Erster Babysitter-Kursus an Mädchenrealschule St. Ursula

Von: hes
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Pia Piroglu (4. von rechts) hat zwei Kursen (einer davon im Bild) mit insgesamt 31 jungen Damen die wichtigsten Dinge vermittelt, die ein Babysitter können sollte. Schulleiterin Dorothee Spinrath (rechts) konnte dafür die Volkshochschule und ihre Leiterin Marlies Breuer (links) gewinnen. Foto: Heiner Schepp

Monschau. Langsam schiebt Hannah erst die eine Hand unter das kleine Wesen vor ihr, dann die andere. Behutsam kippt die 14-Jährige das Bündel ein wenig zur Seite, hebt es vorsichtig an und legt es an ihrer Schulter ab. Noch übt die Schülerin den Umgang mit einem Baby an einer Puppe, doch schon bald soll es ein echtes kleines Menschlein sein, an dem Hannah das Gelernte praktizieren kann.

Die Schülerin aus Kalterherberg ist eine von insgesamt 31 Teilnehmerinnen des ersten Babysitter-Kurses an der Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule für die Eifel hat die Schule den Kursus über drei Nachmittage mit je einer Doppelstunde nun erstmals angeboten und traf nach anfänglicher Zurückhaltung der Schülerschaft auf so große Resonanz, dass der Kurs geteilt werden musste.

„Das hat uns wirklich überrascht und gefreut, dass das Angebot bei den Mädchen so gut angekommen ist. Schließlich ist es freiwillig und zu einer Zeit, wo die anderen Schülerinnen schon auf dem Heimweg sind“, erklärt Schulleiterin Dorothee Spinrath.

Leiterin des Kurses ist Pia Piroglu, Sozialarbeiterin und pädagogische Mitarbeiterin eines Zentrums für Interkulturelle Kompetenzen und Qualifizierung im Gesundheitssektor mit Sitz im Nordkreis. In den drei doppelstündigen Modulen hat sie den jungen Damen alles vermittelt, was man als Babysitter wissen sollte.

„Dabei ist der Begriff im Wortsinn irreführend, denn in den allermeisten Fällen werden die Mädchen für Kinder im Kindergartenalter engagiert und nicht für Babys“, wissen Dorothee Spinrath und VHS-Leiterin Marlies Breuer, die nach der Anfrage der Schule sofort bereit war, den Kurs unter der Flagge der Volkshochschule zu organisieren.

Wenngleich der Kurs deshalb auch auf die Betreuung von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter zielt, ging es in der letzten Doppelstunde auch um elementare Dinge im Umgang mit Neugeborenen und Säuglingen: Wie nehme ich das Baby auf und wie lege ich es hin? Wie wird der kleine Mensch gepflegt, gewaschen und gefüttert? Auch was und wie man mit Babys, Kleinkindern oder auch schon anvertrauten Kindern im Grundschulalter spielt, gehörte zu den Lerninhalten des Kurses.

Die Themenschwerpunkte bildeten aber nicht nur praktische Dinge im direkten Umgang mit den Kindern. „Wichtig sind auch die Eigenschaften, die man als Babysitter haben muss, grundsätzliche Regeln, die man einhalten sollte, die Themen Aufsichtspflicht und Durchsetzungsvermögen oder auch die körperliche und geistige Entwicklung von Babys und Kleinkindern. Und ein guter Babysitter weiß auch, was zu tun ist, wenn sich ein Kind verletzt oder Krankheitssymptome zeigt und wie man es dann am besten ablenkt“, sagt Pia Piroglu.

Die Kursteilnehmerinnen haben all das in den letzten Wochen gelernt und sind nun fit, um einen Babysitter-Job anzunehmen. „Ich habe Geschwister von zwölf Jahren und acht Monaten, würde aber gerne auch als Nebenjob babysitten“, erzählt Gina Behr aus Zweifall.

So wie die 14-Jährige hat auch Jozefina Trybala aus Vicht ein Praktikum im Kindergarten Vicht absolviert und mit dem Kurs weiter Erfahrung und Wissen gesammelt. „Ich fand die Informationen über die Entwicklung der Kinder hochinteressant“, sagt die 15-Jährige.

„Ich wollte den Babysitterkurs machen, weil ich einfach wissen wollte, was man so alles können muss und machen kann mit den kleinen Kindern“, sagte Luisa Kunkis aus Rott, die erste Erfahrungen mit dem Aufpassen auf das Nachbarstöchterchen und auf ihren Cousin gesammelt hat.

Das „Babysitter-Zertifikat“, das Luisa so wie alle anderen Teilnehmerinnen nach der letzten Kursstunde von Pia Piroglu bekommen hat, ist für sie jedenfalls eine gute Bestätigung, wenn man sich bei Eltern für eine Babysitterstelle bewirbt. Schließlich bedeutet Babysitten weit mehr als nur die Kinder zu verwahren und da zu sein, wenn die Eltern aus sind.

Luisa Kunkis möchte nun Aushänge im Nahkauf, am Jugendhaus und im Kindergarten Rott machen, „um an einen Babysitter-Job zu kommen“. Und dann wird sicher bald ihr Telefon klingeln – denn Babysitter sind durchaus begehrt – vor allem solche mit einem richtigen Zertifikat.

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