Erlebnisreiche Wanderwoche: Unvergessliche Tage im Erzgebirge

Von: heg
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Roetgen. Eine abwechslungsreiche Wanderwoche verbrachten jetzt 32 Mitglieder der Roetgener Eifelvereins-Ortsgruppe im Erzgebirge. Ausgangspunkt für Wanderungen und Besichtigungen war das malerische Städtchen Schwarzenberg.

Im Hotel Neustädter Hof war die Gruppe bestens untergebracht und wurde mit guter erzgebirgischer Kost verwöhnt. Die Reiseleiter Hubert und Elfriede Baumsteiger hatten wieder in bewährter Weise ein umfang- und abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das die Bergbautradition des Erzgebirges in den Mittelpunkt stellte.

Eine erste Blütezeit erlebte die Region Mitte des 12. Jahrhunderts durch Silberfunde, die zur Gründung der Stadt Freiberg mit der berühmten Bergakademie führten. 300 Jahre später brach nach weiteren Funden, u. a. 1471 in Annaberg, ein regelrechtes „Silberfieber“ aus, vergleichbar mit dem Goldrausch in Amerika.

Mit der historischen Schienenbahn „Ferkelexpress“ ging es am ersten Tag gemächlich von Schwarzenberg nach Annaberg-Buchholz. Hier stand zunächst eine Besichtigung des Technikmuseums „Frohnauer Hammer“ an, einer noch funktionsfähigen Hammerschmiede aus dem 15. Jahrhundert. Im ebenfalls als Museum eingerichteten Herrenhaus einer Hammermeisterfamilie von 1697 wurden die Besucher auch in die Technik des traditionellen Spitzenklöppelns eingeweiht, das in vielen Wohnstuben in Heimarbeit betrieben wurde.

Nach dem Niedergang des Bergbaus wurde das Klöppeln, ebenso wie die berühmten Schnitzarbeiten, ein wichtiger Erwerbszweig. Höhepunkt der ausführlichen Besichtigung von Annaberg, das seit 1945 mit Buchholz zur Doppelstadt vereint ist, war eine Führung in der St. Annenkirche. Die größte und bedeutendste spätgotische Hallenkirche Sachsens überrascht durch ihre lichte Weite mit filigranen Gewölben und Emporen sowie mit zahlreichen Kunstschätzen.

Nach zwei Wandertagen auf dem Panoramaweg um Schwarzenberg und auf den Spuren des Bergbaus war der nächste Tag ganz der Bergbaustadt Freiberg gewidmet. Das Stadtbild, geprägt von Spätgotik und Frührenaissance, zeugt vom früheren Wohlstand durch den Silberbergbau. Der Dom St. Marien beherbergt das bedeutendste Werk des berühmten Orgelbauers Gottfried Silbermann, die „Große Silbermann- Orgel“ von 1714 mit drei Manualen, 44 Registern und 2674. Nach der Stadt- und Dombesichtigung stand noch ein Besuch der „Terra Mineralia“ auf dem Programm. Diese Ausstellung der TU Bergakademie Freiberg ist eine der weltweit größten Mineraliensammlungen und zeigt ca. 3500 Fundstücke in außergewöhnlicher Präsentation.

Am letzten Tag wurden nach einer Besichtigung der Dorfkirche in Markersbach wieder die Wanderschuhe geschnürt. Das von außen unscheinbare, im Ursprung romanische Gotteshaus verblüfft im Inneren durch eine ungewöhnliche Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Danach ging es hinauf auf den 807 Meter hohen Scheibenberg.

Er ist vulkanischen Ursprungs und weist als besondere Sehenswürdigkeit bis zu 30 Meter hohe Basaltsäulen auf, im Volksmund „Orgelpfeifen“ genannt. Wem der Weg auf den Gipfel über die 300 in mühevoller Handarbeit in den Basalt geschlagenen Stufen noch nicht reichte, der konnte noch weitere 132 Stufen auf den Aussichtsturm erklimmen und eine fantastische Rundsicht genießen.

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