Erste Narzissenblüten lassen auf sich warten

Von: Carmen Krämer
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Zwei Tage Schnee hat es bisher auch im April immer noch gegeben, die den Pflanzen nichts ausmacht. Aber derzeit hält die Schneedecke die Narzissen noch von ihrer Blüte ab. Foto: Archiv/Stollenwerk

Nordeifel. Es ist Ende März. Eigentlich sollte sich das Verlangen einstellen, endlich raus an die frische Luft zu gehen. Aber bei den immer noch eisigen Temperaturen möchte man sich wohl am liebsten unter einer Decke verkriechen.

Ganz unfreiwillig unter einer weißen Decke liegen derzeit auch noch die meisten Narzissen, die nur darauf zu warten scheinen, endlich ihre Blüten Richtung Sonne strecken zu können. So sieht es zumindest im Garten von Christoph Dosquet aus. „Der Schnee ist eigentlich ein guter Schutz für die Narzissen gegen die frostigen Temperaturen“, erklärt der Wanderführer. „Aber hier wachsen die ersten Blätter nun langsam durch die Schneedecke hindurch.“

Nicht nur im Garten des 64-Jährigen kann man die ersten auch als „Osterglocken“ bezeichneten Pflanzen beobachten. Auch auf den Südhängen im Nationalpark, die mittlerweile vom Schnee befreit sind, sind erste Exemplare zu sehen. Bisher blühen sie aber noch nicht. Und das, obwohl ab Ostersamstag, also in einer Woche, die Narzissenwanderungen beginnen sollen.

Diese geführten Touren finden in jedem Fall – auch wenn die Narzissen bis dahin nicht blühen sollten – statt, erklärt die Monschau Touristik. Täglich gehen hier schon zahlreiche Anrufe und Emails mit Fragen zur Blüte ein. Michelle Felker und ihre Kollegen antworten dann: „Bisher blühen sie noch nicht. Am besten rufen Sie kurz vor ihrem geplanten Besuch noch mal an um zu erfahren, wie es aktuell aussieht.“

Besucher jeden Alters und von Nah und Fern informieren sich hier und im Nationalparktor Höfen über den aktuellen Blütenstand. „Sogar aus Berlin hat ein Herr angerufen. Das Problem ist natürlich, dass hier alles immer etwas später blüht. Wenn die gepflanzten Narzissen in den Städten anfangen, bedeutet das noch lange nicht, dass das auch bei der wilden Narzisse so ist“, erläutert Michelle Felker.

Doch wann ist es denn so weit? Und sind unsere Narzissen in diesem Jahr eigentlich besonders spät dran?

„Letztes Jahr im März war es wärmer, darum haben sie schon früher geblüht“, erklärt Monique Hogenboom, Mitarbeiterin des Nationalparktors Höfen. „In diesem Jahr ist zwar alles später, aber von zu spät kann man noch nicht sprechen.“ Das bestätigt auch Christoph Dosquet.

Ungewöhnlich sei nur, dass sich die Schneedecke so lange halte. „Ob man in diesem Jahr deshalb mit einer verspäteten Blütezeit rechnen muss, hängt ganz vom Wetter in den nächsten Tagen ab“, erklärt er. Da die Pflanzen an den Südhängen bereits 7cm groß seien, benötigten sie lediglich ein paar Tage Sonne, bis sie anfingen zu blühen.

Die Hochblüte sei gewöhnlich zwischen Mitte und Ende April. „Wir liegen in einem normalen Rahmen. Wenn es aber jetzt noch mal schneit, werden wir Ende März wohl keine Blüten sehen und das wäre dann ungewöhnlich.“

Dass die wilde Narzisse in der Eifel unter Naturschutz steht, liegt daran, dass sie außer hier nur noch im Hunsrück vorkommt. Aber dafür findet man hier einige: „Man spricht von 14 bis 16 Millionen Narzissen im Nationalpark Eifel“, erklärt Christoph Dosquet, der bereits seit über zehn Jahren durch den Nationalpark führt.

„Der nährstoffarme Boden der Region bietet die perfekten Bedingungen für die Pflanzen und blühen werden sie auf jeden Fall, wenn auch vielleicht später.“

„Um uns zu vergewissern und auch den Gästen die richtige Auskunft geben zu können, gehen wir selbst immer nachschauen“, erklärt Michelle Felker. Auch zahlreiche Stammgäste seien unter den Anrufern. „Es ist schon toll, was diese Pflänzchen für Emotionen auslösen. Ein Mann hat sogar aus seinen Fotos einen Kalender gebastelt.“ Jetzt heißt es nur noch warten und auf die Sonne hoffen.

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