Nordeifel - Fair-Play-Wettbewerb: Das macht sich bezahlt

Fair-Play-Wettbewerb: Das macht sich bezahlt

Von: Heiner Schepp
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Bezirksligist Germania Eicherscheid (blau-weiße Trikots) spielte in der abgelaufenen Saison nicht nur erfolgreichen, sondern auch ausgesprochen fairen Fußball. Dies hat der Fußballverband Mittelrhein nun mit einem Geldpreis honoriert. Foto: H. Schepp
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Auch die Frauen des TV Konzen (in Schwarz-Gelb) spielten als Landesliga-Neuling ausgesprochen fair und kamen auf Rang fünf des Wettbewerbs. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Eine faire Spielweise über die gesamte vergangene Fußball-Saison hat sich jetzt für den Bezirksligisten Germania Eicherscheid und die Fußballfrauen des TV Konzen buchstäblich ausgezahlt. Da die Landesligaaufsteiger im Fair-Play-Wettbewerb des Fußballverbandes Mittelrhein am Ende auf dem vierten Rang unter allen FVM-Teams ab Bezirksliga aufwärts landeten, erhalten sie eine Prämie von 500 Euro für die Mannschaftskasse.

Immerhin noch 250 Euro dürfen die Konzener Damen, die auf dem 5. Platz unter 63 Frauenmannschaften landeten, für ihre Fairness einstreichen.

Jede Woche spielen rund 200.000 Spielerinnen und Spieler Fußball in allen Altersklassen des Fußball-Verbandes Mittelrhein. Perfekte Rahmenbedingungen für all diese Kicker zu schaffen, ist eine der vielen Aufgaben des siebtgrößten Landesverbandes im DFB.

Doch darüber hinaus möchte der FVM seinen Mitgliedern auch ideelle Werte vermitteln. „Ein faires und tolerantes Miteinander auf und neben dem Fußballplatz ist mehr denn je die Grundvoraussetzung dafür, dass alle Beteiligten – Spieler, Schiedsrichter, Zuschauer und ehrenamtlich Aktive – lange Spaß an ihrem Hobby haben“, erklärt FVM-Präsident Alfred Vianden.

Fair-Play-Pokal spornt an

Daher hat der Fußball-Verband Mittelrhein verschiedene Aktionen und Aktivitäten ins Leben gerufen, die allen Akteuren immer wieder die wichtige Bedeutung von Fairness vor Augen führen. Vor allem der Fair-Play-Wettbewerb, bei dem die fairsten Senioren- und Junioren-Mannschaften einer Saison mit attraktiven Preisen belohnt werden, hat sich als fester Bestandteil im FVM-Spielbetrieb etabliert.

„Viele Mannschaften haben den Fair-Play-Pokal wirklich verinnerlicht und schauen nun eben nicht mehr nur auf ihr Spielergebnis, sondern auch darauf, wie sie es erzielen“, bilanziert der im FVM für Fair Play zuständige Vizepräsident Hans-Christian Olpen. „Da hat sich ein Wandel vollzogen, der uns sehr freut und der zeigt, dass unser Konzept, faires Spiel zu belohnen, aufgeht.“

Wenn faires Verhalten zudem so lukrativ belohnt wird wie im Fair-Play-Pokal, der vom Wettanbieter Oddset finanziell unterstützt wird, ist der Anreiz natürlich noch einmal größer. „Wir haben immer wieder auf die Wertung (die der FVM viermal jährlich veröffentlicht) geschielt und uns dann im Frühjahr gesagt: Jetzt sind wir schon so weit, jetzt wollen wir auch gewinnen“, hört man von vielen Vereinsvertretern.

Dass sich zudem sportlicher Erfolg und Fairness nicht ausschließen, sondern offensichtlich vielmehr zusammenhängen, ist eine weitere positive Erkenntnis aus dem Fair-Play-Wettbewerb. „Die Mannschaften, die in der Meisterschaft oben mitspielen, setzen sich nicht mit unfairen Mitteln durch, sondern überzeugen durch guten Fußball“, weiß Olpen.

Faires Verhalten messbar machen

Um faires Verhalten für alle Mannschaften mess- und damit vergleichbar zu machen, gibt es eine so genannte Wertung mit Maluspunkten, die zum Beispiel für gelb-rote und rote Karten (bzw. Zeitstrafen im Juniorenbereich), seit 2012/13 auch für gelbe Karten, Sperren oder Strafen nach Spruchkammerverhandlungen vergeben und für eine gesamte Saison aufaddiert werden.

Im Einzelnen werden Vergehen wie folgt gewertet: Gelb-rote Karte (Zeitstrafe Junioren) 2 Punkte, Rote Karte 3 Punkte je Woche/Spieltag, Sperre durch Rechtsorgan 3 Punkte je Woche/Spieltag, Nichtantreten 20 Punkte, Spielabbruch 30 Punkte, Ordnungsgelder/Geldstrafen 2 Punkte je 25 Euro, Verweise mit OG 2 Punkte je 25 Euro, Innenraumverweise Trainer, Betreuer etc. 6 Punkte, Verweise ohne OG 2 Punkte und Verwarnung (gelbe Karte) 0,2 Punkte.

Am Wettbewerb beteiligt sind alle Herren- und Frauenmannschaften der Spielklassen auf Verbandsebene (Mittelrheinliga, Landesliga, Bezirksliga) sowie alle A- und B-Juniorenmannschaften, die auf Verbandsebene spielen (Verbandsliga, Bezirksliga). Zusätzlich werden die fairsten C-Juniorenmannschaften (Bezirksliga) mit einem Sonderpreis geehrt.

Die Staffelleiter führen wie bisher die Fair-Play-Tabelle und melden die Zwischenstände bzw. den Endstand zur Veröffentlichung in der Verbandsveröffentlichung „AM online“ bzw. auf den FVM-Internetseiten. Ausgewertet werden die Spielberichte und Spruchkammerentscheidungen der Meisterschaftsspiele sowie der Pokalspiele auf FVM-Ebene.

Bei den Herrenmannschaften konnte der Vorjahressieger, Bezirksligist SV Schlebusch (Kreis Köln) mit 9,2 Maluspunkten in 30 Spielen und dem Quotienten von 0,307 seinen Titel verteidigen und ist wiederum das fairste Team aller Verbandsstaffelmannschaften. Noch dazu durfte das Team die Meisterschaft und den Landesligaaufstieg feiern. Die Plätze zwei bis zehn liegen nach Maluspunkte so dicht zusammen, dass es am Ende der Spielzeit richtig spannend wurde und die gelben Karten über die weiteren Platzierungen entschieden.

Und so kam Germania Eicherscheid hinter Gewinner SV Schleebusch, dem Bedburger BV (Bezirksliga Rhein-Erft/30 Spiele, 16,2 Punkte, Quotient 0,540, 2. Platz) und dem Heinsberger Bezirksliga-Klassenkameraden Union Schafhausen (33 Spiele, 17,8 Punkte, Quotient 0,539, 3. Platz) auf einen tollen 4. Platz, der mit 500 Euro dotiert ist.

Der Eifeler Vizemeister der Bezirksliga 4 und Landesligaaufsteiger kam in 32 Spielen auf 18,6 Punkte und einen Quotienten von 0,581. Die unterschiedliche Anzahl der Spiele resultiert aus den ausgetragenen Pokalspielen der einzelnen Vereine, die ebenfalls in der Wertung zu finden sind, den unterschiedlichen Staffelstärken in den Bezirksligen und nicht zuletzt durch Mannschaftszurückziehungen.

Liga-Wertung

In der separaten Wertung ihrer einzelnen Ligen kamen der SV Rott auf Platz zehn unter 14 Teams der Landesliga 2, Absteiger TuS Schmidt wurde Vierter von 15 Mannschaften in der Bezirksliga 3, und in der Wertung der Bezirksliga 4 kam Germania Eicherscheid sogar auf einen starken 2. Platz hinter Schafhausen.

Mit gerade einmal 0,2 Maluspunkten in 20 Spielen wurden die Frauen vom SV Bergfried Leverkusen Siegerinnen im FVM-Fair-Play-Pokal der Frauen. Auf Rang zwei und drei landeten mit jeweils 0,4 Maluspunkten in 18 Spielen der SV Eintracht Hohkeppel und die Frauen von Südwest Köln.

Fairstes Team im Kreis Aachen

Hinter dem Vierten SC Stetternich (0,8/23) kamen die Frauen des TV Konzen (0,8/21) auf einen tollen fünften Gesamtrang und waren dabei das fairste Team in der Frauen-Landesliga 2 und auch die fairste Frauenmannschaft aus dem Fußballkreis Aachen. Nur die Frauen aus Hörn konnten da auf Platz elf einigermaßen mithalten, während die lokalen Kontrahenten Kornelimünster, Bergrath, BC Kohlscheid, Dürwiß und Alemannia Aachen II auf hinteren Plätzen zwischen Platz 38 und 56 landeten.

Weniger faire Teams gab es auch bei den Herren: „Die Zahl der Mannschaften mit bereits über 100 und mehr Maluspunkten ist gegenüber dem Vorjahr leider wieder auf acht gestiegen“, berichtet der FVM, wo man nun nach vorne blickt. Rolf Thiel vom Verbands-Spielausschuss des FVM: „Freuen wir uns auf die Spielzeit 2016/17, wenn es wieder heißt: Fair ist mehr!“

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