Simmerath - Fast-Kahlschlag am alten Sportplatz

Fast-Kahlschlag am alten Sportplatz

Von: Heiner Schepp
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Die Motorsäge kreiste diese Woche rund um den alten Simmerather Sportplatz, wo ein Großteil des reichlichen Baumbestandes für das neue Baugebiet weichen musste. Wann die Gebäude (im Hintergrund Schwimm- und Turnhalle sowie die alte Heimstätte der Hansa-Fußballer) abegrissen werden, steht noch nicht Foto: Heiner Schepp
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Der Sportplatz in Simmerath ist Geschichte, mit den Rodungsarbeiten hat die Umsetzung des Bebauungsplanes begonnen. Oben im Bild zu erkennen ist ein Teil des Baumbestandes, der von der Fällung verschont blieb. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. „Da stirbt gerade ein Stück Simmerath, das grüne Herz unseres Dorfes.“ Erwin Finken, der rührige Vorsitzende des Simmerather Ortskartells, berichtete der Lokalredaktion traurig von seinen Beobachtungen rund um den alten Simmerather Sportplatz, wo seit dieser Woche die vorbereitenden Arbeiten für das neue Simmerather Baugebiet laufen.

„Da wird alles umgelegt, was hier über Jahrzehnte gewachsen ist“, beschrieb er in drastischen Worten die Rodungsarbeiten rund um den Hansa-Sportplatz sowie die Schwimm- und Turnhalle.

Natürlich wusste auch Erwin Finken, dass es sich dabei um den Beginn einer Maßnahme handelt, die seit Monaten oder gar Jahren im politischen Raum diskutiert und erst im Oktober demokratisch und einstimmig beschlossen wurde.

Das Fällen eines Baumbestandes in diesem Umfang sei natürlich eine weniger schöne Begleiterscheinung der Umsetzung eines solchen Bebauungsplanes, zeigte Sonja Larscheid, Sprecherin der Gemeinde Simmerath, gewisses Verständnis für die Trauer der Bürger, die sich bei der Verwaltung gemeldet hatten.

Von einem leichtfertigen Umgang mit der Natur könne aber keine Rede sein: „Für die Baufenster und Straßen, das Regenrückhaltebecken oder auch den Spielplatz im Plangebiet müssen nun mal Freiräume geschaffen werden. Es wurde aber intensiv geprüft, welche Bäume stehen bleiben können und welche nicht“, versicherte Larscheid: „Da wurde um jeden Baum gekämpft.“

Einige Bäume blieben stehen

Nach Abschluss der Fällarbeiten stellt sich dies so dar, dass rings um den ehemaligen Sportplatz und das künftige Baugebiet etwa alle zehn Meter ein Baum erhalten wurde; der große Rest und auch sämtliches Buschwerk fielen unter dem Knattern der Motorsägen. Immerhin wird die stolze Holzernte einer geregelten Verwendung zugeführt, denn die Firma Hilden aus Stolberg, die die Rodung ausführt, betreibt auch das Heizkraftwerk in Simmerath und wird zumindest das Astwerk in Energie umwandeln, vermutet Sonja Larscheid.

Für das weitere Vorgehen liegt derzeit noch kein Zeitplan vor, auch für den Abriss der Gebäude – Turn- und Schwimmhalle sowie die Holzbauten am Sportplatz – gibt es ebenso wenig einen Termin wie für den Beginn der eigentlichen Erschließungsarbeiten im neuen Gebiet.

Festgeschrieben im Bebauungsplan ist aber, und das mag all jene trösten, die um die Sportplatz-Bäume trauern, dass die künftigen Eigentümer ihre Baugrundstücke mit ortstypischem Gehölz einfrieden und so für ein natürliches Erscheinungsbild an der Lohmühlenstraße sorgen.

Mit der Planung beauftragt hat die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Simmerath das Büro Raumplan aus Aachen.

Das neue Wohngebiet soll Platz für rund 50 Wohneinheiten bieten, die mit einer Ring­erschließung und Zufahrten von der Sportplatz- bzw. Lohmühlenstraße aus erreichbar sein werden. Zur Lohmühlenstraße hin soll in zwei Reihen eine zweigeschossige und dichtere Bebauung erlaubt sein, ansonsten ist nur eingeschossige Bauweise zugelassen.

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