Simmerath - Fast 90 Flüchtlinge sind im BGZ Simmerath angekommen

Fast 90 Flüchtlinge sind im BGZ Simmerath angekommen

Von: P. St.
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In einem Wohntrakt des BGZ-Internatsgebäudes in Simmerath sind seit Montag 88 Flüchtlinge untergebracht. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Vor knapp sechs Wochen stellte die Handwerkskammer Aachen in einer Phase, als die Städteregion Aachen im Zuge der Amtshilfe rund 500 Flüchtlinge kurzfristig unterbringen musste, auch einen Wohntrakt des Berufsbildungs- und Ausbildungsförderungszentrum (BGZ) in Simmerath als Erstaufnahmeeinrichtung zur Verfügung.

Aber es dauerte bis Mitte November, ehe das Angebot jetzt genutzt wurde. Seit Montag befinden sich laut Auskunft der Städteregion 88 Flüchtlinge in einem separaten Wohntrakt des BGZ-Internates.

In Kooperation mit der Gemeinde Simmerath war die BGZ-Lösung kurzfristig angeboten worden. Unterdessen geht der Ausbildungsbetrieb im Qualifizierungszentrum der Handwerkskammer seinen normalen Gang. In der Regel befinden sich regelmäßig rund 200 Lehrgangsteilnehmer im BGZ.

Das jetzt bereitgestellte Internatsgebäude ist eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes und wurde zunächst für ein halbes Jahr angemietet. Insgesamt verfügt das BGZ über 270 Internatsplätze in drei Wohnblöcken, deren Kapazität aber derzeit nicht ausgelastet ist. Von der temporären Belegung durch die Flüchtlinge wird der Lehrgangsbetrieb nicht beeinträchtigt. So werden in der nächsten Woche planmäßig 200 Lehrgangsteilnehmer in Simmerath erwartet.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informierte jetzt auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses über die neue Situation. „Mit vereinten Kräften“ sei es gelungen, diese Erstaufnahmeeinrichtung im BGZ zur Verfügung zu stellen. Gegenüber einer Belegung von Turn- und Sporthallen mit Flüchtlingen sei das BGZ die bessere Lösung.

Angesichts der aktuellen Ereignisse legte Hermanns Wert auf die Feststellung, dass laut Auskunft der Polizei Aachen mit Blick auf die Terroranschläge keine Erkenntnisse darüber vorliegen würden, dass von den in der Städteregion Aachen untergebrachten Flüchtlingen eine konkrete Gefährdung ausgehe. „Das muss man streng voneinander trennen.“

Die 88 neuen Flüchtlinge im BGZ werden von der Organisation ZOF betreut. Das DRK, dessen Kreisverband ebenfalls im BGZ-Trakt untergebracht ist, wollte die Betreuung wegen personeller Engpässe und dem Engagement in anderen Notunterkünften nicht übernehmen und hatte um Entlastung gebeten.

Als „leicht entspannt“ bezeichnet Detlef Funken, Sprecher der Städteregion, die aktuelle Flüchtlingssituation in der Städteregion. Keineswegs gelöst seien aber die logistischen Probleme bei der Registrierung. Derzeit seien 2000 Personen in Notunterkünften in der Städteregion untergebracht.

In Monschau und Simmerath sind aktuell 607 Personen in Notunterkünften unterbracht, davon 85 in Höfen (Funk), 400 in Monschau auf der Haag, 122 in Einruhr im Hotel Sonnenhof und 88 im BGZ Simmerath. Hinzu kommen die den Kommunen fest zugewiesenen Flüchtlinge: 140 in Simmerath, 146 in Monschau und 138 in Roetgen. Zusammengerechnet sind das aktuell 1119 Flüchtlinge, was einem Bevölkerungsanteil von 3,2 Prozent entspricht.

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