Kalterherberg - Familiäre Atmosphäre bei Wohnzimmerkonzert

Familiäre Atmosphäre bei Wohnzimmerkonzert

Von: ho
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Gunter Gabriel zum Anfassen. Der Country- und Schlagersänger gab am Samstagabend in Kalterherberg ein exklusives Wohnzimmerkonzert und begeisterte seine Fans. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Kalterherberg. Er kam weder mit einem 30-Tonner-Diesel, noch fuhr er zu seinem Auftritt vor einer Konzerthalle vor. Am Samstagabend lautete die Konzertadresse von Country- und Schlagersänger Gunter Gabriel (72): Engelgasse 11 in Kalterherberg.

Dort gab der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Günter Caspellherr heißt und der in den 1970er-Jahren mit seinen an Johnny Cash angelehnten Liedern einen neuen Musikstil in Deutschland populär machte und Dauergast in der ZDF-Hitparade war, bei Walter Mertens ein sogenanntes Wohnzimmerkonzert.

Die rund 30 anwesenden Country- und Gabriel-Fans kamen bei dieser exklusiven Veranstaltung im erweiterten „Familienkreis“ voll auf ihre Kosten und zeigten sich begeistert darüber, dass die Stimme des Sängers offensichtlich nichts von ihrem rauchigen Charme verloren hat.

„Richtig Kohle gemacht“

Rund eine Stunde spielte Gabriel im Kalterherberger Wohnzimmer auf und erzählte zwischendurch aus seinem bewegten Künstler- und Familienleben, das von Höhen und Tiefen geprägt war. Mit seinem ersten Song, dem eingangs erwähnten 30-Tonner Diesel („Er ist ein echter Kerl“), der selbstverständlich auch im Wohnzimmer von Walter Mertens aufbrummte, begann seine Karriere.

Ein weiterer großer Hit für Gabriel war „Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld“ - natürlich auch in Kalterherberg zu hören. Hierzu merkte Gabriel an: „Damit habe ich damals richtig Kohle gemacht“. Daneben schrieb er weiter zahlreiche Hits für andere Künstler, etwa für Juliane Werding, Frank Zander, Wencke Myhre, Peter Alexander, Tom Astor und die Zillertaler Schürzenjäger.

Keinen Hehl machte Gabriel auch am Samstagabend aus den Tiefpunkten seines Lebens. In den 1980er Jahren kam der erste Absturz, sprich der wirtschaftliche Ruin. Seine Ehen scheiterten, es folgten Alkoholprobleme und die Erfolge blieben aus. 10 Jahre tourte er mit dem Wohnmobil durch Deutschland.

Mit Stolz berichtete er seinem Eifeler Publikum von seiner Begegnung mit der Country-Ikone Johnny Cash. 2003 nahm er im Studio von Cash in Tennessee auf dessen Bitte ein Album mit Cash-Liedern auf Deutsch auf. Da spielte man auf Wunsch aus dem Publikum gerne „A boy named Sue“ in der deutschen Version.

Zur Freude der anwesenden Fans demonstrierte Gabriele dann aus dem Handgelenk, dass er auch heute noch das Lied „Am Brunnen vor dem Tore“ aus Schuberts Winterreise in seiner eigenen Cash-Version drauf hat. Zwischendurch gab es eine gradlinige Konversation mit den Gästen: „Du siehst großartig aus. Schade, dass du keine Frau bist“. Dadurch wurde die Stimmung noch mehr aufgelockert. Da durfte am Ende selbstverständlich auch nicht „Komm‘ unter meine Decke“ fehlen. Nach dem gut einstündigen Wohnzimmerkonzert setzten sich Künstler und Gäste zum gemeinsamen Essen und intensiven Meinungsaustausch noch zusammen.

Wie von Walter Mertens und Herbert Prümmer zu erfahren war, sollte das Konzert ursprünglich im größeren Rahmen in der Vereinshalle stattfinden. Da hieraus jedoch nichts wurde, habe man Gunter Gabriel für die Vorstellung in kleinerem Rahmen gewinnen können.

Zu späterer Stunde griff Gunter Gabriel an diesem Abend dann übrigens noch einmal in die Saiten seiner Gitarre. Im Hotel-Hirsch, wo der Sänger übernachtete, plauderte er gelöst mit anderen Gästen und ließ nochmals seinen 30-Tonner-Diesel durch Kalterherberg rollen.

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