Fast 90 Vogelarten waren da: Brutzeit in der ist Eifel vorbei

Von: Günter Krings
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Im Garten zu sehen: Der Stieglitz fühlt sich in den Eifeldörfern zu Hause. Der Name umschreibt den charakteristischen Ruf, der oft auch im Flug zu hören ist. Foto: Günter Krings
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Dass der Uhu sich in den Wäldern der Nordeifel wieder sehen lässt, ist für Naturfreunde eine kleine Sensation. Foto: stock/blickwinkel

Nordeifel. Die Brutzeit für die Vögel ist zu Ende und so kann jetzt resümiert werden, wie viele und welche Vogelarten denn nun in diesem Jahr in unserer Region gebrütet haben. Es könnten fast 90 verschiedene Vogelarten hier gebrütet haben. Auf eine genaue Anzahl kann man sich nicht festlegen.

Denn bei den seltenen Arten müsste man eigentlich die Horste oder Nester finden, aber aus Schutzgründen lässt man das lieber sein.

Greifvögel gehören zu den auffälligsten Vogelarten. Häufigster aus dieser Vogelfamilie ist der Mäusebussard, gefolgt vom Turmfalken. Aufgeholt hat in den letzten Jahren der Rotmilan, der wohl mittlerweile circa zehn Horste in der Nordeifel hat.

Weitaus seltener und meist nur im Bereich der Talsperren zu finden ist der Schwarzmilan, der wahrscheinlich mit am Höchstem in einem Horst in der Region gebrütet hat. Weitere Horste dürften im Kermeter vorhanden sein.

Sehr selten ist auch der Baumfalke, der wie der seltene Wespenbussard Zugvogel ist und erst im Mai bei uns von seinem Afrikatrip zurückkommt. Er dürfte im Bereich des Forsthauses Dedenborn, im Wahlerscheid und im Gebiet der Perlbachtalsperre gebrütet haben. Auch Sperber und Habicht haben in den Eifelwäldern gebrütet.

Sie sind zwar eine eigene Vogelgruppe, aber Greifvögel sind sie auch, nämlich Käuze und Eulen. In allen großen Waldgebieten ist der Waldkauz anzutreffen und während der Balzzeit gegen Ende des Winters sind seine Rufe weit zu hören. Eine Sensation für Ornithologen war der Uhu in Dedenborn, wo er im Winter und im frühen Frühjahr gerufen hat und im gesamten August fast jeden Abend auf den Dächern im Bereich der Waldstraße in Dedenborn zu beobachten war. Gebrütet hat er sicherlich noch nicht, aber allein die Anwesenheit dieser großen Eule war schon bemerkenswert.

Waldohreulen dürften mit wenigen Brutpaaren auch in unserer Region vertreten gewesen sein. Den Raufußkauz hat in diesem Jahr anscheinend niemand in unserer Region gefunden.

Bemerkenswert ist auch die Brut eines Teichhuhnpaares in Binseninseln auf dem Obersee oberhalb von Pleushütte. Vier Jungvögel wurden groß gezogen. Im Bereich des Obersees brüteten ebenfalls erfolgreich das Blässhuhn, der Höckerschwan, Kanadagänse, Nilgänse und Stockenten. Feldvögel waren einst, als noch Kleinbetriebe in der Landwirtschaft üblich waren, häufig, doch infolge der industriellen Landnutzung wird diesen einst häufigen Vogelarten der Garaus gemacht.

Das Rebhuhn ist schon seit Jahrzehnten verschwunden, Feldlerchen gibt es nur noch vereinzelt, und Feldsperlinge dürften auch bald völlig aus dem Artenspektrum unserer Heimat verschwunden sein. Auch von den Braunkehlchen dürften nur eine Handvoll Paare gebrütet haben. Die Vögel unserer Wälder sind nicht in ihren Beständen bedroht, sie brüten weiterhin sehr erfolgreich. Auch der scheue Schwarzstorch dürfte am Rande unserer Region einen Horst haben, denn er wurde während der Brutsaison hin und wieder beobachtet.

Die Vögel in den Siedlungen sind unterschiedlich zu bewerten: Rauchschwalben, die einst in fast jedem Stall brüteten, sind zu Ausnahmevögeln in unseren Dörfern geworden. Lediglich die Aussiedlerhöfe bieten noch Brutmöglichkeiten. Mehlschwalben brüten an den Außenfassaden unserer Häuser und sind an einigen Stellen noch stark vertreten. Je nach Bepflanzung in den Siedlungen sind Amseln, Singdrosseln, Buchfinken, Rotkehlchen, Grünfinken und diverse Meisenarten recht häufig vertreten.

Ein Vogel der Heckengebiete hat erfreulicherweise relativ häufig gebrütet, nämlich der Neuntöter. Goldammern sind seltener geworden, ebenso Bluthänflinge. Ein Vogel, der zwar während der gesamten Brutsaison anwesend war und beobachtet wurde, ist der Kolkrabe, von dem aber bisher jeglicher konkreter Brutnachweis fehlt.

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