Monschau - Erziehungsanstalt trotzt Kulturkampf und Krieg

Erziehungsanstalt trotzt Kulturkampf und Krieg

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1931 im Herbst wurde das erstandene Jansen´sche Anwesen auf dem Burgau, bebaut mit Kloster, Internat und Schule, durch den aus Monschau stammenden Bischof Dr. Georg Josef Vogt feierlich eingeweiht. Das Schulgebäude (re.) wurde später abgerissen und dient heute als Busparkplatz am Burgau.

Monschau. „300 Jahre (r)eine Mädchensache” sind die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen oder besser gesagt zur 300. Wiederkehr des Gründungstages der Monschauer Mädchenrealschule überschrieben. Grund genug, einen Blick auf den langen Lebensweg der Schule zu werfen.

Die ersten 267 Jahre ihrer Historie stand die Schule unter Leitung des Ursulinenordens. Mit dieser Zeit befasst sich der heutige erste Teil unserer Chronik. Der zweite Teil beleuchtet die „Neuzeit” der heute modernen Mädchenrealschule.

Am 4. August 1710, so ist es überliefert, genehmigte der Landesherr Jan Wellem die Neugründung der Ursulinen. Festgeschriebenes Ziel war fortan die „Erziehung und Unterrichtung der weiblichen Jugend”. 1718 wurde der begonnene Bau eines eigenen Hauses vollendet. Es ist das heute noch „Ursulinenkloster” genannte Bruchsteingebäude in der Laufenstraße, in dem heute die Sparkasse untergebracht ist. Die Statue in einer Nische der Bruchsteinfassade erinnert noch heute daran.

Mangels Schwestern aufgelöst

1810 wurde die Laufenstraße sogar in „Rue des Ursulines” umgetauft, doch für die Mädchenerziehungsanstalt folgten schwere Zeiten: 1825 starb die letzte unterrichtende Schwester, und die Schule musste aus Mangel an Nachwuchs-Novizen aufgelöst werden.

Drei Jahre später, 1828 im April, wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Das Eil´sche Haus wurde gekauft, das 1838 Pensionatsschule wurde. Doch 1838 siedelten die Schwestern nach schweren Schicksalsschlägen nach Ahrweiler um. Im Jahr 1857, so die Schulchronik, kehrten sechs Schwestern auf Bitten Monschauer Bürger zurück nach Monschau, doch wieder war der kirchlichen Einrichtung kein langes Verbleiben am Ort gegönnt: 1877 führte der Kulturkampf zur Schließung des Klosters.

Erst 50 Jahre später, am 27. April 1927 stellte die Kirchengemeinde das alte Ursulinenkloster unentgeltlich zur Verfügung, wo die Arbeit von vier Ordensschwestern und einer weltlichen Lehrerin begann. Die Schule wuchs, und 1931 im Herbst wurde das erstandene Jansen´sche Anwesen auf dem Burgau, bebaut mit Kloster und Schule, durch den aus Monschau stammenden Bischof Dr. Georg Josef Vogt feierlich eingeweiht. Das damalige Schulgebäude wurde später abgerissen und dient heute als Busparkplatz am Burgau.

Wieder blühte die Schule auf - um durch den Krieg erneut im Bildungsauftrag gestört zu werden: 1939 im Juni begann die Zeit, in der das Haus für die Westwallarbeiter beschlagnahmt wurde. Der Krieg ließ den Schulbetrieb erneut zum Erliegen kommen.

Am 3. Juli 1945 kamen die Schwestern zurück und fanden das Haus in verwahrlostem Zustand wieder. Dennoch wurde die Schule im September 1945 - als erste weiterführende Schule weit und breit - neu eröffnet.

Vom Burgau auf den Ringsberg

Nach schweren Anfängen in der Nachkriegszeit reifte St. Ursula zu neuer Blüte - und es reifte auch der Entschluss für ein neues Gebäude, zu dem nach einigen politischen Hindernissen und Diskussionen (auch um eine Umgehungsstraße in diesem Bereich) 1958 endlich der Grundstein gelegt werden konnte. Unter der Überschrift „Neue Schule wird viel größer” schrieben die Aachener Nachrichten am Tag nach der Grundsteinlegung: „Das fast 50 Meter lange Front des Gebäudes liegt genau gegenüber dem Schloß - ein beziehungsreiches Gegenüber. Der Neubau für 250 Schülerinnen wird zwei Stockwerke hoch und zum Tal hin eine große Fensterfront aufweisen.”

Für die Schule war der bisher letzte Umzug ein Segen, wie dem Zeitungsartikel zu entnehmen ist: „In der alten Schule erwischte man keinen Sonnenstrahl, in der neuen bleibt die Sonne den ganzen Tag über wirksam; die drangvolle Enge im jetzigen Gebäude wird gegen die Weite der neuen Schule eingetauscht; statt der Aussicht auf hässliche Fabrikgebäude blickt man auf den Burgberg. Nur der Gesang der Vögel wird den Unterricht stören, während im alten Schulhaus der Lärm der Staße und der Rur bis in die Klassen drang.”

Im Oktober 1959 wurde Richtfest gefeiert, 1961 konnte die neue Schule auf dem Burgau dann nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit bezogen werden.

16 Jahre später dann ein gravierender Einschnitt in der Trägerschaft: Am 5. Juli 1977 wird Schulleiterin Schwester Angelika nach 27 Jahren verabschiedet. Das führte dazu, dass der Orden die Schule am 1. August 1977 in die Trägerschaft des Bistums geben musste. Die feierliche Übernahme erfolgte am 23. August 1977, zum neuen Schulleiter wurde Realschuldirektor Peter Feja berufen. Ein neues Kapitel der Schule unter weltlicher Leitung begann.
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