Erste Hilfe für Grundschüler: Wissen, was im Notfall zu tun ist

Von: Andreas Gabbert
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Vom Rettungswagen in die Notfallaufnahme: Beim Kinderseminar „Notfallhelden“ in der Eifelklinik St. Brigida lernten die Kinder nicht nur, sich im Notfall richtig zu verhalten. Assistenzärztin Julia Schädler erklärt hier die Funktion des Ultraschallgerätes.

Simmerath. Die Wunde an Noahs Arm blutet stark. Doch die kleine Finja bleibt ruhig. Souverän wickelt sie Lage um Lage Verbandsmaterial um seinen Arm – bis die Blutung stoppt. Gleich daneben wird gerade Paul von Lina verarztet. Jedes der rund 30 Grundschulkinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren kümmert sich um ein anderes Kind.

Die fürchterlich aussehenden Wunden sind zum Glück nur aufgeklebt und tun gar nicht weh, aber sie machen die Übung realistischer und die Kinder haben Spaß an ihren Tattoos und präsentieren stolz ihre Verletzungen. Spielerisch, aber auch mit dem nötigen Ernst erklären und zeigen drei Ärztinnen den Schülern in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath worauf es bei einem Druckverband ankommt, was man bei einem Notruf sagen muss und wie man eine bewusstlose Person in die stabile Seitenlage bringt. Im Kinderseminar „Notfallhelden“ lernen die Kinder, wie sie sich beispielsweise bei einem Unfall richtig verhalten und auch, wie sie Erste Hilfe leisten können.

„Erwachsene trauen Kindern das oft nicht zu und die Kinder es sich selbst dann auch nicht. Dabei habe ich schon oft erlebt, dass Kinder in einem Notfall wichtige Hilfe leisten konnten. Wichtig ist, dass sie sich als kompetente Helfer wahrnehmen“, sagt Notärztin Dr. Stefanie Syben.

Das tun die kleinen Helden jetzt. Schließlich wissen sie nun genau, worauf es bei einem Notruf ankommt. Wer ruft an? Was genau ist passiert? Wie viele Verletzte und welche Verletzungen gibt es? Wo ist der Unfall überhaupt passiert? Und ganz wichtig, auf Rückfragen warten. Das haben sie intensiv geübt. Einer spielt den Anrufer, einer die Einsatzzentrale – und der entscheidet auch gleich, welche Rettungsfahrzeuge er aussendet. Denn was einen Rettungswagen von einem Notarztwagen unterscheidet wissen sie jetzt auch. Auch die stabile Seitenlage ist nach kurzer Zeit kein Problem für die Kinder. „Das können Kinder auch mit Erwachsenen machen, die nicht zu übergewichtig sind“, sagt Syben.

Anschließend dürfen sich die Kinder einen Rettungswagen des Rettungsdienstes Schmitz von innen ansehen. Einer der kleinen Helden nimmt auf der Liege Platz und Notärztin Heike Bordfeld demonstriert, was sie tun würde, wenn das Kind wirklich eine Verletzung hätte. Weiter geht es in der Notfallaufnahme, wo Assistenzärztin Julia Schädler erklärt, wie der Blutdruck gemessen wird, was mit dem EKG gemessen wird und was man mit dem Ultraschallgerät alles sehen kann. Gespannt schauen die Kinder auf den Monitor und beobachten ihre schlagenden Herzen.

Nach etwas mehr als zwei Stunden sind die Kinder in Sachen Erster Hilfe fitter als so mancher Erwachsene. Das haben sie sogar schriftlich. Jedes Kind bekommt eine Urkunde, die die erfolgreiche Teilnahme an dem Kinderseminar „Notfallhelden“ bescheinigt.

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