Nordeifel - Familien-Netzwerk: „Eifelfam“ stellt sich neuen Herausforderungen

Familien-Netzwerk: „Eifelfam“ stellt sich neuen Herausforderungen

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
11090601.jpg
Der Vorstand des Eifeler Netzwerks für Familien, genannt „Eifelfam“, bei der Arbeit: v.l.: Christopher Ellis, Andreas Giebler, Marianne Arndt, Frauke Masloh und Jo Cremers. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Eine junge Mutter aus der Eifel hat einen Hilferuf gestartet. Sie sucht jemanden, der sie vorübergehend bei der Betreuung ihrer ein und drei Jahre alten Kinder unterstützt. Besonders die einjährige Tochter braucht eine Bezugsperson.

Aufgrund eines stationären Aufenthaltes ihres an Autismus erkrankten Sohnes (Pflegestufe III) kann sich die Mutter derzeit nicht in ausreichendem Maße um ihre Tochter kümmern. Solche oder ähnliche Anliegen erreichen den Verein „Eifelfam“ regelmäßig. „Eifelfam“ ist das Eifeler Netzwerk für Familien e. V. mit Sitz in Eicherscheid.

„Mehr Chancen von Anfang“ umschreibt der Förderverein seine Kurs- und Hilfsangebote für Familien im Monschauer Land. Seit dem Jahr 2010 hat der Verein bereits auf vielfältige Weise konkrete Hilfe geleistet.

„Unser Verein wurde mit dem Ziel gegründet, Kinder aus sozial benachteiligten Familien im Altkreis Monschau zu unterstützen, bevor sie schulisch in Schwierigkeiten geraten. Die inzwischen gesammelten Erfahrungen zeigten uns aber, dass ein deutlich breiteres Angebot nötig und sinnvoll ist“, sagt Andreas Giebler aus Eicherscheid, der Vorsitzende des Vereins.

Der Vorsitzende hofft, dass sich noch möglichst viele Gleichgesinnte der Idee anschließen und den Verein aktiv oder passiv unterstützen. Für ihn selbst ist die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein auch eine Arbeit, die mit viel Emotionen verbunden ist. „Ob der Auslöser zu helfen die immer noch bestehende Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen ist, oder die Ohnmacht, als Einzelner daran kaum etwas ändern zu können oder ob es der Wunsch war, etwas vom eigenen Glück zurück zu geben“, kann er so konkret nicht definieren. „Es wird wohl eher die Summe diverser Erkenntnisse und Erfahrungen gewesen sein, die mich für Eifelfam ehrenamtlich tätig werden ließ“.

Eifelfam hat sich zum Ziel gesetzt, junge Familien mit Kindern im ersten Lebensjahr rund um das Thema Baby zu informieren, Infos und Hilfen rund um die Kinderbetreuung anzubieten und bei der Entlastung in schwierigen Zeiten zu helfen. Auch finanzielle Hilfen zur Unterstützung benachteiligter Familien kann „Eifelfam“ leisten.

Daher werben Andreas Giebler und die Vorstandsmitglieder um Spenden, Mitgliedschaften und konkrete Unterstützung, z. B. bei der gelegentlichen Betreuung von Kindern, der Übernahme von Fahrdiensten oder der Übernahme einer Patenschaft.

Der Vorsitzende, der zuvor bereits Bestrebungen unternommen hatte, ein soziales Netzwerk zu gründen, aber dabei nicht das gewünschte Ziel erreichte, blieb aber dem Gedanken verbunden, eine soziale Einrichtung zur Unterstützung von Familien in der Eifel zu etablieren, woraus dann „Eifelfam“ entstand.

Kurz nach der Neugründung 2011 war es eine Initialzündung, die Andreas Giebler darin bestärkte, wichtig die Arbeit des Vereins ist. Eine junge alleinerziehende Mutter suchte Unterstützung für sich und ihr autistisch veranlagtes Kind. Dank eines glücklichen Zufalls konnte Mutter und Kind über eine schwere Zeit hinweg geholfen werden und inzwischen kommt das Kind in der Schule gut voran. Nachdem in zwei weiteren Fällen vom Verein ähnliche Hilfe vermittelt werden konnte, „wusste ich, dass dieser Verein in der Eifel gebraucht wird“, so der Vorsitzende.

Seit seiner Gründung wuchs der Verein auf nunmehr fast 70 Mitglieder an. Die ehrenamtlichen Aktivitäten erstrecken sich inzwischen nicht nur auf gelegentliche Kinderbetreuung, Fahrdienste oder Nachhilfen; inzwischen können auch Kosten für therapeutisches Reiten übernommen werden. Auch wurde es ermöglicht, preiswerten Klavierunterricht zu vermitteln.

Über 1000 Euro an Spenden flossen zwar bisher in die Vereinskasse, aber mit diesem Geld und den Mitgliedsbeiträgen bleibt der Aktionsradius dennoch eingeschränkt. „Wir sind nun an einem Wendepunkt angelangt, an dem es ohne fremde Hilfe nicht weiter geht“, appelliert Giebler an Gleichgesinnte und Unterstützer, die Einrichtung „Eifelfam“ breiter aufzustellen. So möchte man beispielsweise den Verein in mehrere Sparten gliedern mit dem Ziel, sich so auf verschiedenen Ebenen zu ergänzen und gegenseitig zu helfen, sei es bei praktischen Hilfestellungen oder staatlichen Förderprogrammen.

Andreas Giebler: „Dem Verein anschließen kann sich jeder, auch wer nicht direkt helfen kann, denn viel wichtiger sind die Menschen, die mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Verbindungen, die das sehr wichtige Netzwerk des Vereins bilden.

Kontaktaufnahme ist möglich unter: www.eifelfam.de

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert