Erlebnis-Pfad für junge Familien

Von: Beate Weiler-Pranter
Letzte Aktualisierung:
Hilde Amrein und Dominik Eßer
Hilde Amrein und Dominik Eßer hatten tatkräftige Unterstützung von vielen kleinen Baumeistern. Foto: bwp

Heimbach. „Wenn alle mithelfen, gehts am besten”, ruft die achtjährige Antonia anfeuernd. Kurz darauf klettert sie mit einem Arm voll Moos auf den Waldweg zurück. Andere Abenteurer füllen Kartons und Kübel mit Tannenzapfen oder Kastanien.

Bei dieser Aktion lassen sich die Heimbacher Pänz weder von Brennnesseln, noch von Brombeerranken aufhalten. Heute haben sie nur ein Ziel: Den Bau ihres Erlebnis-Pfades für Kinder. Dort, wo früher einmal Senioren im Kurpark Boule spielten oder um die Wette kegelten, entsteht zur Zeit ein Abenteuer-Parcours für die junge Generation. Und da packen nicht nur Larissa, Lisa, Johnny oder Elias mit an.

Zwölf Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren krempelten einen Tag lang die Ärmel hoch. Fachmännische Hilfe erhielten die kleinen Baumeister vom städtischen Bauhof, der vorab die ehemalige Kegelbahn mit Holzbalken in verschiedene Felder eingeteilt hatte. „Wir bauen einen Erlebnis-Pfad für junge Familien”, erläutert Hilde Amrein (54), die das Projekt ins Rollen brachte.

Bei einer Ferienfreizeit in Holland hatte sie zum ersten Mal einen „Barfuß-Pfad” entdeckt. Nun wird solch eine Rund-Route, auf der Kinder Spiel und Spaß in der freien Natur mit allen Sinnen erspüren können, auch in Heimbach realisiert. Starten und enden soll die zukünftige Kinder-Route am Parkplatz über Rur. Baumstämme zum Klettern und Balancieren entlang des Weges machen dann jeden Sonntagsspaziergang zum sinnlichen Erlebnis.

Modellieren und matschen

„Gemeinsam mit den Kindern wollen wir demnächst auch noch eine Lehmkuhle anlegen”, verrät Hilde Amrein. In unmittelbarer Nähe der historischen Stelle, von der die Vorfahren das Baumaterial für ihre Fachwerkhäuser abtrugen, soll eine erdige Erlebnislandschaft entstehen, in der die Kleinen nach Herzenslust modellieren und matschen können.

„Das ist ein Projekt von Kindern für Kinder”, sagt Dominik Eßer (34), seit Juli neuer Jugendkoordinator der Stadt, und schleppt den nächsten Sack Kiesel zur Kegelbahn. Während einige Kinder noch den unterschiedlich gekörnten Kies - die Größe der Steine steigert sich von Erbsen- bis hin zu Kartoffelformat - sorgfältig in den vorbereiteten Feldern verteilen, ziehen sich andere schon Schuhe und Strümpfe aus. Erst zögerlich, dann immer selbstverständlicher waten sie über den ungewohnten Untergrund. „Nochmal! Nochmal!”, rufen sie begeistert.

Auf der ehemaligen Boule-Bahn schafft ein zweiter Trupp kleiner Baumeister Platz für einen zukünftigen Abenteuer-Belag. Mit leuchtenden Augen und hochgekrempelten Ärmeln schaufeln sie die oberste Splitt-Schicht in eine Schubkarre. Hier sind sechs „Barfuß-Felder” vorgesehen: Gefüllt mit Tannenzapfen, Stöckchen, Moos, Eicheln, Kastanien und Rindenstücken.

Trotz eifrigem Suchen und Sammeln im Wald reichte der erste Tag bei weitem nicht aus, um die großen Felder zu füllen. „Macht mit Euren Familien viele Spaziergänge und sammelt weiter. Ihr wisst ja, wo was hinkommt”, ermunterten Hilde Amrein und Dominik Eßer zur Eigeninitiative.

Besonders stolz können die Heimbacher Kinder sein, wenn demnächst eine Plakette montiert wird. Auf dem Schild sind dann alle Namen der kleinen Helfer eingraviert, die tatkräftig mit angepackt haben.
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