Es ist nicht immer leicht, hochbegabt zu sein

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Mützenich. Hochbegabt zu sein wird in der Gesellschaft häufig als Luxusproblem gesehen. Aber wenn lernstarke Kinder nicht gefördert werden, kann das schwerwiegende Folgen haben.

Mädchen neigen zu psychosomatischen Erkrankungen oder zu Depressionen. Jungs hingegen können aggressiv werden oder werden aufgrund der Unterforderung im Unterricht zum Zappelphilipp.

Lernschwache werden in den Schulen gefördert. Das ist wichtig und richtig. Aber die Lernstarken - das sind etwa ein bis zwei Prozent der Kinder - geraten oftmals in den Hintergrund. In der Schule hören sie oft Sätze wie „Halt Dich zurück” oder „Lass auch mal die anderen Kinder dran”.

Kinder richtig fördern

Die Klassenkameraden nennen sie „Streber” oder „Besserwisser”. Intellektuell sind die hochbegabte Kinder ihren Klassenkameraden ein bis drei Jahre voraus, aber körperlich stehen sie auf einer Stufe. Keine leichte Situation, wenn sie merken: „Ich ticke anders als meine Klassenkameraden.”

Eine systematische schulische wie außerschulische Förderung hochbegabter Kinder gibt es nicht. „Aber nur wenn die Kinder richtig gefördert werden, können sie später zu Leistungsträgern in der Gesellschaft werden”, betont Prof. Claudia Mayer.

Die Unterforderung frustriert die Kinder, im Unterricht langweilen sie sich, nicht selten werden die Noten schlecht. In Mützenich gibt es seit zwei Jahren den Verein „Smarties - Lernen für Pfiffige”, der sich für begabte Kinder stark macht.

In den Smarties-Kursen können sie Kinder treffen, die ähnlich ticken und ähnliche Erlebnisse haben. Alle zwei Wochen kommen die Kids zu einem der Kurse nach Mützenich. Derzeit bietet der Verein fünf unterschiedliche Kurse an.

Querdenker, Kunstlexikon, Naturwissenschaftlicher Kurs für Grundschulkinder, Kommunikationskurs und neu einen PC Kurs, wo Kinder auch den kritischen Umgang mit Medien erlernen.

Sogar aus Aachen, Würselen und Schleiden kommen Kinder zu den Smarties, da es dort vor Ort keine entsprechenden Angebote gibt. „Die Eltern nehmen lange Fahrtzeiten in Kauf, weil sie merken, dass das ihren Kindern gut tut”, betont Vereinsvorsitzende Mayer.

Die Kinder würden selbstbewusster und ausgeglichener. Ziel des Vereins ist es auch, Lehrer zu sensibilisieren und sie zu animieren, auch die Belange der lernstarken Kinder im Unterricht zu beachten.

Jetzt feierten die Smarties gemeinsam ihr Herbstfest in den umgestalteten Räumen in der Mützenicher Grundschule. Und natürlich gab es beim Herbstfest auch kniffelige Knobeleien zu lösen: Aus kleinen Hölzern soll eine stabile Brücke gebaut werden.

Alexander hat auch gleich eine Idee, aber mehr als eine Kastanie kann die Brücke nicht tragen. Auch Nikolai und Malina haben interessante Lösungsansätze, aber damit ein Windlicht auf der Brücke stehen kann, muss dann doch Dozent Heino Winkhoff nachhelfen.

IQ-Test

Übrigens: Hochbegabte gibt es in allen Familien und in allen Bevölkerungsschichten. Wer an den Kursen teilnehmen möchte, muss nachweislich hochbegabt sein, das wird in einem IQ-Test überprüft.
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