Erdbegräbnis ist immer seltener gefragt

Von: hes
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Friedhöfe (hier in Höfen) sind ein Stück Dorfkultur, sind Stätten der Ruhe, aber auch der Begegnung, sind gepflegte Grünanlagen in allen Dörfern. Die Frage ist, wie lange Friedhöfe noch so aussehen werden wie heute – wenn Reihengräber und Grabsteine immer mehr verschwinden. Foto: H. Schepp

Monschau. Die Bestattungskultur ist auch in unserer Region im Begriff, sich massiv zu verändern. Immer weniger Bürger wählen für ihre Angehörigen die bis noch vor wenigen Jahren vorherrschende Erdbestattung im Sarg. Immer häufiger werden Verstorbene im preisgünstigeren, kleineren und somit pflegeleichteren Urnengrab beigesetzt.

 In der jüngeren Vergangenheit wurden überdies weitere neue Bestattungsformen immer stärker nachgefragt: Bestattung auf dem Aschestreufeld, Baumbestattung, anonyme Bestattung, Seebestattung. Dass diese alternativen Formen verstärkt gewählt werden, ist kein Problem des Angebots – die Satzungen ließen sich darauf umstellen. Problematisch ist aber, dass es für die sinkende Zahl jener Bürger, die die bisher gängige Form einer Beerdigung wählen, immer teurer, ja bald unbezahlbar wird.

Satzung aus dem Jahr 2000

„Wir müssen uns darauf einstellen“, sagte jetzt im Bauausschuss Georg Kaulen. Sowohl dessen CDU-Fraktion, als auch die SPD Fraktion im Rat der Stadt Monschau haben durch entsprechende Anträge eine Überarbeitung der Friedhofssatzung der Stadt Monschau vom 22.12.2000 beantragt. Hierbei sollen insbesondere alternative Bestattungsformen sowie mögliche Kosteneinsparungen für den Bürger und die Stadt Monschau erarbeitet werden.

In diesem Zusammenhang wurde in den Anträgen angeregt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die bei der Umsetzung der Antragswünsche mitwirkt. Ferner sollte bei der Satzungsüberarbeitung eine Bürgerbeteiligung in Form von öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen abgehalten werden.

Entsprechend den Fraktions-Anträgen sollte die Arbeitsgruppe aus Ratsmitgliedern und sachkundigen Bürgern sowie aus Vertretern von Steinmetzbetrieben, Bestattungsinstituten, Friedhofsgärtnern und der katholischen/evangelischen Kirche bestehen. „Aufgrund der sehr umfangreichen Aufgabenstellung ist es sinnvoll, die Friedhofssatzung im Vorfeld der eigentlichen Beschlussfassung durch den Rat, in einem kleineren Gremium zu beraten und entsprechende Lösungsvorschläge zu definieren, die die Verwaltung dann in eine Neufassung der Friedhofssatzung einarbeitet“, stimmte die Verwaltung grundsätzlich der Idee eines Arbeitskreises zu und schlug vor, dass dem Arbeitskreis neben einer repräsentativen Anzahl von Ratsmitgliedern oder sachkundigen Bürgern auch Vertreter der einzelnen Innungen, Kirchen, Bestattungsinstituten sowie ein Fachplaner aus dem Friedhofswesen angehören sollten, die dann beratend tätig sein sollen.

„Für die Diskussion neuer Bestattungsformen ist es notwendig, jeden Friedhof einzeln zu begutachten, da die Friedhöfe in ihrem Aufbau und der Struktur nicht vergleichbar sind“, sagte Brigitte Olschewski (SPD) im Bauausschuss und richtete ausdrücklichen Dank an die Verwaltung, die umfangreiches Zahlen-, Luftbild- und Kartenmaterial über alle städtischen Friedhöfe zusammengetragen hatte.

So sind beispielsweise auf dem Friedhof der Altstadt Monschau über Jahre durch die Rückgabe von Wahlgrabstätten viele Freiflächen innerhalb der bestehenden Grabreihen entstanden. Manche Friedhöfe sind als Parkanlagen ausgeprägt und wiederum andere weisen einen sehr übersichtlichen Bestand an Grünanlagen auf.

Nachdem sich der Arbeitskreis auch im Rahmen von Begehungen ein Gesamtbild über die städtischen Friedhöfe verschafft hat, sollen mögliche alternative Bestattungsformen in die Satzung eingearbeitet werden, die dann bei einer Bürgerbeteilung in öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltungen vorgestellt werden.

Folgekosten verringern

„Es geht auch darum, den Angehörigen Entlastung bei den Kosten für die Beerdigung und bei den Folgekosten zu verschaffen“, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter und freute sich, dass diese stets Richtung Jahresende aufkommende Diskussion nun bald einer Lösung zugeführt werde.

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