Erich Kästner für Erwachsene: Musikkabarettist Georgi in Monschau

Von: P. St.
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Mit Erich Kästner vertraut: Der Musikkabarettist Hans Georgi spielt am Freitag, 21. April, im Aukloster Monschau sein Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“ Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Kultur mit Sinn und Verstand wird am kommenden Freitag, 21. April, im Aukloster Monschau geboten. Um 19.30 Uhr gastiert in Monschaus guter Stube der aus Würselen stammende und in Roetgen lebende Musikkabarettist Hans Georgi mit seinem Programm „Die Welt ist rund – Erich Kästner für Erwachsene“. Veranstalter ist der Förderverein Stadtbücherei Monschau.

Seit 30 Jahren ist der Künstler auf Deutschlands Bühnen zu sehen, in der Region ist der inzwischen 70-Jährige aber eher eine Ausnahmeerscheinung. Bewährt hat sich in dieser Zeit sein Kästner-Programm, das auf von Georgi vertonten Texten und Gedichten des Schriftstellers beruht. In 18 Jahren hat Hans Georgi dieses Programm über 800 Mal im Lande gespielt. Er war damit zu Gast bei den feinen Adressen der Kleinkunst, wie dem Pantheon Bonn, dem Kommödchen in Düsseldorf oder dem Mainzer Unterhaus – und jetzt also auch im Aukloster Monschau.

Für Hans Georgi hat das Programm bis heute nichts von seiner Aktualität verloren, und er freut sich, dass auch die vielen Kästner-Fans das nicht anders sehen. Die größtenteils in den 1930er Jahren verfassten Texte faszinieren durch ihre zeitkritische und humorvolle Note („Wer nicht zur Welt kommt, wird auch nicht arbeitslos.“), auch wenn Kästner mit seinen Kinderbüchern einen weitaus höheren Bekanntheitsgrad erreichte. Georgi geht es darum, „das Erbe dieses Mannes wachzuhalten“. So dreht sich das Programm in Form einer musikliterarischen Erzählung rund um das Leben und die Leistung Kästners.

Mit Schulz in Kneipe sozialisiert

Als Kleinkünstler feierte Hans Georgi Anfang der 1990er Jahre seine größten Erfolge. Als Fußball-Satiriker war er regelmäßig in den regionalen TV-Programmen zu Gast und wechselte sich ab mit Dieter Nuhr und Urban Priol, die heute zur ersten Garnitur des deutschsprachigen Kabaretts zählen. Einige von Georgis Nummern wie „Doping“, „Natascha“ oder auch „22 Beine“ findet man noch auf Youtube.

Der gelernte Betriebswirt wusste wovon er sprach, denn gemeinsam mit SPD-Aufsteiger Martin Schulz spielte er Fußball in einer Thekenmannschaft und wurde, wie er sagt, „gemeinsam mit Martin Schulz in der Würselener Kultkneipe von Jupp Houben sozialisiert“. Spätere Programme wie zum Beispiel „Der kleine Maschmeyer“ wurden von diesen Begegnungen und seinen beruflichen Alltagserfahrungen geprägt.

Heute lässt es Hans Georgi ruhiger angehen. Er hat seine Auftrittsfrequenz heruntergefahren und sich stattdessen schriftstellerisch betätigt. In seinem ersten Roman „Anne“ beschreibt er mit autobiografischem Zügen Begegnungen mit Malern und Musikern.

Nicht ohne eine gewisse Betrübnis sieht er die Entwicklung bei der TV-Unterhaltung in den zurückliegenden Jahrzehnten: Damals habe man junge Künstler noch gefördert und sie ermutigt, eigene Ideen einzubringen. Bei den heute weit verbreiteten Castings-Shows würden junge Talente „in die Umlaufbahn des Showgeschäftes geworfen, um dann nach einem Jahr wieder hinausgeschleudert zu werden, weil ein neues Gesicht gebraucht wird.“

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