Erneuter Griff in den Opferstock: Friedhofskapelle geschlossen

Von: ess
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„Die Kapelle bleibt wegen eines erneuten Diebstahls geschlossen!” steht auf einem weißen DIN-A4-Blatt an der Tür. Das ist eine erste Reaktion auf die zweite Diebestour zur Kapelle am Monschauer Friedhof vor einigen Tagen. Foto: Ernst Schneiders

Monschau. Der Weg zum Lieben Gott und zur Schmerzhaften Mutter ist vorerst verriegelt. Die kleine Kapelle am Monschauer Friedhof, dort, wo man einen fantastischen Blick über die Stadt genießen kann, ist zugesperrt. Zum zweiten Mal bereits ist der Opferstock in dem kleinen Gotteshaus geplündert worden.

Pfarrer Karl-Heinz Stoffels, zu dessen Sprengel auch die Kapelle der Schmerzhaften Mutter gehört, spricht von Konsequenzen, die der wiederholten Diebestour folgen müssen. Der Seelsorger: „Grundsätzlich bin ich tagsüber für offene Kirchen, wie wir sie überall in Monschau haben, aber in diesem Falle muss etwas geschehen.” Was das genau sein soll, steht demnächst im Kirchenvorstand zur Diskussion.

Derweil reagiert der Geistliche mit Unverständnis: „Die Reparaturkosten für Gitter und Opferstock sind mit Sicherheit höher als der Geldbetrag, den der Dieb erbeutet hat. Da waren mit Sicherheit keine Reichtümer drin.”

Stoffels vermutet etwas Kleingeld für die Kerzen, die Wanderer dort spenden. Zum ersten Mal war die Kapelle vor Weihnachten Opfer eines Diebeszuges geworden. Auch seinerzeit ging es wie vor wenigen Tagen ausschließlich um Bares. „Kunstschätze sind dort oben ohnehin nicht zu erbeuten”, verrät der Pfarrer, und auch die Pietá sei unberührt.

Vor dem Fest wurde überdies der Opferstock in der Lourdes-Kapelle gegenüber dem Maria-Hilf-Stift am Fuße der Burg geplündert. Stoffels: „Der Opferstock ist heute noch kaputt. Da sieht jeder, dass dort nichts zu holen ist.”

Bisher immer offen

Ob und wann die Ende des 19. Jahrhunderts errichtete und nach den Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Kapelle ihre Pforte wieder öffnet, ist noch unklar.

Stoffels hofft auf eine Lösung, die seinem Bestreben nach offenen Kirchen Rechnung trägt: „Die Kapelle war bisher tagsüber immer geöffnet. Ich würde es sehr bedauern, wenn die Alternative nur sein könnte, sie auf Dauer zu schließen.”
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