Farbenfroh und auf leisen Reifen: Simmerath testet E-Auto

Von: P. St.
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Startbereit mit voller Ladung: Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns übernimmt für einige Monate für den umweltfreundlichen Einsatz der Verwaltungsmitarbeiter ein Elektroauto zu Testzwecken von Stawag-Mitarbeiterin Corinna Bürgerhausen. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Mit dem Einsatz von Elektroautos hat man in der Gemeinde bereits eine Reihe von Erfahrungen gesammelt. Im Rahmen des Leader-Projektes wurde dem beim Dorfwettbewerb hoch dekorierten Ort Eicherscheid im Jahr 2014 für acht Monate eine E-Auto zur Verfügung gestellt, und auch die Verwaltung erhielt vor zwei Jahren von ihrem damaligen Stromanbieter testweise ein E-Auto.

Die Erfahrungen waren unterschiedlich: In Eicherscheid fand das Dorfauto erst nach Startschwierigkeiten Anklang bei der Bevölkerung, und bei den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung war das Urteil zweigeteilt. Zunächst lief das E-Mobil problemlos, doch dann folgte ein kalter Februar mit zweistelligen Minustemperaturen. Der harte Eifelwinter zwang das E-Auto in die Knie; der Akku war platt.

Bis Ende des des Jahres

Die Gefahr, dass dieses Schicksal dem nächsten E-Auto widerfährt, das der Gemeindeverwaltung Simmerath seit Anfang der Woche zur Verfügung gestellt wurde, ist gering, weil der vom neuen Stromanbieter Stawag leihweise bereit gestellte Kleinwagen im Oktober schon wieder abgeholt werden soll.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns aber schien bei Fahrzeugübergabe am Rathaus daran interessiert zu sein, das Fahrzeug nicht nur unter Schönwetterbedingungen zu testen, weshalb das E-Auto zumindest bis Dezember im Gemeindegebiet seine Runden drehen soll.

So werden die Mitarbeiter der Verwaltung also künftig farbenfroh, umweltfreundlich und auf leisen Reifen daherkommen, denn dem orange-farbenen Flitzer dürfte es nicht an öffentlicher Aufmerksamkeit fehlen. Neben dem Auto stellte der Aachener Energie-Dienstleister auch noch eine Wandladestation an der Rückseite des Rathauses zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Verwaltung sollen das Fahrzeug nun möglichst intensiv nutzen, und dabei auch mit guten Beispiel vorangehen, wobei Karl-Heinz Hermanns einräumte, dass der Durchbruch bei der Elektromobilität wohl nur dann gelingen könne, wenn der Bund eine ordentliche Subventionierung in Aussicht stelle.

Der jetzt zur Verfügung gestellte Smart ED würde auf dem freien Markt rund 19.000 Euro kosten und damit ein Drittel über dem Preis beim vergleichbaren herkömmlichen Modell liegen.

Bei der Nutzung von erneuerbaren Energien hat die Gemeinde Simmerath bereits Vorbildcharakter, werden doch 70 Prozent des Gesamt-Stromverbrauchs im Gemeindegebiet aus regenerativen Energien gewonnen, ein Anteil, der sich bei Umsetzung des Windparks Lammersdorfer Wald noch erhöhen werde.

Reichweite beträgt 120 Kilometer

Die Technik der E-Autos entwickelt sich ständig weiter, auch wenn die Reichweite mit einer vollen Ladung Strom nur bei 120 Kilometern liegt. Dafür aber hat sich die Ladezeit deutlich verringert. Je nach Ladestation reichen 45 bis 60 Minuten, damit das E-Auto wieder mit voller Kraft fahren kann. An der Haushalts-Steckdose muss man allerdings sechs bis sieben Stunden einkalkulieren.

Bis Ende des Jahres gibt es zudem kostenlosen Strom für alle E-Autos, vorausgesetzt man ist im Besitz einer Ladekarte. Die Stawag arbeitet derzeit 60 Netzpartnern zusammen, so dass das Netz der Ladestationen immer dichter wird. Im Gebiet der Städteregion Aachen sind derzeit 25 Stationen in Betrieb, zum großen Teil mit mehreren Ladepunkten.

Aus Sicht der Stawag „ist Elektromobilität schon längst bei unseren Kunden angekommen“, findet Corinna Bürgerhausen, die Leiterin des Privatkundenbetriebs. Grüner Strom ist in der Eifel an den Ladestationen verfügbar. Neben den Pedelec-Stationen in Rurberg und Einruhr wurde kürzlich auch eine Pedelec-Station für Pedelecs in Woffelsbach in Betrieb genommen. E-Autos können in Einruhr, an der Betriebsstätte der Stawag in den Bremen 21, in Simmerath und an einer weiteren Ladestation auf dem Rathausplatz aufgeladen werden.

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