Fahrradtour mit dem Eifelverein Lammersdorf: Vier Tage Rhön

Von: bl
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Nicht nur unterirdisch ein Erlebnis. Die diesjährige Frühjahrsradtour des Lammersdorfer Eifelvereins führte auf hessischen Bahnradwegen durch die abwechslungsreiche Landschaft der Rhön. Foto: Bernd Läufer

Lammersdorf. Er ist fremdgegangen. Es bot sich einfach an. Er hat es genossen. Er bereut nichts. Sie wird nie etwas davon erfahren. Die Rede ist vom Lammersdorfer Eifelverein, der vier Tage lang über verschiedene ehemalige Bahntrassen mit dem Fahrrad in der Rhön unterwegs war, obwohl die RAVEL-Route direkt durch den Heimatort führt.

Insgesamt waren 275 Kilometer auf der von Elisabeth Läufer ausgearbeiteten und geführten Tour zu bewältigen – mit Tagesetappen zwischen 63 und 74 Kilometer. Die sanft hügelige Landschaft, die es zu durchradeln galt, bot jede Menge Abwechslung. Freiflächen mit herrlichen Fernsichten auf den Höhen, romantische Bachtäler, Wiesen und Äcker, hin und wieder unterbrochen von kurzen Waldpassagen.

Nur am ersten Tag, der über den Vulkanradweg und den Südbahnradweg von Herbstein nach Steinau an der Straße führte, mussten sich die sieben Radler aus Lammersdorf mit einem Schild „Rhönblick“ begnügen. Der Dauerregen hatte einen trüben Schleier über die Welt gelegt. An den anderen Tagen wurden sie dafür mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen reichlich entschädigt.

Die zweite Etappe führte zunächst an der Kinzig entlang nach Fulda. Trotz der ausgiebigen Besichtigung des Doms mit dem Grab des heiligen Bonifatius und der karolingischen Michaelskirche blieb noch genügend Zeit für Kaffee und Kuchen. Auf dem letzten Stück bis Hilders-Eckweisbach bescherte die Rhönbahntrasse den unterirdischen Höhepunkt der gesamten Strecke.

Der Milseburgtunnel ist mit 1127 Metern der längste Radtunnel Deutschlands. Wer hier allerdings zwischen dem 31. Oktober und dem 15. April hindurchradeln will, landet vor verschlossenen Eisentoren. Dann gehört die künstliche Höhle allein den Fledermäusen.

Samstags ermöglichten Ulstertal- und Solztalradweg einen kurzen Abstecher nach Thüringen, vorbei an Relikten der innerdeutschen Grenze. Nach einem Zwischenstopp im Schlosscafé von Philippsthal ging es mit der weiß im Sonnenlicht glänzenden Abraumhalde des Kalibergwerks von Röhrigshof als Landmarke auf das Tagesziel Bad Hersfeld mit seiner imposanten romanischen Stiftsruine zu.

Der letzte Teil der Tour zurück nach Herbstein verlief über den Fulda- und den Vulkanradweg. Unterwegs drängten sich die romantischen Städtchen Schlitz und Lauterbach mit ihren imposanten Fachwerkhäusern für eine Rast geradezu auf. Die Besichtigung des Schlossturms von Schlitz, der zur Adventszeit zur größten Kerze der Welt umfunktioniert wird, bescherte einen beeindruckenden Rundumblick auf die Mittelgebirgswelt im Osten Hessens.

Obwohl Ortsnamen wie Niederbiber, Langenbiber und Biberstein es nahelegen, bekamen die Radler aus Lammersdorf den Nager nicht zu Gesicht. Dafür erlebten sie neben zwei Rehen, die auf einer Wiese neben dem Radweg ästen, zahlreiche Weißstörche, Rotmilane und sogar einen Schwarzstorch, der zwischen Waldrand und Radweg dahinzog.

Dass die Größe der Gruppe in diesem Jahr überschaubar blieb, lag vor allem an diversen Terminschwierigkeiten der potenziellen Mitradler. Einer, der ansonsten zur Stammmannschaft zählt, ist derzeit auf Reise von Istanbul nach Deutschland – mit dem Fahrrad natürlich.

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