Erinnerungen an das „Monte Carlo der Eifel“ werden wach

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
8015704.jpg
Hin und wieder sieht man historische Motorräder in der Altstadt Monschau. Wenn der Rotary-Club regelmäßig seine Oldtimer-Days in Monschau startet, finden auch schon mal Demorunden auf historischen Rennmaschinen statt. Foto: Heinz Steffen

Monschau. Die Monschauer Altstadt ist kein heißes Pflaster. Normalerweise bummeln an schönen Sommertagen die Touristen durch die schmalen Gassen und genießen das historische Ambiente, doch an diesem Donnerstag wird alles anders sein: Dann werden Teile der Stadt gesperrt.

Mit hohem Tempo werden kurzfristig Autos durch die Stadt jagen, um spektakuläre Szenen für den Kinofilm „Autobahn“ (Arbeitstitel) einzufangen. Große Sequenzen der internationalen Co-Produktion spielen im Rheinland, und die Verfolgungsjagd durch die engen Gassen der Monschauer Altstadt gehört zu den kleinen Höhepunkten des Streifens. Seit Montag ist die Altstadt bereits Schauplatz für großes Kino: Überall in der Stadt stößt man Schilder mit dem Hinweis „Achtung, Filmaufnahmen!“

Anlieger sind im Bilde

Vinzenz Klein, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Monschau, ist seit Jahrzehnten mit dem schwierigen Thema von Straßensperrungen in der Altstadt vertraut. Mal ist eine Baustelle die Ursache, mal eine Baumfällung, mal erfordern Kunstaktionen verkehrsregelnde Maßnahmen oder in gewissen Abständen eben auch ein Filmdreh.

Für das Ordnungsamt fällt eine solche Regelung unter „Geschäfte der laufenden Verwaltung“, egal, ob ein Gasanschluss verlegt wird oder Autos schneller als die Polizei erlaubt für Filmaufnahmen durch die Stadt hetzen möchte.

Die Produktionsgesellschaft hat mit allen Anwohnern entlang des betroffenen Straßenabschnittes Kontakt aufgenommen, damit während der Aufnahmen nicht plötzlich jemand aus der Haustür tritt. Auch alle sonstigen erforderlichen Vorkehrungen sind laut Absprache mit der Stadtverwaltung von Seiten der Filmcrew zu treffen. So gilt es auch, die historische Bausubstanz vor möglichen Kollateralschäden zu bewahren, daher werden kritische Punkte entlang des Drehortes mit Attrappen gesichert, falls es doch einmal zu einem Ausrutscher kommen sollte.

Dabei haben temporeiche Fahrten durch die Altstadt-Gassen durchaus Tradition. Viele ältere Monschauer Bewohner werden sich bestimmt noch an die legendären Burgringrennen erinnern, deren Kurs zwischen 1948 und 1952 durch die Altstadt führte (siehe Box). Der Behördenapparat lief drei Jahre nach dem Kriegsende noch nicht so richtig rund, denn nirgendwo ist zu finden, dass es im Jahr der Währungsreform Schwierigkeiten mit der Genehmigung des Rennens mitten durch die dichte Bebauung gegeben hätte.

„Eine solche Veranstaltung wäre heute völlig undenkbar und hätte keine Chance auf Genehmigung“, sagt Vinzenz Klein. Was für den Motorsport also auf Dauer ein Tabu bleiben wird, gilt aber nicht für den Radsport. Schon mehrfach war Monschau Etappenort, des Radrennens „Triptyque Ardennais“, das als schwerstes Dreitagerennen Belgiens für Amateure gilt. Das 200 Fahrer starke Feld durchfuhr im Jahr 2011 von Kalterherberg kommend die Monschauer Altstadt. Der Endspurt führte über Stadt- und Laufenstraße, am Rathaus war die Ziellinie.

Polizei hatte Bedenken

Damals, erinnert sich Vinzenz Klein, hätte die Polizei größte Bedenken geäußert, die Rennfahrer über das Kopfsteinpflaster durch die schmalen Altstadtgassen zu schicken, und einige Befürchtungen hätten sich auch bewahrheitet. So könne Monschau zwar auch in Zukunft in das Rennen eingebunden werden, „aber durch die Altstadt wird das Feld sicher nicht mehr fahren“.

Wie schnell nun die Filmautos unterwegs sein werden, kann Vinzenz Klein allenfalls schätzen. „Das Tempo dürfte aber deutlich über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegen.“ Hier, im verkehrsberuhigten Bereich, ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben – und die beträgt bei großzügiger Auslegung maximal 10 km/h.

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert