Simmerath - Erste Hilfe im Notfall, bis Arzt und Rettungswagen kommen

Erste Hilfe im Notfall, bis Arzt und Rettungswagen kommen

Von: ess
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Bis zum Eintreffen der Rettungsdienste sollen in Simmerath freiwillige Helfer bei internistischen Notfällen bereits Hilfe leisten. Foto: imago/HRSchulz

Simmerath. Die Eifel ist nicht sonderlich dicht besiedelt. Etwa 30.000 Menschen leben in der Region. Man kennt sich zumeist von Kindesbeinen an, und man hilft sich gegenseitig, wenn Not am Mann ist. Vor allem aber auch dann, wenn es um Leben oder Tod geht.

Diese Erste Hilfe in Notfällen zu systematisieren und besser als bisher zu organisieren, ist Ziel der Fachleute der Städteregion Aachen, die am Dienstag vor dem Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Simmerath das „Helfer-vor-Ort-System” vorgestellt haben.

Bei internistischen Notfällen, und um die geht es im geplanten System, muss der Rettungsdienst binnen zwölf Minuten am Einsatzort sein (jährlich in mindestens 90 Prozent der Fälle). Das ist im Rettungsbedarfsplan der Städteregion festgelegt und daran wird sich auch nichts ändern.

Diese Zeitspanne wird durch das neue Helfer-System nicht ausgehebelt oder gestreckt, wie Marlies Cremer, Fachfrau der Städteregion, vor dem Ausschuss betonte.

Allerdings können diese längstens zwölf Minuten genutzt werden, um bereits sinnvolle oder gar lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten, bis der Notarzt oder die Rettungssanitäter vor Ort sind. Genau das soll der Helfer vor Ort regeln, der zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert wird, der aber möglicherweise gleich um die Ecke wohnt.

Von diesem neuen System sollen vor allem Woffelsbach, Rurberg, Einruhr, Erkensruhr, Hirschrott und Dedenborn profitieren, die rettungstechnisch etwas weiter vom Schuss liegen als andere Dörfer im Simmerather Gemeindegebiet. Allerdings, so Marlies Cremer, ist eine flächendeckende Einrichtung das Ziel.

Gemeinsam mit den „Blaulichtorganisationen” THW, DRK und Feuerwehr hat das Fachamt der Städteregion diesen Plan entworfen, und in Einruhr und Rurberg hat sich bereits eine Handvoll potenzieller Helfer gemeldet. Das sollen zügig mehr werden, um alle Dörfer versorgen zu können. Die Helfer/Helferinnen müssen nicht zwangsläufig Rettungssanitäter, Krankenschwestern oder Ärzte sein. Wer bereit ist zu dieser Form der Hilfeleistung und überprüfbar fit ist in Erster Hilfe, der ist willkommen.

Hilfe ist freiwillig

Die Hilfe ist freiwillig und abhängig von den Dienstplänen oder Freizeitaktivitäten der Helfer. Wenn jemand Zeit hat, hilft er. Hat jemand keine Zeit, läuft der Rettungseinsatz wie bisher ohne Ersthelfer ab. Druck oder Zwang soll es nicht geben. Die Ersthelfer müssen lediglich ihre Handynummern auf der Rettungsleitstelle hinterlegen, damit sie im Notfall verständigt werden können.

Formal, so Amtsleiterin Marlies Cremer, erfülle der Rettungsdienst alle Normen. Doch gebe es immer wieder Möglichkeiten, die Hilfe in Notfällen zu verbessern. Das „Helfer-vor-Ort-System” sei eine dieser Möglichkeiten, zumal es im Notfall zumeist um Minuten gehe, die über Leben und Tod entscheiden könnten.

Auch wenn es keinen Beschluss zu fassen gab, war die Zustimmung der Politik einhellig.
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