Rurberg - Erfolgreicher Auftakt für das „Lit.Eifel“-Festival

Erfolgreicher Auftakt für das „Lit.Eifel“-Festival

Von: Helga Giesen
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Autor Dietmar Sous (rechts) signiert für Lit.Eifel-Chefin Margareta Ritter sein Buch „Sweet about me”. Foto: Helga Giesen

Rurberg. „Wir können heute ein positives Resümee ziehen“, zeigte sich Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter am Dienstagabend in Rurberg mit dem Start des neuen Vereins Lit.Eifel sehr zufrieden. Als Vorsitzende konnte sie zum Auftakt der ersten Veranstaltungsreihe im Antoniushof rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßen, die zur Lesung des Autors Dietmar Sous gekommen waren.

Mit Kooperationspartnern aus der NRW-Eifel und der ostbelgischen Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) war Lit.Eifel im Mai ins Leben gerufen worden, nachdem das Eifel Literatur Festival die Region nicht mehr in seine Veranstaltungen einbezogen hatte, blickte Margareta Ritter zurück. Man habe deshalb aus der Not eine Tugend gemacht, wolle nun aber nicht „die ganz großen Player“ der Literaturszene in die Eifel holen, sondern den Menschen Gelegenheit geben, in schönen Orten und an ungewöhnlichen Plätzen Autoren aus der Region hautnah zu erleben und in Workshops selbst aktiv zu werden.

Auch Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns freute sich, dass er so viele Gäste zu einer ganz besonderen Veranstaltung begrüßen konnte. Dazu gehörten neben den beiden Akteuren des Abends, Autor Dietmar Sous und Jazz-Pianist Gero Körner, der die Lesung musikalisch umrahmte, auch Rurbergs Ortsvorsteher Heiner Jansen, die Geschäftsführerin der Rursee Touristik, Astrid Joraschky, und als Vertreter der DG Guido Thomé.

Guido Thomé ist nicht nur in der Regierung der DG Referent der Kulturministerin Isabelle Weykmans, sondern auch Dietmar Sous seit langem freundschaftlich verbunden – der Autor lebte lange in Belgien, bevor es ihn kürzlich wieder ins heimische Stolberg zurückgezogen hat – und so stellte er ihn dem Publikum in einem einfühlsamen Porträt vor.

Lakonisch, ironisch, zynisch

Als „lakonisch, ironisch, manchmal zynisch“ charakterisierte Thomé die Werke von Dietmar Sous. Seine zwei besonderen Vorlieben, die Musik und der Fußball, nähmen in seinen Romanen und Erzählungen einen besonderen Raum ein. Insbesondere seien sie eine Liebeserklärung an die Musik, so dass der Schriftsteller und Journalist Peter Henning ihn in einer Besprechung von „Vormittag eines Rock´n´Roll-Beraters“ den „rheinischen Nick Hornby“ nannte. Schon sein Erstlingswerk „Glasdreck“ habe es 1981 in den Spiegel und die ZDF-Kultursendung Aspekte geschafft.

Auch in „Sweet about me“ – Titel eines Songs der jungen Australierin Gabriella Cilmi – dominiert die Musik. Es geht um einen Musikjournalisten mit Frau und Tochter, dessen Leben zwischen Komik und Tragik geschildert wird. Er schreibe nicht nach einem Plan, verriet Sous, vielmehr seien es zufällige Begebenheiten, verbunden mit einer allgemeinen Gefühlslage, die sich zu einem Werk verdichten. In diesem Fall gehörte dazu das nicht stressfreie Zusammenleben mit seiner pubertierenden Tochter. Als ihm ein Handwerker bei Arbeiten in seinem Haus von seinen Befürchtungen erzählte, sein Sohn könne wegen seiner fanatischen Begeisterung für Schmetterlinge zum Sonderling werden, war das Bild von Teenager Maya entstanden. Aus dem Zusammentreffen mit seinem Vetter an einem Briefkasten, als dieser gerade versehentlich mit anderen Briefen einen Umschlag mit einem Scheck eingeworfen hatte, wurde im Roman das erste Zusammentreffen mit Mayas Mutter Betty, der Liebe seines Lebens. 15 Jahre später beginnt mit einer Ferienfahrt der Familie die eigentliche Geschichte, aus der Sous einige Szenen vortrug, ohne vom Inhalt allzu viel zu verraten. Schließlich soll künftigen Lesern die Spannung erhalten bleiben.

Die unterschiedlichen Stimmungen, heiter, nachdenklich oder dramatisch, nahm Gero Körner in den musikalischen Intermezzi wunderbar auf. Es war ein gelungener Abend, der Lust macht auf mehr von Lit.Eifel. Die nächste Gelegenheit bietet sich heute Abend im Bürgersaal in Roetgen, wenn Hortense Ullrich aus ihrem Buch „Hühner-Voodoo“ liest.

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