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Erst im Frühjahr wird asphaltiert

Von: hes
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Die Kuppe auf der Himmelsleite
Die Kuppe auf der Himmelsleiter verschwindet, durch das aufgesetzte und angeschüttete Kastenprofil flitzen künftig die Radfahrer. Dass dies die Strecke ungefährlicher macht, glaubt nicht jeder. Foto: Heiner Schepp

Monschau/Nordeifel. In diesem Jahr wird nicht mehr mit der Asphaltierung des Vennbahnradweges im Bereich der Nordeifelgemeinden Simmerath und Monschau begonnen. Dies berichtete Björn Schmitz von der Stadtverwaltung nun dem Monschauer Wirtschaftsausschuss.

In seinem Sachstandsbericht zum Bau der touristischen Radroute („RAVeL”/französisch: Réseau Autonome de Voies Lentes), die künftig schlicht „Vennbahn” heißen soll, erläuterte Schmitz, dass die Witterung zwar momentan außergewöhnlich gut für diese Jahreszeit sei, derzeit aber noch die Befestigung des Untergrunds laufe. Zumindest mit Mountainbikes sei die Trasse im kompletten Bereich von Lammersdorf bis Kalterherberg dennoch schon befahrbar, und man könne „schon jetzt einen Eindruck davon gewinnen, wie toll diese Strecke einmal werden wird”, so Björn Schmitz, selbst begeisterter Mountainbiker.

Nicht auf Monschauer Gebiet liegt einer der Brennpunkte der Ravel-Route, die Querung an der „Himmelsleiter”. Hierzu berichtete Schmitz, dass sich in der Debatte um Tunnel oder Brücke die Tunnellösung durchgesetzt habe. Zu diesem Zweck werde ein Kastenprofil auf die Querungsstelle aufgesetzt, das dann beidseitig angeschüttet wird. „Der Kraftfahrzeugverkehr fährt dann künftig über diese Querungsstelle drüber statt wie bisher in eine Senke. So wird auch noch ein Gefahrenbrennpunkt entschärft”, berichtete der Verwaltungsmitarbeiter.

Passieren soll dies ab März, so der Winter es zulässt. Drei bis vier Monate Bauzeit sind vorgesehen - mit den entsprechenden Behinderungen vor allem für die Pendler. „Der ambitionierte Zeitplan sieht die Fertigstellung zum 1. Juli 2012 vor”, so Holger Benend, Pressesprecher der Städteregion Aachen. 1,3 Millionen Euro wird der „Tunnel” für die Radfahrer kosten, 1,1 Millionen Euro steuert davon alleine der Bund bei, weil er auf „seiner” Bundesstraße eine Gefahrenstelle entschärft sieht.

Auf Nachfrage ergänzte Björn Schmitz im Wirtschaftsausschuss, dass das genannte Kastenprofil über drei Spuren gelegt werde, „ein Ausbau auf vier Spuren ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgesehen”, sagte er. Dies bedauerte Werner Maaßen, Ausschussmitglied für die Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmer (AMU): „Hier werden offenbar Tatsachen geschaffen”, hätte er lieber ein vierspuriges Kastenprofil gesehen. Georg Kaulen, Mitglied der Arbeitsgruppe, konnte Beruhigendes beisteuern: „Das Kastenprofil wird so angelegt, dass es auch im Falle eines vierspurigen Ausbaus der Himmelsleiter erweitert werden kann”, sagte er, bekräftigte aber, dass „im Moment absolut keine Mittel für einen vierspurigen Ausbau der B 258 in diesem Bereich” vorhanden seien.

Zur Planung der touristischen Beschilderung (Informationstafeln und touristische Objektbeschilderung) hat die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) in Zusammenarbeit mit der Städteregion Aachen und der EWIV Eifel-Ardennen-Markting ein Lastenheft erarbeitet und im Juni einen Auftrag zur Erstellung eines Beschilderungskonzeptes vergeben. Ziel des Auftrags ist es, ein Beschilderungskonzept für die Informationstafeln zu erstellen, einen Vorschlag für materielle Ausgestaltung der Rastplätze mit regionalen Materialien zu entwerfen und die in der Antragsphase bestimmten Orte der Aufstellung der Beschilderung und Installation der Rastplätze zu überprüfen. Auf Basis des Entwurfs können dann die Detailplanung, die grafische Ausgestaltung und schließlich die Produktion der Schilder in Auftrag gegeben werden.

Den Nutzern des Bahntrassenrad- und Wanderweges soll in regelmäßigen Abständen (weniger als alle 20 km) entlang der Route eine Rastmöglichkeit in Form eines Rastplatzes oder eines fahrradfreundlichen Gastronomiebetriebes angeboten werden.

„Ansprechende Rastplätze”

Die Rastplätze werden „ansprechend mit entsprechender Infrastruktur (Wind- und Regenschutz, Fahrradabstellanlagen, Sitzmöglichkeiten, Abfallbehälter usw.) gestaltet und tragen somit maßgeblich zu einem hochwertigen, komfortablen und attraktiven Serviceangebot bei”, heißt es im Bericht der Städteregion.

Im Rahmen des Informationskonzeptes der Vennbahn-Route geht es im Detail darum, die Besucher zu orientieren und sie über die Routenführung, anschließende Rad- und Wanderwegenetze, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Rastmöglichkeiten (z.B. Hotels, Gaststätten) entlang der Wegführung zu informieren.

Viel Arbeit also noch rund um den Radweg, der mal Bahnstrecke war. Ab Mitte nächsten Jahres aber können dann hier die Zweiräder (oder auch mehr) rollen - mit Unterbrechung des Bereichs Hoscheit, wo aus Naturschutzgründen nicht asphaltiert werden darf.
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