Events mit Flüchtlingen: Auf Langschoß der Welt begegnen

Von: ys
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Beim Begegnungs- und Sommerfest auf der Flüchtlingsunterkunft Langschoß in Lammersdorf verbrachten junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern ein paar schöne Stunden. Foto: Yvonne Schneider

Lammersdorf. „Wir wollen die Flüchtlinge mit den Menschen aus Deutschland in Kontakt bringen, denn nur so gelingt Integration“, sagte die 17-jährige Lisa Gerdes aus Bergstein.

Lisa und weitere 15 Jugendliche, die zum größten Teil die Stufe Q1 des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack besuchen, aber auch junge Leute von anderen Schulen organisierten deshalb jetzt wieder das Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft Langschoß in Lammersdorf.

Vom Schulseelsorger initiiert

„Eine Welt begegnet“, heißt das Projekt, welches seit circa drei Jahren unter der Leitung des Schulseelsorgers des Franziskus-Gymnasiums, Pater Chi Thien veranstaltet wird. Im Rahmen des freiwilligen Projekts veranstalten die Schülerinnen und Schüler alle zwei Monate verschiedene Events wie Karnevals- und Weihnachtsfeiern, Maiherzen basteln, Weckmänner backen an St. Martin oder Filmabende, welche den Flüchtlingen ihren Aufenthalt verschönern und zur Integration beitragen sollen. Neben den veranstalteten Events besuchen die Schüler die Flüchtlingsunterkunft einmal wöchentlich, unterhalten sich mit den hier lebenden jungen Menschen, spielen und unterstützen das Deutschlernen.

Der 21-jährige Benjamin Kambu Sansah aus Ghana lebt seit Januar in der Flüchtlingsunterkunft in Lammersdorf. „Anfangs war es sehr schwer, sich in der Unterkunft in Lammersdorf wohl zu fühlen“, sagt er, „aber die Zeit mit den Schülern des FGV machte uns glücklich.“

Stets zwischen 20 und 30 Flüchtlinge sind zurzeit in der Unterkunft in Langschoß untergebracht. Bei den meisten handelt es sich um junge Männer im Alter von 18 bis 30. „Bei dem Sommerfest geht es vor allem um Spaß“, erklärt Lisa. Neben dem üppigen Grillbuffet, welches auf dem Hof aufgebaut war, wurde eine Hüpfburg der Caritas zur Verfügung gestellt, auf der sich die Kinder und Jugendlichen austoben konnten. Auch weitere sportliche Aktivitäten wie Badminton spielen oder Balancieren auf einer Slackline wurden angeboten

Gegen 12 Uhr mittags ging es los. Viele ehrenamtliche Helfer, die Schüler des Franziskusgymnasiums, die in Langschoß wohnhaften Flüchtlinge und weitere Gäste versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein und fröhlicher Musik auf dem Hof der Flüchtlingsunterkunft.

Auch „Ehemalige“ kamen

Auch Flüchtlingsfamilien, die in der Gemeinde Simmerath wohnen und bei ihrer Ankunft in Deutschland ebenfalls in Langschoß untergebracht waren, kamen und brachten selbst gekochte Speisen mit. Sie wurden von Pater Chi Thien und weiteren Helfern abgeholt und später wieder nach Hause gebracht, denn es ist sehr schwierig, die im Wald liegende Flüchtlingsunterkunft mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Lage der Flüchtlingsunterkunft ist laut Lisa Gerdes, der 16-jährigen Melina Völl aus Kesternich und der ebenfalls 16-jährigen Chiara Kreischer aus Rurberg, die ebenfalls an dem Projekt teilnehmen, sehr problematisch.

Die Flüchtlinge seien dadurch abgeschottet und hätten nicht die Gelegenheit, mit den in der Nordeifel lebenden Menschen in Kontakt zu kommen. Dies sei auch der Hauptbeweggrund gewesen, das Fest zu veranstalten, erklären die Mädchen, die sich bereits über ein Jahr ehrenamtlich im Rahmen des Projekts engagieren. Die Vorbereitungen für das Fest dauerten laut Melina Völl nicht lange, da man sich schnell über das Programm einig war. Bei Facebook und mit Plakaten warben die Schüler für das Fest, um möglichst viele Gäste zu gewinnen.

Nachdem das Buffet eröffnet war, sorgte die Band „New Confession“, bestehend aus einigen Schülern des Franziskus-Gymnasiums, mit einigen Liedern und die Trommlergruppe „Blocos“ aus Aachen, in der Pater Chi Thien selbst aktiv ist, mit brasilianischen Rythmen, für gute Unterhaltung.

Gegen 18 Uhr – mittlerweile hatte es zu regnen begonnen – endete das Fest und es gab eine „After Show Party“, bei der noch weiter gefeiert und getanzt werden konnte.

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