tiefere Bedeutung der Fastenzeit für das Osterfest herausstellen, nutzen die Jecken sie meist zur Regeneration.

Der Vorsitzende der KG Biebesse aus Höfen, Jochen David, ist froh, zur Ruhe zu kommen. „Es tut gut, nach den anstrengenden sechs Wochen wieder runter zu kommen”, sagt David. Jetzt will er „richtig fasten - keinen Alkohol trinken, weniger essen und einfach ruhiger sein”.

Nach den langen und harten Wochen will auch Marc Topp, Präsident der Klev Botze aus Rollesbroich, in der Fastenzeit weitgehend auf Alkohol verzichten.

„Es tut ganz gut, etwas Abstand zu nehmen und sich sportlich aktiv zu betätigen”, erklärt Topp. In der Fastenzeit geht der Präsident auch wieder laufen.

Für den katholischen Pfarrer Karl-Heinz Stoffels aus Imgenbroich steht hingegen etwas ganz anderes im Vordergrund. Mit Blick auf Ostern will er diese 40-Tage nutzen, „um mit Gott neu in Verbindung zu kommen”.

Für ihn dient die Fastenzeit als Vorbereitung auf das höchste Fest der Christen überhaupt. Dabei will sich Stoffels bemühen, mehr auf das Fernsehen zu verzichten und weniger Auto zu fahren.

Auch für den evangelischen Pfarrer Volker Böhm aus Lammersdorf steht die Vorbereitung auf das Osterfest im Mittelpunkt. Im christlichen Kontext gebe es vor allem großen Festen eine Buß- und Fastenzeit.

Im Gegensatz zur Advendtszeit sei die österliche Fastenzeit aber noch klarer im Bewußtsein der Menschen verankert. Buße, Reinigung und Umkehr seien für alle Menschen von Bedeutung, in jeder Religion gebe es Fastenzeiten, erläutert Böhm.

Alkohol, Schokolade und andere Süßigkeiten gibt es während der nächsten Wochen im Hause Böhm nicht. „Es geht darum, sich bewusst zu machen, dass man auf Dinge verzichten aber trotzdem glücklich leben kann”, so Böhm.

Die Art zu fasten sei aber bei jedem unterschiedlich. „Es gibt unbegrenzte Möglichkeiten des Verzichts.” Das Freimachen von Dingen ermögliche neue Blickwinkel und neue spirituelle Erfahrungen mit Gott.
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