Familie pflegt das Ehrenschuldkreuz bereits in der vierten Generation

Von: peo
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Am Wegesrand von Eicherscheid aus kommend, zwischen der Abfahrt Richtung Grünental und dem Ortseingang von Hammer, ist das Kreuz zu finden. Foto: Peter Offermann

Hammer. Selbst eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg, welche die damals noch junge Tanne hinter dem Kreuz traf und teilte, konnte dem 100-jährigen Relikt nichts anhaben. Doch im Laufe der Zeit hat es trotz der jahrzehntelangen Pflege und Instandhaltung durch Regina Koll, die sich bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 um das Kreuz gekümmert hatte, Tribut zollen müssen.

Das ursprüngliche, originale Kreuz aus dem Ersten Weltkrieg war nicht mehr zu retten. Und so entschlossen sich ihr Großneffe Marco Gillessen und seine Frau Kerstin, es durch einen gleich alten, noch in gutem Restaurationszustand befindlichen Scheunenfund ersetzen zu lassen.

Dafür nahmen sie Kontakt zum Eicherscheider Dorfrestaurator Gustav Schröder auf, der sich von dem wunderschönen und erhaltenswerten Schnitz- und Drechselwerk mehr als begeistert zeigte. Er nahm das Kreuz gerne entgegen und machte sich in mühevoller, aufwendiger Kleinarbeit daran, dem Objekt sein jetziges Aussehen zu geben.

Jetzt steht an dem alten Platz wieder ein Kreuz, wetterfest und durch einen neuen Anstrich der Witterung trotzend. „Zur Geschichte des Kreuzes ist nicht viel bekannt. Nur, dass es sich um eine Ehrenschuld aus dem Ersten Weltkrieg handeln soll. Als Dank für die zurückgekehrten, unversehrten Soldaten. So hat es mir meine Großtante immer erklärt. Bevor sie sich der Instandhaltung annahm, wurde es vermutlich von ihrer Mutter gehegt und gepflegt. Und nach dem Tod meiner Großtante hat es dann meine Mutter übernommen. Da war das alte Kreuz aber schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Also haben wir uns entschlossen, die Tradition fortzuführen und es durch einen Scheunenfund, welcher in deutlich besserem Zustand war, zu ersetzen“, sagt Marco Gillessen.

Auch der Platz wurde durch die Gillessens wieder schön hergerichtet. Ein paar Freischneidearbeiten hier, Verschönerung der Umgebung und neue Bepflanzung dort und das Kreuz konnte nach der Restauration wieder seinen angestammten Platz vor der wuchtigen Tanne einnehmen.

Positive Rückmeldungen erhielten die Gillessens aber nicht nur von Freunden und Familie, sondern auch von der Bevölkerung des kleinen Eifelortes, die sich über das Kreuz, das sich rechts am Wegesrand von Eicherscheid aus kommend, zwischen der Abfahrt Richtung Grünental und dem Ortseingang von Hammer, befindet, sehr erfreut zeigten. Und so wird die Tradition der Pflege und Instandhaltung des 100 Jahre alten Ehrenschuldkreuzes nun bereits in der vierten Generation fortgeführt – als symbolischer Dank für diejenigen, die die den Ersten Weltkrieg überlebt haben.

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