Fahrt zur Schule endet im Krankenhaus

Von: Andreas Gabbert
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Ungeplanter Aufenthalt im Krankenhaus: Bei einem Schulbusunfall wurde Simon Karbig aus Einruhr der rechte Arm gebrochen. Mehrere andere Schüler wurden ebenfalls verletzt. Foto: A. Gabbert

Nordeifel. Mehrere Schüler sind am Montag bei einem Busunfall schwer verletzt worden. Dabei hatte der Busfahrer gar keine Chance, den Unfall zu bemerken. Auch der Polizei wurde der Unfall erst am Nachmittag von einer Mutter zweier beteiligter Schülerinnen gemeldet. Demnach hatte der Busfahrer stark gebremst, so dass einige Jugendliche im Bus gestürzt seien.

Simon Karbig aus Einruhr hat die Situation schmerzvoll miterlebt. Der 16-Jährige hat sich dabei den Arm gebrochen, Elle und Speiche sind durch, dafür hat er jetzt fünf Drähte im Arm. In Simmerath musste er in den Bus nach Monschau umsteigen. „Der Bus war schon sehr voll, deshalb bin ich mit einem Freund vorne eingestiegen und habe mich dort noch reingequetscht. Da standen massenweise Leute“, erinnert sich der junge Mann, der die 9. Klasse der Hauptschule in Monschau besucht. Das ging solange gut, bis der Busfahrer in Imgenbroich plötzlich bremsen musste.

„Ich hab versucht mich an einer Stange festzuhalten, da aber keiner auf die Bremsung vorbereitet war, sind die Leute nach vorne geflogen. Mein Freund ist dann auf meinen Arm geprallt“, erzählt Simon. Vor lauter Schmerzen wurde ihm kurz schwarz vor Augen, einen Moment lang wusste er auch nicht mehr, wo er war. Dann war ihm aber schnell klar, dass sein Arm gebrochen ist.

Mitschüler machten ihm den Vorschlag, doch an der Bushaltestelle in den Serpentinen auszusteigen und seine Mutter anzurufen. „Ich bin aber lieber weiter zur Schule gefahren und dann mit meinem Freund gleich ins Sekretariat gegangen. Wenig später hat mich dann auch schon der Rettungswagen abgeholt“, sagt Simon. Auf den Gedanken, dem Busfahrer Bescheid zu sagen, war er gar nicht gekommen. Die anderen Schüler, die bei dem Unfall verletzt wurden, hätten gar nicht die Gelegenheit dazu gehabt, berichtet Simon. „Die hätten sich erst von hinten durchdrängeln müssen, das wäre unmöglich gewesen.“

Neben Simon wurden nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei drei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren verletzt. Eine 15-Jährige wurde ebenfalls stationär im Simmerather Krankenhaus aufgenommen.

Dort wurde Simon bei seiner Ankunft sofort geröntgt und noch am Mittag operiert. Am Dienstag wurde er wieder entlassen und machte sich mit seiner Mutter gleich auf dem Weg zur Polizeiwache, um das Geschehen aus seiner Sicht zu Protokoll zu geben. Sicherheitshalber will sich die Familie auch von einem Rechtsanwalt beraten lassen. „Man weiß ja nicht, was das noch alles nach sich zieht“, sagt Renee Karbig.

Die Stadt Monschau als Schulträger bedauert den „erneuten Zwischenfall“. „Der sichere Schulweg für Schulkinder ist für uns von zentraler Bedeutung. Auch wenn ein abrupter Bremsvorgang im Straßenverkehr erforderlich gewesen sein könnte, sehen wir es als Fürsorgeverantwortung jedes einzelnen Busfahrers und im Busbetrieb eingesetzten Unternehmens an, anzuhalten und sich zu erkundigen, ob es zu Verletzungen gekommen sein könnte“, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter.

Lieber wäre Renee Karbig, wenn die Schulbusse nicht so überfüllt wären. „Dann passiert nicht so schnell etwas und wenn doch, dann wird es wenigstens auch gleich bemerkt“, sagt sie.

Die weiteren Ermittlungen der Polizei zum Unfallhergang dauern derzeit an. Die Stadt Monschau will auch diesem Busunfall kritisch nachgehen und bittet die betroffenen Eltern verletzter Kinder, der zuständigen Polizeistelle notwendige Hinweise zu geben.

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