Es stinkt gewaltig: Güllegeruch penetriert Anwohner

Von: ale
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So sollte es nicht sein: Masse
So sollte es nicht sein: Massenweise wurde Gülle auf Grünland bei Kommerscheidt aufgebracht. Viele Anwohner klagen seit Tagen über penetrante Geruchsbelästigung. Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. „Man kann das schöne Wetter nicht genießen. Es vergeht einem die Lust auf einen Spaziergang. Wo man geht und steht, begleitet einen der ekelhafte Gestank,” schimpft ein Bürger aus Schmidt.

Es stinkt noch immer im Schmidter Ortsteil Kommerscheidt; der kräftige Güllegeruch, über den sich Anwohner in der vorigen Woche beschwert hatten, wird noch eine Weile in der Luft bleiben. Aber es gibt einen kleinen Trost: Vom 15. November an darf laut Gülleverordnung keine Gülle mehr auf Grünland aufgebracht werden.

Bis nahe an die Häuser

Ralf Beuel ist Landwirt, sein Hof steht zwischen Schmidt und Strauch am „Gerstenhof”. Auch er bringt im Herbst Gülle auf die von ihm gepachteten Flächen. Doch er legt Wert darauf, dass er nicht der Verursacher des unerträglichen Gestanks im Ortsteil Kommerscheidt ist. „Zu mir sind Leute gekommen, die mich vorwurfsvoll fragten, ob ich denn dieses Zeug auf die Wiesen gebracht habe”, berichtet er. Hat er nicht. Aber er konnte in der vorigen Woche große Tanklastwagen mit holländischen Kennzeichen beobachten, die mit Gülle in Richtung Kommerscheidt fuhren. Und er vermutet, dass die „die schwarze Pampe” auf die Wiesen gekippt haben.

Es fällt auf, dass diese Gülle sehr dickflüssig ist, zäh und klumpig. Die Wiesen sind fast schwarz, der dicke Brei dringt nicht ins Erdreich ein; entsprechend intensiv ist die Geruchsbelästigung verbunden.

Die dunkle stinkende Brühe wurde auf mehreren Wiesen bis nah an die Häuser aufgebracht. Ralf Beuel weiß, dass etliche Wiesen rund um Kommerscheidt an Landwirte aus Aachen und Stolberg verpachtet sind. Diese merkten nichts von dem Gestank und ließen es unter Umständen zu, dass sogar aus Holland Gülle hierher transportiert werde. „Die niederländischen Landwirte wissen nicht, wohin mit dem Zeug; sie betreiben eine sehr intensive Viehwirtschaft”, weiß der Landwirt. Und er weist darauf hin, dass Gülle nun mal einen hohen Nährstoffwert für die Wiesen hat; den Wert einer Tonne Gülle beziffert er auf fünf bis sechs Euro.

„Es müsste Gesetze geben, den Gülle-Tourismus zu unterbinden. Diejenigen, die diesen unerträglichen Gestank verursachen, wohnen nicht hier”, ärgert sich ein anderer Anwohner.

Ab 15. November ist Schluss

Bei der Landwirtschaftskammer Rheinland, Kreisstelle Düren, ist zu erfahren, dass es nicht verboten ist, unterschiedliche Güllearten zu mischen. Es könnte sich also bei der dickflüssigen Masse um eine Mischung handeln; auch Substrat aus einer Biogasanlage sei nicht von so dünnflüssiger Konsistenz wie normale Gülle. Die Düngeverordnung besage, so Willi Schumacher von der Landwirtschaftskammer, dass zwischen dem 15. November und dem 31. Januar keine Gülle auf Wiesenland aufgebracht werden dürfe. Es bestehe allerdings die Möglichkeit, diese Frist auf Antrag zu verschieben, sie betrage aber in jedem Fall zweieinhalb Monate.

Vorerst aber gibt es kein Entkommen aus dem Gestank für die Kommerscheidter, zumal das anhaltend trockene Wetter die Situation nicht gerade begünstigt. Die geplagten Bürger werden wohl noch einige Tage die Fenster geschlossen halten.
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