FuPa Freisteller Logo

Fällarbeiten im Münsterwald könnten Fettdonnerstag beginnen

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
14056359.jpg
Nicht nur Fichtenwald, sondern auch weite Laubwaldbestände sind laut Rainer Ständer (vorne) und Herbert Klinkenberg betroffen, wenn ab Donnerstag im Münsterwald gefällt werden sollte.

Roetgen/Aachen. Immer noch herrscht Ruhe im weitläufigen Münsterwald, der die Nordeifel vom Aachener Süden trennt. Es ist wohl die Ruhe vor dem Sturm, womit jedoch nicht die für diese Tage angekündigten Sturmtiefs Rolf, Stefan oder Thomas gemeint sind. Allerdings könnte zumindest Letzterer diese Woche noch eine tragende Rolle im vorerst letzten Vorhang des Mehrakters im Münsterwald bekommen.

„Nach uns vorliegenden Informationen aus sehr sicherer Quelle wird am Donnerstag mit den Fällarbeiten im Münsterwald begonnen“, wie Herbert Klinkenberg am Dienstagmorgen erfahren hat. Allerdings werde dies „nur geschehen, wenn der Wind nicht zu stark ist für Fällarbeiten“, so der erklärte Gegner von Windkraftanlagen im Wald.

Klinkenberg hatte gemeinsam mit Rainer Ständer aus Rott, ebenfalls Mitglied der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), bereits am Freitag auf die unmittelbar bevorstehende Fällung von zehn Hektar Wald hingewiesen und dabei den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp an sein 2014 geäußertes Versprechen erinnert, erst „bei absoluter Rechtssicherheit“ mit der Rodung zu beginnen.

Ab dem 1. März gilt die Schonfrist für Bäume, die im Bundesnaturschutzgesetz in Paragraf 39 geregelt ist. Dann dürfen Bäume mit Rücksicht auf die Brutzeit der Vögel nur noch mit rechtssicherer Genehmigung gefällt werden (s. auch Box).

Deshalb waren die Windparkgegner davon ausgegangen, dass am Montagmorgen die Sägen im Münsterwald knattern würden, weil ja selbst dann nur noch acht Arbeitstage inklusive der rheinischen Feiertage Fettdonnerstag, Rosenmontag und Veilchendienstag sowie Nelkensamstag für das Umlegen von 100.000 Quadratmetern geblieben wären.

Nachdem die Waldläufer, die den Naturschützern als Informanten dienen, auch am Dienstagmorgen keine auffälligen Handlungen im Münsterwald beobachtet hatten, erfuhr Herbert Klinkenberg gegen Mittag „aus zuverlässigen Kreisen der Politik, dass am Donnerstagmorgen mit der Fällung begonnen werden soll“. Dabei handele es sich um das gleiche Unternehmen, das auch die Rodungsarbeiten für den Windpark im Lammersdorfer Wald übernommen habe.

Noch einmal hat Herbert Klinkenberg am Dienstag mit eindringlichen Worten davor gewarnt, „einen Schritt zu machen, der nicht wieder gutzumachen ist“.

Dabei hat der gelernte Kaufmann aus Aachen, bei dem nach eigenem Bekunden einzig der Schutz des Erholungsraumes Wald die Antriebsfeder für sein Engagement ist, einen Fall aufgetan, der dem des Münsterwaldes verblüffend ähnlich ist: Im Jahr 2014 hatte ebenfalls die Firma Juwi, die auch im Münsterwald aktiv werden will, knapp zehn Hektar Wald bei Fischelbach, einem südlichen Ortsteil der Stadt Bad Laasphe im Kreis Siegen-Wittgenstein, umgelegt.

Es wurde alles vorbereitet für sieben Anlagen des Typs Vestas V112 (auch das ist deckungsgleich mit Roetgen), und es wurde teilweise bereits die schwere Bewehrung für die 196 Meter hohen Masten eingebaut. Dann aber entsprach das Verwaltungsgericht Arnsberg einem LNU-Antrag auf Baustopp „wegen erheblicher Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ und wegen einer fehlenden Änderung des Landschaftsplanes. „Die liegt auch im Falle Münsterwald noch nicht vor“, sagt Klinkenberg und ist zuversichtlicher denn je, das Projekt doch noch stoppen zu können.

„In Fischelbach liegt der Wald seither am Boden und die Baustelle brach – wie ein Mahnmal gegen voreiliges Abholzen. Vor genau diesem Fehler möchte ich die Stadt Aachen bewahren“, appelliert Herbert Klinkenberg an den OB, die geplante Aktion abzublasen oder zumindest aufzuschieben. Sollte Aachens erster Bürger auf den Appell eingehen, dann stören auch in den kommenden Tagen nur Rolf, Stefan und Thomas die Ruhe im Münsterwald. 

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert