Hammer - Erich Charlier: Zeitlebens im Dienst der Allgemeinheit

Erich Charlier: Zeitlebens im Dienst der Allgemeinheit

Von: P. St.
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An Arbeit und Ideen hat es nie gemangelt: Erich Charlier aus Hammer starb jetzt im Alter von 91 Jahren. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Hammer. Die Nordeifel trauert um einen profilierten Künstler und verdienten Pädagogen: Erich Charlier aus Hammer ist jetzt im Alter von 91 Jahren gestorben. Seine künstlerische Handschrift aber wird über seinen Todestag hinaus Bestand haben.

Denn er hat in der Region und darüber hinaus auf vielfache Weise kreative und künstlerische Akzente gesetzt. Das wird in der Bevölkerung die Erinnerung an einem Menschen wachhalten, der sich stets in den Dienst der Allgemeinheit stellte. Die gestalterische Ausdrucksform von Erich Charlier war in ihrem Charakter zeitlebens unverwechselbar. Besonders die Entwürfe seiner Kirchenfenster unterstreichen seine typische Arbeitsweise aber auch sein solides Grundwissen über die Thematik. Vor 70 Jahren entwarf er sein erstes Fenster für die Diözese Trier; insgesamt sind es 113 Fenster für öffentliche Gebäude und Kirchen geworden.

Der Kellerraum in seinem Haus in Hammer war das Rückzugsgebiet von Erich Charlier. Hier sammelte und vollendete der Künstler mit zeichnerisch sicherer Hand seine Ideen, an denen es nie einen Mangel gab. Die Arbeit machte ihm auch im hohen Alter noch Freude und die Anfragen rissen einfach nicht ab. Insbesondere viele Vereine aus der Nordeifel profitierten von seinem gestalterischen Können.

Bereits im Jahr 1948 entwarf er den ersten von später einmal Hunderten Karnevalsorden, und bei Vereinsjubiläen war er eine der ersten Adressen, wenn es um die Gestaltung von Schmuckblättern, Emblemen, Urkunden oder auch um Dorfwappen ging. In Kohlscheid geboren, wurde er in seiner neuen Wahlheimat schon bald zu einem Botschafter der Eifel.

Bereits im Alter von neun Jahren zeichnete er erste Porträts. Die entscheidende Wende in seinem Leben erfolgte 1944 als 20-Jähriger im zweiten Weltkrieg. In Russland war er schwer verwundet worden und zeitweise dem Tod näher als dem Leben. Er drohte sein Augenlicht zu verlieren, die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben. Da gelobte er, seine künstlerischen Fähigkeiten nur noch „zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen“ einzusetzen, sollte er das Augenlicht wieder erlangen. Das kleine Wunder geschah, und Erich Charlier setzte sein Versprechen bis ans Lebensende konsequent um, indem er nie ein Honorar für seine Arbeit nahm. Sein selbstloser Einsatz wurde auf vielfache Weise gewürdigt. 2007 erhielt er den Wolf-von-Reis-Kulturpreis des Eifelvereins, zuvor bereits das Verdienstkreuz der BRD. Aus der Hand des Aachener Bischofs Dr. Heinrich Mussinghoff nahm er den päpstlichen Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ entgegen.

Als Pädagoge im Hauptberuf hat Erich Charlier im Laufe von vier Jahrzehnten rund 5000 Kinder unterrichtet und dabei an seinen Wirkungsorten – zuletzt war er Schulleiter der Grundschule Konzen-Imgenbroich-Mützenich – das Dorfleben mit gestaltet und in die Gemeinschaft hineingewirkt.

Dass Erich Charlier über eine umfangreiche Sammlung archäologischer Fundstücke verfügte, zeigt eine weitere Facette seiner vielseitigen Interessen. Aus den Fundstücken gestaltete Erich Charlier didaktisch spannend aufbereitete Schaukästen, die er in seinem Unterricht einsetzte. Heute sind sie unter anderem im Rathaus in Simmerath und im Naturzentrum Haus Ternell/Eupen der Öffentlichkeit zugänglich.

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