Simmerath - Erinnerungen an eine schlimme Zeit

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Erinnerungen an eine schlimme Zeit

Von: dm
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Hans-Josef Hilsenbeck stellt auf der Fünf-Jahres-Feier am Simmerather Kraremann-Denkmal das Buch von Resi Röder über ihr Schicksal als Heimkind vor und gratuliert ihr zu diesem großartigen, mit viel Herzblut geschriebenen Werk. Foto: dm

Simmerath. Mit 12 Jahren abgeschoben ins Heim: Resi Röder erzählt die wahre Geschichte ihrer Kindheit. Der Alltag wird geprägt durch Arbeit, Schläge, Demütigung, Falschheit, Frömmelei und unsinnige Regeln oder Lieblosigkeit.

Eingesperrt, ausgebeutet, gedemütigt ist das Heimkind der Willkür und Vorlieben von Betreuern, Behörden oder Erzieherinnen ausgeliefert. Sie durchlebt eine Jugend voller Angst und Drangsal.

Doch Resi hält durch - mit dem festen Willen, eines Tages ein freier Mensch zu sein ...

Ein wahrer, erschütternder und zugleich spannender Bericht. Resi Röders Leidensweg steht beispielhaft für viele andere, ihr ist es zu verdanken, dass sie mit ihrem Buch „Weihrauch und Bohnerwachs” dem Schicksal der Heimkinder ein Gesicht gibt, sagte Hans-Josef Hilsenbeck, als er nun auf der Fünf-Jahres-Feier des „Kraremann” in Simmerath das Buch vorstellte.

Die Feier am Kraremann war ein geeigneter Ort, das Buch vorzustellen, denn die Kraremann-Figur ist nach einem Gemälde der Künstlerin Resi Röder entstanden.

Heimkind mit Makel

Die Gesellschaft habe vom Schicksal der Heimkinder in den 50er und 60er Jahren wenig Notiz genommen, so Hans-Josef Hilsenbeck. Im Gegenteil: In dieser Zeit Heimkind zu sein oder gewesen zu sein, galt aus der „Sicht vieler als Makel”. Hilsenbeck: Das weit verbreitete Vorurteil habe sich bis in die jüngste Zeit verfestigt.

Hans-Josef Hilsenbeck, stellvertretender Bürgermeister in Simmerath: „Das Leid und die Probleme der Heimkinder begannen mit der Einweisung und endeten für viele nicht in der Freiheit, denn die erlittenen psychischen und physischen Verletzungen wirkten zu sehr nach.”

Die öffentliche Meinung über die Heimkinder beeinflusste zudem die Persönlichkeitsentwicklung und erschwerte die soziale und berufliche Integration nachhaltig. Erst in jüngster Zeit befassen sich Gesellschaft und Politik mit der Aufarbeitung des Schicksals dieser Heimkinder. Hilsenbeck: „Dieser Bewusstseinswandel ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass ehemalige Heimkinder sich öffentlich über ihre Zeit im Heim äußern.”


Das Buch „Weihrauch und Bohnerwachs” aus dem agenda Verlag Münster, 485 Seiten, ist für 24,80 Euro auch im örtlichen Buchhandel erhältlich.
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