Erste Vorschläge für leerstehende Hauptschule gehen ein

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Monschau. Noch zwei Wochen wird unterrichtet, dann stehen nach über 40-jähriger Nutzung die Gebäude der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Simmerath-Roetgen auf der Monschauer Haag leer.

Die noch verbliebenen Schüler werden dann in Räume der Elwin Christoffel-Realschule wechseln, um dort gemeinsam mit den Realschülern dem Ende der beiden Schulformen für Monschau zum Schuljahr 2018 entgegenzusehen.

An Gedankenspielen und konkreten Vorschlägen für die künftige Nutzung des Hauptschul-Traktes mangelt es nicht. Auch die SPD Monschau beteiligt sich an der Diskussion um die Nachfolgenutzung. Als kürzlich NRW-Justizminister Thomas Kutschaty den Parteifreunden an der Rur einen Besuch abstattete, ging es nicht nur darum, sich für den langfristigen Fortbestand des Amtsgerichts-Standortes Monschau stark zu machen, sondern auch um weitere kommunalpolitische Themen, die Monschau direkt betreffen.

So unterbreitete die SPD-Vorsitzende Brigitte Olschewski dem Minister den konkreten Vorschlag, dass man die Schule als zusätzliche Unterbringungsmöglichkeit für die benachbarte Justiz-Ausbildungsstätte des Landes NRW nutzen könne. Der Hauptsitz des Justiz-Ausbildungszentrums befindet sich in Bad Münstereifel, wo man schon seit längerem unter chronischem Platzmangel leidet. Da würde sich eine Ausweichmöglichkeit in Monschau doch anbieten.

Justizminister Kutschaty vernahm das Angebot mit Interesse, räumte aber auch ein, „dass man uns in Bad Münstereifel ebenfalls schon Räume angeboten hat“.

Zur zukünftigen strukturellen Entwicklung im ländlichen Raum meinte der Minister, dass es eine Aufgabe der Kommunalpolitiker sei, „vor Ort attraktive Angebote zu schaffen“. Dazu zählten beispielsweise attraktiver Wohnraum und ortsnahe Arbeitsplätze. Letztendlich habe das Land da nur wenig Einwirkungsmöglichkeiten. Thomas Kutschaty sprach sich für einen Wettbewerb der Regionen aus, wobei man bedenken müsse, dass die demografische Entwicklung auch direkte Auswirkungen auf langfristige kommunale Planungen habe. Für die Kommunen in der Städteregion, so der Eindruck des Justizmisters, sehe er eine durchaus positive Zukunft, „aber man muss aufpassen“.

Kommunen in Gefahr

Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling, der den Minister ebenfalls begleitete, sah die in Zukunft fehlenden Gewerbesteuereinnahmen als langfristige Gefahr für die Handlungsfähigkeit der Kommunen heraufziehen. Mit Blick auf die Nordeifel meinte er, dass auch eine Zusammenlegung der Kommunen Monschau und Simmerath (wie kürzlich aus den Reihen der Simmerather SPD vorgeschlagen) „kein Allheilmittel“ sei. In diesem Zusammenhang drückte der Abgeordnete aber noch einmal ausdrücklich sein Erstaunen darüber aus, dass unter Verwendung von beträchtlichen Steuergeldern erst vor drei Jahren in beiden Kommunen jeweils neue Hallenbäder gebaut worden seien.

Auch das Thema Mobilität in Zusammenhang mit den Ausbauplänen der B 258 im Bereich Oberforstbach spielte bei dem Gespräch eine wichtige Rolle. Stefan Kämmerling machte noch einmal die Problematik deutlich: Die Stadt Aachen sei Baulastträger, und die Kommunikation zwischen Stadt und Städteregion sei nicht immer optimal.

Dennoch hofft Kämmerling, dass die vom Landesbetrieb Straßenbau vorgelegte Ausbau-Lösung „tragfähig“ sei. Am 21. Juni gebe es hierzu ein Treffen der SPD-Verkehrspolitiker aus Stadt und Städteregion Aachen: „Danach ist dann wieder die CDU am Zug.“

Ein gemeinsames Anliegen war allen Beteiligten die Forderung nach Tempo beim digitalen Ausbau. Minister Thomas Kutschaty: „Eine schnelle DSL-Leitung ist heute oft wichtiger als eine schnelle Straßenanbindung.“

Maut wäre „fatal“

Einig war man sich auch beim Thema Maut, deren Einführung gerade im Grenzgebiet fatale Folgen haben könnte. Brigitte Olschewski verwies darauf, dass 30 Prozent der Monschauer Kaufkraft aus Belgien rekrutiert werde. Durch die Einführung der Maut bestehe die Gefahr, dass gewachsene Strukturen im Grenzgebiet gefährdet würden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert