Entsorgerwechsel: Erneut das Schloss an der Restmülltonne berechnet

Von: P. St.
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Wenn Bürger ein Schloss für seine Restmülltonne wünscht, dann geht das auf seine Kosten. Das Schloss bleibt im Besitz des Bürgers; die Tonne im Eigentum des Entsorgers. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Wenn zu Beginn des Jahres die Kommunen ihre Steuerbescheide verschicken, dann schauen die Bürger gerne genau hin, was denn am Ende des Tages bei den vielen politischen Diskussionen zahlenmäßig unter dem Strich herausgekommen ist.

In der Stadt Monschau galt das Augenmerk vieler Bürger diesmal besonders der Abfallentsorgung, da die Stadt bekanntlich zum 1. Januar 2017 zur Regioentsorgung als neuem Entsorger wechselte.

Da trotz des Wechsels das bewährte Wiegesystem beim Restmüll beibehalten wurde, wurde auch weiterhin die Möglichkeit der verschließbaren Müllgefäße angeboten – falls Bürger dies wünschten und sichergehen wollten, dass kein Fremdmüll in ihre Tonne wandert, der dann zu ihren Lasten gewogen wird.

Die überwiegende Zahl der Haushalte verzichtete bei der damaligen Einführung des Wiegesystem allerdings auf die Schlösser. Nur ein Bruchteil der Tonnen wurde auf Wunsch mit Schlössern ausgestattet, die die Bürger beim damaligen Entsorger, der Firma Schönmackers, zum Preis von 25 Euro erwerben konnten. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt, da die Schlösser nicht über die Stadt bestellt wurden, sondern direkt vom Entsorger geliefert wurden.

Zeitgleich mit dem Entsorgerwechsel zum 1. Januar 2017 wurden nun auch die Müllgefäße ausgetauscht. Auf einer Karte konnte man seine Wünsche ankreuzen. Das tat auch Manfred Brandenburg aus Monschau, der, wie gehabt, eine Restmülltonne mit Schloss bestellte. Anlieferung und Austausch der abschließbaren Tonne klappten auch zu seiner vollsten Zufriedenheit.

25 Euro pro Schloss

Ärger und Verwunderung stellten sich aber ein, als der Gebührenbescheid der Stadt jetzt ins Haus flatterte und das Mülltonnen-Schloss mit 25 Euro berechnet wurde. „Warum soll ich zweimal 25 Euro für ein Schloss bezahlen?“, fragte sich Brandenburg, der daraufhin fristgerecht Widerspruch (dies ist bis zum 28. Februar möglich) bei der Stadtverwaltung gegen den Bescheid einlegte.

Bei der Stadt hat man den Widerspruch zur Kenntnis genommen. Bürgermeisterin Margareta Ritter weist darauf hin, dass zu dieser Problematik bislang „nur sehr wenige Beschwerden und Nachfragen beim Ordnungsamt eingegangen sind“. Die Bürgermeisterin weist ferner darauf hin, dass die bis zum 31. Dezember 2016 von den Bürgern im Stadtgebiet Monschau vorgehaltenen Abfallbehälter Eigentum der Fa. Schönmackers seien.

Die Schlösser der Abfallbehälter, die seinerzeit von den Bürgern unmittelbar bei der Firma Schönmackers erworben bzw. bestellt und auch derer von Mitarbeitern an den Abfallbehältern montiert worden seien, seien hingegen Eigentum der Abfallbesitzer.

Mit der Frage einer möglichen Ummontage der Schlösser auf die neuen Tonnen habe man sich nicht näher befasst: „Eventuell wäre dies mit handwerklichem Geschick möglich gewesen.“

Die Bürgermeisterin weist ferner darauf hin, dass beim jetzigen Abfuhrsystem die Tonne ebenfalls im Eigentum des Entsorgers sei. Das Schloss könne über die Stadt Monschau zum Preis von 25 Euro bestellt werden. Bei Beschädigung der Tonne bzw. des Schlosses erfolge kostenlos Ersatz.

Das Interesse an abschließbaren Restmülltonnen in der Bevölkerung ist überschaubar. Nur rund vier Prozent machen davon Gebrauch. Für die insgesamt im Umlauf befindlichen 5269 Restmüllbehälter (60 Liter) sind bislang 218 Schlösser bestellt worden. Für die 58 Großbehälter (240 Liter) sind es 10 Schlösser.

Manfred Brandenburg hätte die Sache mit dem doppelt bezahlten Schloss jedenfalls gerne geklärt: „Es geht in erster Linie nicht um mich. Davon sind ja viele Bürger betroffen.“

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